Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Was macht eigentlich Sylvia Benzinger?

 Weinkönigin Sylvia Benzinger, hier mit Bürgermeisterin Ingrid Rehg, im Jahr 2004 einen Empfang.
Weinkönigin Sylvia Benzinger, hier mit Bürgermeisterin Ingrid Rehg, im Jahr 2004 einen Empfang.

Sylvia Benzinger-Kugler (damals Benzinger) hat gleich dreimal das Leiningerland repräsentiert. Die Kirchheimerin war 1998/99 Weingräfin des Leiningerlandes, 2004 wurde sie Pfälzische, ein Jahr später Deutsche Weinkönigin. Mit den Schobbegläsern hat sie eine neue Tradition begonnen.

An die Jahre als Weinhoheit denkt Sylvia Benzinger-Kugler noch gerne zurück. Bei vielen Terminen durfte sie Deutschland und die Welt kennenlernen. Angefangen hat jedoch alles im Leiningerland, als Sylvia Benzinger im Jahr 1998 zur Weingräfin des Leiningerlandes gekrönt wurde. „Es wurde über die Gemeinde angefragt. Der Wunsch bei mir war da, jedoch wollte ich erst mein Abitur, also die Schule beenden“, erzählt die heute 42-Jährige. Besonders Reisen in die USA, etwa in die Grünstadter Partnerstadt Bonita Springs, hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Aber auch Treffen mit FCK-Spielern oder Politikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie ein Abendessen mit Fußballlegende Franz Beckenbauer und anderen Personen des öffentlichen Lebens seien spannend gewesen. „Angela Merkel hat menschlich einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen“, erzählt die ehemalige Weinhoheit. Sie sei dankbar für die vielen Momente, die sie ohne die drei Ämter nie hätte erleben können.

Eines wollte Benzinger-Kugler jedoch nie sein und wer ihre Amtszeitzeit verfolgt hat, der kann dies auch bestätigen: nur ein schönes Beiwerk für die Fotos. „Ich wollte mit dem jeweiligen Amt etwas bewirken“, erzählt die Pfälzerin und meint damit, dass sie nicht nur bei Festen Eröffnungsreden halten, sondern die gesamte Region auch touristisch bekannter machen, und das Marketing für den Wein voranbringen wollte.

Ihr selbst hätten ihre Ämter, die aufeinander aufbauten, auch viel gebracht, sagt Benzinger-Kugler. „Es sollte immer eine Weiterentwicklung geben.“ Auch die typische „Dirndl-Zeit“ etwa, also die Jahrzehnte vor ihrer Amtszeit, in denen die Weinhoheiten sich im Dirndl präsentierten, seien damals zu Ende gegangen. Zumindest für die moderne und zeitbewusste junge Frau. Schließlich habe sich der Weinbau auch weiterentwickelt, weiß Benzinger-Kugler.

Die studierte Diplom-Weinbetriebswirtin erinnert sich an viele schöne Momente, wie etwa die Wahlparty mit der tollen Stimmung im Saalbau, als sie für die Jahre 2004/05 die Krone der Pfälzischen Weinkönigin erhielt. „Nun durfte ich noch ein Stück mehr von der Pfalz bis hin zur Südpfalz vertreten und auch kennenlernen“, sagt Benzinger-Kugler. Auch hier seien wieder schöne Reisen, unter anderem nach China, Höhepunkte in ihrem Amtsjahr gewesen.

Der Weg zur Deutschen Weinkönigin war damit auch geebnet. Im Jahr 2005/06 durfte Benzinger-Kugler auch hier die Krone tragen. Dank ihres Großvaters, der die zahlreichen Fotos und Zeitungsausschnitte gesammelt und archiviert hat, kann die ehemalige Weinhoheit heute immer wieder die aufregende Zeit Revue passieren lassen.

Besonders freue sich die Kirchheimerin darüber, dass die Bürger ihrer Heimatgemeinde bei den Wahlen immer mitgefiebert und sich mit ihr gefreut hätten. Auch ihre Eltern hätten sie immer unterstützt. Missen möchte Benzinger-Kugler, die in Heilbronn studiert hat, diese Zeit nicht. „Ich würde es immer wieder machen.“ Nach dem Studium arbeitete Benzinger-Kugler unter anderem in Berlin und im elterlichen Betrieb in Kirchheim.

Mit ihrer Heimat sei sie immer noch sehr verbunden, auch wenn sie nun gemeinsam mit ihrem Mann in der württembergischen Gemeinde Weissach im Tal in der Nähe von Stuttgart wohnt. „Heimweh hat man natürlich schon und es ist immer schön, die Familie und Freunde wieder zu treffen“, erzählt Benzinger-Kugler. Mindestens zweimal im Jahre komme sie in die Pfalz zurück.

Doch nicht nur der Pfalz ist Benzinger-Kugler treu geblieben. Auch die Trinkgewohnheiten der Pfälzer hat sie nicht abgelegt. Sie hat sie sogar mitgenommen: „Ich habe bei uns im Ort die Schobbegläser bei unserem Weinstand auf der Gewerbeschau eingeführt“, erzählt sie. Und was das Thema Wein angeht: Die bereits dreimal gekrönte Weinhoheit ist auch diesem weiterhin mehr als gesonnen. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie einen Getränkehandel – und leitet unter anderem die Weinabteilung.

Sylvia Benzinger-Kugler lebt heute in Baden-Württemberg.
Sylvia Benzinger-Kugler lebt heute in Baden-Württemberg.
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