Grünstadt Weingut des Jahres: Grünstadter Weingut wird ausgezeichnet
Vor sechs Jahren vom Vinum-Führer als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet, hat sich der Asselheimer Betrieb seitdem fest in der Vier-Sterne-Klasse, deutsche Spitze mit internationalen Renommee, etabliert. Besser bewertet sind in der Pfalz nur sechs Weingüter, die zur Fünf- oder Viereinhalb-Sterne Kategorie (Weltklasse) gezählt werden, wie Knipser in Laumersheim und Rings in Freinsheim, jetzt bundesweiter „Aufsteiger des Jahres“ bei Vinum.
Mit der Auszeichnung wird die rasante Entwicklung des Asselheimer Betriebs belohnt, den Winzermeister Uli Metzger 2010 von seinem Vater übernommen hat. Bei Metzger, der vor zwölf Jahren höchstens einer Handvoll Eingeweihter bekannt gewesen sei, „bewegt sich alles auf einem Top-Niveau“, schreibt der Intervinum-Verlag in seiner Pressemitteilung zur Auszeichnung. Die Chardonnays und der Pinot Noir hätten eine fantastische Entwicklung durchlaufen und gehörten zur nationalen Spitze.
Der Erfolg einer ganzen Familie
Für den 54-jährigen Winzermeister ein toller Erfolg, den er zusammen mit der Familie erreicht hat, die das Führungsteam bildet. Ehefrau Karin arbeitet zusammen mit Tochter Nane-Luise im Verkauf und Büro, auch im Verkauf und zudem im Keller ist Tochter Lea aktiv, und deren Ehemann Martin firmiert als Kellermeister. Bewirtschaftet werden 36 Hektar, die Jahresproduktion wird mit 250.000 Flaschen angegeben.
Die Auszeichnung durch den Vinum-Guide war jetzt für die Familie nicht der einzige Grund zum Feiern. Auch beim Gault-Millau 2024 ging es für die Weinmacher in der Langgasse aufwärts: Die bisher vier schwarzen Trauben, vergleichbar mit den Vinum-Sternen, wurden nun von diesem Weinführer rot eingefärbt. Das bedeutet, dass der Betrieb zu den besten in dieser Kategorie zählt, erläutert Uli Metzger. Das sei die Vorstufe für den Aufstieg in die Fünfer-Klasse, meint er. Und einige Bewertungen lassen hoffen: Nachdem die Weinführer nach dem internationalen 100-Punkte-System benoten, sind 95 Zähler für einen Pinot Noir trocken Abyssus und 94 für einen entsprechenden Chardonnay beachtlich. Der Preis aber auch, 125 Euro kostet die Flasche. Doch es geht auch deutlich günstiger: Die Literflasche 2022er Riesling trocken ist mit 5,50 Euro bei weine.de zu bestellen.
Auch andere Betriebe haben Grund zur Freude
Bei Meinigers Rotweinpreis, für den 600 Weine bewertet wurden, haben Weingüter aus der Region schöne Erfolge erzielt. Das Weingut Rings aus Freinsheim siegte in der Königsklasse, dem trockenen Spätburgunder, und wurde auch noch in der Kategorie „Rotwein-Kollektion des Jahres“ ausgezeichnet. Über zweite Plätze konnten sich Karoline und Dorothee Gaul vom Weingut Karl-Heinz Gaul in Sausenheim in den Kategorien Lemberger und Heimische Rebsorten freuen, wo sie mit einem 2021er Geißkopf Blaufränkisch trocken beziehungsweise mit einem 2021er Honigsack St. Laurent sich der Konkurrenz stellten. Ebenfalls Zweiter wurde das Bissersheimer Weingut Mußler in der Kategorie Internationale Rebsorten mit einer 2019er Cuvee Tuvijah Homage. Einen dritten Platz erreichte das Kirchheimer Weingut Hammel bei den Heimischen Rebsorten mit einem 2019er Portugieser Tonneau. Weitere Betriebe wie Neiss (Kindenheim) und Schenk-Siebert (Sausenheim) haben gute Bewertungen mit über 90 Punkten für ihre Rotweine erzielt.
Grund zum Feiern hatte auch das Weingut Matthias Gaul in Asselheim, das bei der neuen Vinum-Ausgabe in die Vier-Sterne-Klasse aufgestiegen ist. Diesen Erfolg konnte Neiss in Kindenheim schon im Vorjahr verbuchen und wurde damals auch noch zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt. In dieser Kategorie werden von Vinum zur Zeit insgesamt 15 Betriebe aus der Pfalz aufgeführt.
Info
In den renommierten Weinführern, zu denen noch der Eichelmann gehört, sind jeweils etwa 1000 Weingüter aus allen deutschen Anbaugebieten bewertet. Wer hier gelistet ist, wird zu den oberen zehn Prozent der rund 10.000 deutschen Weinmachern gezählt, spielt also in der Wein-Bundesliga. Knapp 25 Betriebe aus Grünstadt und dem Leiningerland sind in diesen Publikationen vertreten. Selbstbewerbungen sind möglich, aber nicht üblich. In der Regel werden die Betriebe aufgefordert, Kollektionen anzustellen, Tipps kommen von Sommeliers und dem Weinhandel. Für die regionalen Auszeichnungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) müssen die Betriebe sich selbst bewerben, sind bei Erfolg dann quasi in der Wein-Regionalliga angekommen.