Grünstadt Von Goldschmied bis Pflanzendoktor
Obwohl schon Tradition am Leininger-Gymnasiums, stand die diesjährige Veranstaltung in einem besonderen Licht. Vergangenen Sommer hat das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz beschlossen, ab Frühjahr 2016 an allen Schulen einen verpflichtenden „Tag der Studien- und Berufsorientierung“ einzuführen.
„Wir gehen davon aus, dass unsere alljährliche Berufsmesse die Anforderung an diesen Tag bereits erfüllt“, sagt Studiendirektorin Heike Näser. Sie ärgert sich darüber, dass dieser „Tag der Studien- und Berufsorientierung“ verpflichtend eingeführt werden soll. „Wenn das Ministerium die dringende Notwendigkeit eines solchen Tages betont, dann vergisst es, welche Hilfestellungen das Leininger-Gymnasium seinen Schülern bereits an die Hand gibt“, betont sie. Seit fast zehn Jahren werde am LG die Berufsmesse für die Klassenstufe neun angeboten, berichtet Oberstudiendirektorin Cornelia Diehl in ihrer Begrüßungsrede. Sie habe sich gewünscht, dass neben dem informativen Aspekt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz komme. Elternbeirat und Schülervertretung haben zu diesem Zweck ein umfangreiches Kuchenbuffet organisiert. Näser erklärt, dass die Schüler sich jeweils 20 Minuten an insgesamt vier Stationen über verschiedene Berufsbilder informieren können. Als Gesprächspartner sitzen ihnen Erwerbstätige gegenüber, die zum Teil selbst am LG ihr Abitur abgelegt haben. Zwei ehemalige Schüler, die nun beim Pharmaunternehmen Roche in der Ausbildung sind, stellen diverse Berufe in den Bereichen Wirtschaft, Naturwissenschaften und Technik vor. Auch die Musikschule Leiningerland, das Kreiskrankenhaus Grünstadt und die RV Bank Rhein-Haardt sind vertreten. „Wir wollen auch Berufe vorstellen, an welche die wenigsten Schüler nach dem Abitur denken“, verrät Heike Näser. So wurde auch dem Goldschmied Tobias Ueberschaer ein Tisch zugeteilt. Er möchte den Schülern nahebringen, dass in seinem Ausbildungsberuf auch Abiturienten sehr gefragt sind. An der Tischgruppe neben ihm sitzt ein Mann, auf dessen Namensschild „Herr Gold“ steht. Im Gegensatz zu seinem Tischnachbarn hat Randall Gold jedoch nichts mit Goldschmiedekunst zu tun. Er vertritt die BASF und stellt den Bereich Phytopathologie vor. Sich selbst bezeichnet er als „Pflanzendoktor“ und hat den Schülern einige seiner „Patienten“ mitgebracht. „Wenn ihr gleich in die erste Gesprächsrunde geht, dann hört nicht nur zu, sondern stellt auch Fragen“, bittet Heike Näser die Schüler. Sie weist daraufhin, dass die Anzahl der Sitzplätze an den einzelnen Tischgruppen begrenzt sind. „Wie ich sehe, stapeln sich am Infostand des Krankenhauses bereits die Interessierten. Wenn die Veranstaltung gleich losgeht, dann informiert euch doch bitte auch über Berufe, die euch momentan noch nicht ansprechen“, fordert sie die Gymnasiasten auf. (cye)