Obersülzen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie geht der SVO mit der Absage von Burgsommer und VG-Cup um?

Vereinschef Norbert Bölger
Vereinschef Norbert Bölger

Angst, dass der Sportverein Obersülzen angesichts der anhaltenden Corona-Beschränkungen auf der Strecke bleiben könnte, hat dessen Vorsitzender Norbert Bölger zwar nicht. Aber der Verein hat hohe Schulden und auch die laufenden Kosten müssen erwirtschaftet werden. Da machen die Absagen des Burgsommers und des Verbandsgemeinde-Turniers nicht unbedingt Freude.

Eigentlich wollten die Burgsommer-Macher in diesem Jahr nicht nur in Neuleiningen, sondern auch in Obersülzen Konzerte anbieten. Daraus wird nun nichts. Das Konzert-Jahr 2021 ist abgesagt, und Obersülzen ist auch für 2022 so gut wie aus dem Spiel: Es sollen dort nur zwei Konzerte veranstaltet werden. Die Absage der diesjährige Konzerte sei zwar bitter für den Verein, aber nicht das Allerschlimmste, sagt Vorsitzender Norbert Bölger. Betroffen macht den Vorsitzenden vielmehr, dass der Leiningerland-Cup, das Fußballturnier der Verbandsgemeinde Leiningerland, auch in diesem Jahr abgesagt werden musste. „Langsam wird die Luft für uns immer dünner. Ewig können wir dieses Spielchen nicht weitertreiben“, sagt Bölger.

Der Verein versucht zu sparen

Denn die Kosten laufen ja weiter – beispielsweise die Abschlagszahlungen für Strom. „Wir nutzen zwar kein Flutlicht derzeit, aber eine Herabsetzung von Abschlagszahlungen kommt frühestens im Juli in Frage“, sagt er. Das hätten die Pfalzwerke signalisiert. „An allen Stellen versuchen wir, zu sparen, ohne jedoch das Vereinsleben komplett zu ruinieren.“ Derzeit gelinge es mit großen Aufwand gerade so, die laufenden Kosten zu decken. „Unsere Aktion, von Montag bis Freitag und sonntags Mittagessen-to-go anzubieten, wird glücklicherweise angenommen“, sagt der Vorsitzende des 343 Mitglieder zählenden Vereins. Die geringen Einnahmen reichten zumindest aus, um die Nebenkosten für das Sportheim zu decken und zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen auch die Raten für die Darlehen aufzubringen. 300.000 Euro Schulden hat der Verein immer noch, 160.000 Euro sind alleine der Wiederherstellung des Spielfelds nach dem Starkregen vor einigen Jahren geschuldet. „Das ist durch eine kommunale Bürgschaft abgesichert, aber die wollen wir ja keinesfalls in Anspruch nehmen“, so Bölger. Positiv wertet er, dass die Mitglieder dem Verein nicht den Rücken kehren – auch wenn kein Fußball gespielt werden kann. Auch die Verbandsgemeinde werde den SVO als Veranstalter des Leiningerland-Cups so lange einplanen, bis das Turnier tatsächlich in Obersülzen gespielt wurde, damit die Einnahmen aus der Veranstaltung dem Verein zufließen.

VG-Cup soll nächstes Jahr stattfinden

Der für Sport zuständige Beigeordnete Karsten Brauer (CDU) von der Verbandsgemeinde Leiningerland bestätigt das: „Wir mussten das Turnier 2021 erneut absagen, da uns Corona keine andere Wahl lässt. Sicher ist, dass der SVO der nächste Ausrichter sein wird, wohl allerdings erst 2022“, so Brauer. Es ist aus seiner Sicht nicht sinnvoll, das Turnier so wie andere Veranstaltungen auf einen eventuell möglichen Termin im September zu verschieben. „Unsere Hoffnung ist vielmehr, dass dann wieder regulärer Spielbetrieb herrschen kann. Im September wird wohl kaum ein Club zustimmen, zusätzlich noch ein Verbandsgemeinde-Turnier zu spielen“, so Brauer, der für die Situation des SVO großes Verständnis aufbringt und demnächst alle Sportvereine in der Verbandsgemeinde zu einer Gesprächsrunde einladen will.

Spenden für Jugendraum

Derweil geschieht trotzdem einiges beim SVO. Die Fußballerinnen haben das gesamte Vereinsheim neu gestrichen. Und auch an der Schaffung des neuen Jugendraums für Obersülzen wird hinter den Kulissen fleißig gewirkt. „Hier wirft uns Corona auch immer wieder Knüppel zwischen die Beine“, sagt Bölger. Eigentlich wollte er vergangene Woche seinen 70. Geburtstag feiern und mit den Geldgeschenken einen Teil des Baus des Jugendraum finanzieren. Coronabedingt ist das Fest ausgefallen, deshalb hofft Bölger auf weitere Spenden. Neben Hauptsponsor Michael Kimmig, der den Bau des Holzhauses fördert, das rund 35.000 Euro kosten wird, konnte jetzt auch eine Spende in Höhe von 3000 Euro von der Globus-Stiftung beim SVO verbucht werden. „Ganz wichtig bei dem Bau ist, dass wir seitens des Vereins sowohl den Bau, als auch den Betrieb des Jugendraums sicherstellen werden. Das erfordert die Satzung und auch die Gemeinnützigkeit des Vereins“, betont Bölger. Derzeit liefen auch Abstimmung über den späteren Betrieb mit der Gemeinde. Wann der erste Spatenstich ist, ist offen. Wie so vieles in diesen Corona-Zeiten.

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