Grünstadt Von Bauernbrot bis Yoga-Kissen

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Die fünfte Auflage des Kunst- und Bauernmarktes anlässlich der Obrigheimer Kerwe lockte am Sonntag mehrere Hundert Besucher in den Ortskern. Um die 80 Aussteller aus nah und fern präsentierten selbst Gefertigtes, stellten eigenes Handwerk vor oder offerierten landestypische Leckereien.

Fast alle der befragten Standbetreiber, darunter auch professionelle Geschäftsbetriebe wie ein Reinigungs- und Neutralseifen-Hersteller oder ein Vertreter von Kochtopf-Sets, zeigten sich am Sonntagnachmittag zufrieden. Ob Yoga-, Rheuma- oder Kirschkernkissen, wärmende Hausschuhe, Schmuck, Pferde-Gel oder Gesundheitsbalsam – Beratung wurde an vielen Ständen großgeschrieben. „Die Nachfrage war sehr gut“, meinte Hobbyschneiderin Gisela Leiner aus Worms-Horchheim, die selbst genähte Tischläufer und waschbare Hand- und Einkaufstaschen anbot. „Vielleicht war es für den Schwarzwälder Schinken aus Bühlertal etwas zu heiß heute“, hieß es am Stand der Firma Metzger aus Hinterweidenthal. Die ausgegebenen Kostproben kamen gut an. „Zufriedenstellend“ nannte die Verkäuferin aus Romelfing /Lothringen das Kundeninteresse für spanisch-katalonische Salami und Schinken. Dass es bei ihm „mittelmäßig“ lief mit dem Verkauf von Korbwaren aus Peddigrohr, liege möglicherweise am etwas abseits gelegenen Standort in einer Seitenstraße, mutmaßte Cornelius Becker aus Eisenberg. „Das ist alles Handarbeit“, berichtete er stolz. Die habe er sich während eines längeren Reha-Aufenthaltes selbst beigebracht. Da er ursprünglich aus Stetten stammt, sei er im Donnersbergkreis etwas bekannter. Mit dabei ist er am 28. August in Dannenfels bei einem ähnlichen Markt wie in Obrigheim, wo er zum zweiten Mal war. Bei der Hunsrücker, genauer Pfalzfelder, Bio-Landbäckerei mit dem wuchtigen gusseisernen, mit Buchenholz befeuerten Holzbackofen auf vier Rädern ging es rund. „Alles ist optimal, der Umsatz super“, so die beiden froh gelaunten Bäcker, die zu den Stamm-Anbietern gehören. Was hat es mit dem auf der Werbetafel angepriesenen „Badehosen- und Bikini -Brot“ auf sich? Der Gag zielte natürlich aufs Wetter ab, dennoch sei die Natursauerteig-Rezeptur kalorienreduziert. Ein Steinofenbrot hat sich auch ein mit den Fahrrädern angereistes Wormser Ehepaar, 26 und 29 Jahre alt, gekauft. Zuvor schoben sie gemütlich die Räder durch die Hauptstraße. Was hat besonders gut gefallen? „Alles ganz nett – am schönsten fanden wir das nostalgische Kinderkarussell am Festplatz“, sagten beide. Das fahrende Vergnügen für die Kleinen stammt aus dem Jahr 1966. Es ist, bis auf ein eingebautes Ersatz-Kinderfahrrad, mit Feuerwehr- und Polizeiauto, Straßenbahn, Roller und Moped noch im Originalzustand, einschließlich eines Salzwasseranlassers (Regler für die Drehungen), wie die Schaustellerfamilie Oliver und Traudel Meyer aus Wiesbaden erzählte. Zwei Frauen aus Mutterstadt, beladen mit französischem Baguette, Käse und neuer Keramik-Gartendeko, fanden die Vielseitigkeit des Marktes lobenswert. „Tolle Stände, lockere Atmosphäre, die Aussteller geben sich viel Mühe.“ Der im Ort wohnenden Familie Haas gefiel alles, auch der große Zuspruch aus dem Umkreis. Ähnlich äußerte sich eine 78-jährige Obrigheimerin: „Das ist doch mal ’was für den Ort. Da kann man nur wünschen, dass die Aussteller zufrieden waren und wiederkommen.“ | gsp

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