Grünstadt Weniger Metaller

Durch neue Mitglieder wieder kampfkräftiger werden will die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal – hier Aktive bei einer Kundgebun
Durch neue Mitglieder wieder kampfkräftiger werden will die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal – hier Aktive bei einer Kundgebung auf dem Frankenthaler Rathausplatz.

Die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal müsse sich stärker darum bemühen, Mitglieder zu halten und neue zu werben. Das hat der Erste Bevollmächtigte Günter Hoetzl bei der Delegiertenkonferenz in Frankenthal-Eppstein gefordert. Zur neuen Zweiten Bevollmächtigten wählten die Delegierten die Gewerkschaftssekretärin Birgit Mohme.

Bis Mai 2018 habe man im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Mitgliederzahl um 135 hinnehmen müssen, sagte Günter Hoetzl. Aktuell habe man noch 9789 Mitglieder im Bereich der Geschäftsstelle. Das sei ein Minus von 1,4 Prozent – ein Wert, mit dem man in der Statistik des Bezirks Mitte weit hinten rangiere. Besonders ärgerlich sei, dass in Betrieben, wo man erfolgreiche Kämpfe geführt habe, Mitglieder danach ihr Gewerkschaftsbuch wieder abgegeben hätten. Der Rückgang finde vor allem in Betrieben bei den Aktiven statt und nicht etwa bei Arbeitslosen oder Rentnern. Selbstverständlich habe man auch positive Beispiele, so bei KSB in Frankenthal, wo es im ersten Halbjahr 27 Neuaufnahmen gegeben habe. Es ärgere ihn auch, sagte Hoetzl, dass zu wenige Anstrengungen unternommen würden, um Auszubildende und Studierende im Dualen Studium aufzunehmen. „Wir müssen was machen, andere Methoden, neue Wege finden“, spornte er die Delegierten an. Es gehe darum, dass die Kampfkraft der Gewerkschaft nicht geschwächt werden solle. Deshalb müsse man auch mit denen reden, die austreten – binnen drei Tagen nachdem die Kündigung in der Geschäftsstelle eingehe, müsse das passieren. Zur „Erschließung“ von Betrieben für die Gewerkschaftsarbeit referierte der zuständige Gewerkschaftssekretär Christian Möckel. Mithilfe einer Betriebslandkarte verdeutlichte er, wie man sich die Strukturen in einem Unternehmen anschaulich vor Augen führen könne. Zentrales Ziel für Aktivitäten seien Betriebe ohne Betriebsrat beziehungsweise mit nur schwachen gewerkschaftlichen Strukturen. Auch die Hinführung zur Tarifbindung stehe auf der Agenda. Als positives Beispiel solcher Erschließungsarbeit präsentierte Günter Hoetzl die Entwicklung bei dem Logistikunternehmen Syncreon in Speyer. Hier sei es gelungen, einen Betriebsrat und einen Vertrauensleutekörper zu bilden. Nun habe man eine Tarifkommission gewählt und die Arbeitgeber aufgefordert, mit der IG-Metall einen Tarifvertrag auszuhandeln. „Wenn sie nicht verhandeln wollen, gehen wir in die Tarifauseinandersetzung mit allem, was es dazu braucht“, bekräftige Hoetzl die Kampfbereitschaft der Metaller. Auch ein Warnstreik sei da nicht ausgeschlossen. Zurzeit sei rund die Hälfte der etwa 490 Beschäftigten Gewerkschaftsmitglieder. „Wenn wir in die Auseinandersetzung gehen, brauchen wir 75 Prozent“, forderte er und zeigte sich zuversichtlich, das auch erreichen zu können. Der Kassenbericht, den Hoetzl vorlegte, wies bei Gesamteinnahmen von rund 501.000 Euro einen Übeschuss von 81.740 Euro auf. Im Berichtsjahr zuvor hatte das Plus bei 46.150 Euro gelegen. Die Versammlung wählte die seit neun Jahren als Gewerkschaftssekretärin aktive Birgit Mohme zur neuen Zweiten Bevollmächtigten. Sie folgt Barbara Jantowski (ex Halberg Ludwigshafen). Bei einer Nachwahl zur Tarifkommision der Metall- und Elektroindustrie wurden Eva Schmidt (KSB Frankenthal) und Oliver Gaa (PFW Speyer) nachgewählt. Gaa vertritt in der Kommission die IG-Metall-Jugend.

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