Grünstadt Wenn die Schorlequelle lockt

Die einzig wahre Lösung angesichts der jüngsten Hitzewelle: Die Erfrischung an der Schorlequelle – das meinen zumindest die Schö
Die einzig wahre Lösung angesichts der jüngsten Hitzewelle: Die Erfrischung an der Schorlequelle – das meinen zumindest die Schöpfer dieses Motivwagens bei der Kleinkarlbacher Kerwe.

Das gibt es nur, wenn die Leininger Weingräfin zu Besuch ist: Zu Ehren von Julia IV. änderten die Organisatoren am Wochenende sogar die traditionelle Zugnummernfolge der Kleinkarlbacher Kerwe. Weiteren royalen Glanz bescherte dem Umzug die Pfälzische Weinkönigen Inga Storck. Rund 20 Gruppen und Wagen zogen mit dem Kerwekomitee durch den Ort.

Oliver Wasmuth vom Kerwekomitee erläuterte die ungewohnte Wagenaufstellung: „Normalerweise führen wir als Komitee immer den Umzug an, gefolgt von der Musikkapelle aus Sembach. In diesem Jahr haben wir aber unsere Julia im Cabrio an zweiter Stelle. Schließlich sind wir sehr stolz darauf, in unseren Reihen eine Weingräfin zu haben.“ Mit Blick auf die konstante Teilnehmerzahl freute sich Wasmuth vor allem über die Unterstützung von Komitees und Vereinen aus der Umgebung: „Wir fahren auch auf anderen Kerwen mit, entsprechend dürfen wir unsere Freunde dann bei unserem Umzug begrüßen“. Darunter beispielsweise den TSV Neuleiningen, das Sausenheimer Kerwekomitee oder die Tiefenthaler Hexen, die mit Partymusik und kleinen Choreographien für Stimmung am Straßenrand sorgten. Auch die Sembacher Blaskapelle bereicherte einmal mehr als altbekannter Gast den Umzug. Zum ersten Mal dabei war die Eckbach Ranch, die mit einem Pony in Einhorn-Look vor allem bei den jüngsten Zuschauern punktete und deren selbstgebasteltes Holzpferd auf dem Motivwagen die Blicke auf sich zog. Das Kerwekomitee selbst griff mit zwei eigenen Motivwagen aktuelle Themen des Jahres auf: Mit dem Spruch „In Kallbach gebts kän Parre mehr, wer sauft dann jetzt de Messwoi leer?“, stellten die Kerweborsch eine Frage, die augenzwinkernd ein tatsächliches Problem versinnbildlichte: Seit dem Weggang von Pfarrerin Julia Heller ist die Pfarrstelle in den Kirchengemeinden Kleinkarlbach, Battenberg, Kirchheim und Bissersheim vakant. Für ein anderes Problem lieferte das Komitee beim zweiten Motivwagen gleich die Lösung mit: „Im ganze Land herrscht Hitzewell, in Kallbach is die Schorlequell“, lautete das Motto. Angesichts der handgefertigten Kulisse aus einer tatsächlich sprudelnden Mini-Fontäne samt erschöpft zusammengesunkener Figur davor, zeigten sich die Zuschauer erleichtert über das eher herbstliche Wetter: „Wenn’s jetzt noch so heiß wär’ wie kürzlich noch, würde auch die Schorle nicht schmecken. Und für die Organisatoren ist es sicher auch gut, so viel Mühe wie sie sich wieder gemacht haben“, meinte Raimund Galler, der jedes Jahr aus Dirmstein zum Umzug wandert. Nostalgisch ging bei mit einem Tiefenthaler Gespann zu, das landwirtschaftliche Geräte von „anno dazumal“ präsentierte. Ebenfalls eine Verbeugung vor den „guten alten Zeiten“ war eine eigene Zugnummer für die Kerweborsch aus dem Jahr 1973: Standesgemäß von der Kutsche aus grüßten die Urväter des Kerwekomitees huldvoll in die Runde. Auf sein gastronomisches Angebot im eigenen Clubheim wies der TV Kleinkarlbach mit einem eigenen Wagen hin, während der Kindergarten Neuleiningen mit einer Kinderschar auf bunt geschmückten Rädern den Zug unterstützte. Dass trotz Gerüchten, der Umzug könne wegen der Baustelle nicht stattfinden, zahlreiche Zuschauer den Weg an die Umzugsstrecke fanden, dürfte auch die Organisatoren gefreut haben: „Wer diese falsche Information gestreut hat, wissen wir nicht, aber wir lassen uns doch von so einer Baustelle nicht unterkriegen“, kommentierte Wasmuth. Lediglich die Route wurde deshalb um einige hundert Meter verkürzt.

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