Grünstadt Welch ein Klang!

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Beim europäischen Musikschulfestival EMusik2016 hat sich Europas musikalische Jugend in San Sebastián (Spanien) getroffen, der aktuellen europäischen Kulturhauptstadt. Mit zu den musikalischen Botschaftern, die der Verband Deutscher Musikschulen (VDM) entsandt hatte, gehörte das Jugendorchester Leiningerland, ein gemeinsames Projekt der Musikschule und des Leininger-Gymnasiums aus Grünstadt: 35 Schülerinnen und Schüler zwischen elf und 23 Jahren sowie fünf Betreuer weilten vom 4. bis 9. Mai im Baskenland. Was sich zwischen Hin- und Rückfahrt ereignete, darüber hat Teilnehmerin Caroline Simon Tagebuch geführt:

„Nach 18 Stunden Fahrt haben wir es geschafft und sind am 5. Mai in unserer spanischen Unterkunft in Lastur (Baskenland) angekommen. Begrüßt werden wir von weidenden Ziegen bei 28 Grad in der Sonne. Sofort beziehen wir mit unseren Schlafsäcken die spartanischen Zimmer, um uns so schnell wie möglich am vorbeifließenden Bach zu sonnen. Zwei Stunden Erholung, dann wird schon wieder geprobt! Damit unser Programm perfekt sitzt. Irgendwann stellt sich bei uns Älteren die Frage: Wo kann man hier denn ’was trinken gehen/holen? Das nächste Dorf ist eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, die nächste Stadt eine dreiviertel Stunde ... Gut, dann geht’s halt in die hofeigene ,Taberna’, wo man sich ,una cerveza’ (ein Bier) bestellen und mit anderen Uno spielen kann. Am nächsten Morgen geht’s zur ,Opening Ceremony’ in Europas Kulturhauptstadt 2016, nach Donostia (San Sebastián). Mehr als 6000 junge Musikanten warten mit ihren Instrumenten darauf, ins Stadion gelassen zu werden. Ich packe also schnell meine Geige im Bus aus und mache mich mit den anderen auf den Weg. Unterwegs hört man schon schwedische Querflöten, französische Celli, spanische Klarinetten und, und, und. Im Stadion werden wir mit einem Volkstanz begrüßt, wie wir es die nächsten Tagen noch öfter sehen und hören werden. 6000 Jugendliche spielen zusammen ein paar spanische Stücke. Es war fantastisch! Man kann sich gar nicht vorstellen, was eine Lautstärke und einen Klang es gibt, wenn 5000 Instrumente und 1000 Sänger aufeinandertreffen. Nach zwei Stunden ist das beeindruckende Spektakel zu Ende, und wir machen uns auf den Weg zu unserem eigenen Konzert in Tolosa. Dort marschieren wir mit unseren Instrumenten durch die Stadt den spanischen Gastgebern hinterher, die im Laufen Volkslieder spielen. In einer Markthalle, zugleich Kulturzentrum, spielen wir unser Programm, das wir seit den Osterferien trainiert haben. Nach dem letzten Stück bekommen wir tosenden Applaus. Unserem musikalischen Leiter Richard Martin sieht man an, wie erleichtert er ist, dass unser Beitrag gut ankam. Am Samstag geben wir in Azkoitia unser zweites und letztes Konzert. Wie in Tolosa werden wir beim Bürgermeister mit einem traditionellen Tanz begrüßt. Auch hier werden wir musikalisch von der örtlichen Musikschule durch die Gassen Azkoitias geleitet und von Polizisten eskortiert. Am Abend dann die Abschiedszeremonie in San Sebastián. 6000 Jugendliche, eine Bühne direkt am Strand, bei tollem Wetter. Bands aus ganz Europa und zum Schluss ein DJ heizen ein. Und irgendwann haben wir auch getanzt, und Richard mittendrin! Der Abend war toll. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, auch ohne jegliche Spanischkenntnisse, da man sich immer irgendwie mit Händen und Füßen verständigen kann. Mein Fazit: Ich bin sehr froh, an der Spanienfahrt teilgenommen zu haben. Wir hatten sehr viel Spaß und trotz mancher Unbequemlichkeiten war es sehr lustig. Tschüss, hoffentlich bis in zwei Jahren, beim nächsten Festival in Holland.“

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