EISENBERG
Waldschwimmbad: Geheimnis um Andrang gelüftet
Die Saison des laufenden Jahres im Waldschwimmbad Eisenberg ist wegen des launischen Wetters durchwachsen gewesen. Dennoch fanden 49.068 Besucher den Weg in die Freizeit- und Sportstätte. Das sind rund 3000 Besucher mehr als im Vorjahr gewesen. Das Freibad ist 60 Jahre nach seiner Inbetriebnahme auf dem richtigen Weg, noch attraktiver zu werden, wie Stefan Lorentz vom Eisenberger Energieversorgungsunternehmen Keep betont. Die Keep betreibt das Schwimmbad im Auftrag der Verbandsgemeinde.
Während in den Monaten Mai und Juni der Badespaß wegen vieler Regentage buchstäblich fast ins Wasser gefallen ist, überzeugte der Hochsommer. Insgesamt gab es in dieser Saison im Zeitraum von Mai bis Ende August 730 Sonnenstunden (710 im Jahr 2023). Die durchschnittliche Temperatur erhöhte sich leicht von 18,4 Grad im vergangenen Jahr auf 18,5 Grad.
Bademeister Kevin Franck zieht eine durchweg positive Bilanz und spricht von einem regelrechten Boom, insbesondere im Juli und August. Neben den Stammgästen aus der Region kamen diesmal auch viele Besucher aus dem Raum Vorderpfalz, Worms und Bad Kreuznach, vor allem mit familiärem Anhang. Sie nutzten offenbar den Badbesuch als Ferientag und erfreuten sich an den Attraktionen, die hier geboten wurden.
Höhepunkt: Wasserhüpfburg
Natürlich wurde der Zehn-Meter-Turm stark frequentiert. Leider kam der Sprungbetrieb zu Beginn der Saison ins Stocken, denn der Zahn der Zeit hatte eine kleine Auszeit zur Folge. Ein Wasserrohr aus der Bauzeit hatte ein Leck und daher musste das bereits aufbereitete Wasser bis zur Reparatur abgelassen werden. Rechtzeitig, bevor es heiß wurde, war die Instandsetzung aber fertiggestellt.
Ein besonderer Höhepunkt war die große Wasserhüpfburg, die an den wöchentlichen Spielenachmittagen im Schwimmerbecken aufgebaut wurde. Vor allem Kinder und Jugendliche hatten hier ihren Spaß und auch die anderen Badegäste, die am Beckenrand das Treiben beobachteten, hatten Freude. Das Freibad hat sich offenbar als Magnet für junge Familien aus der Region etabliert. „Es scheint, als wäre das Geheimnis um unser Bad endlich ans Licht gekommen“, meint Franck erfreut. „Auf große Resonanz stießen auch die Aqua-Jogging-Termine, die regelmäßig angeboten wurden.“
Schwimmunterricht mit Grundschülern
Montagvormittags bleibt das Bad geschlossen, damit Wartungsarbeiten effizient erfolgen können. Das kommt nicht nur dem sechsköpfigen Personal zugute, sondern auch den Badegästen, die an den anderen Tagen unbeschwert planschen können. Frühschwimmer hatten an zwei Tagen in der Woche bereits ab 7 Uhr die Möglichkeit, ins kühle Nass einzutauchen. Die Nutzer dieses Angebotes – das sind vor allem ältere Stammgäste – wurden beim Drehen ihrer Runden mit Musik begleitet. Während in einigen anderen Freibädern der Region zwischenzeitlich Wachdienste für die Sicherheit sorgen, ist das in Eisenberg bislang kein Thema. „Natürlich können wir die eine oder andere verbale Auseinandersetzung unter den Badegästen nicht verhindern“, sagt Franck. Handgreiflichkeiten kämen aber nicht vor.
Die Schwimmunterrichtsinitiative, die in Zusammenarbeit mit der Pestalozzi-Grundschule und der Grundschule Kerzenheim ins Leben gerufen wurde, ist gut angenommen worden. Mehr als 80 Schüler haben an Schwimmkursen teilgenommen, und viele haben erfolgreich das Seepferdchen abgelegt. „Es ist unser Ziel, dass jedes Kind, das die Grundschule verlässt, schwimmen kann“, betont Franck. Aber auch die 14 Schwimmkurse darüber hinaus für Nachwuchs aus Familien mit Dauerkarte wurden jeweils mit zehn Kindern ab sechs Jahren belegt. Obwohl das Wetter oft nicht gerade einladend gewesen sei, hätten die Jungen und Mädchen tapfer durchgehalten, erinnert sich Franck. In der kommenden Saison sollen die Ramser Grundschüler auch einbezogen werden. Der Bademeister hebt hervor, dass aber grundsätzlich die Eltern gefragt seien, ihren Sprösslingen das Medium Wasser und wie man sich darin bewegt, näher zu bringen.