Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Chefsessel in den Landtag: Er will für die FDP Lehrpläne reformieren

Freiheit und das Leben selbst gestalten, das ist Götz Rittner wichtig, nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen im Land
Freiheit und das Leben selbst gestalten, das ist Götz Rittner wichtig, nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen im Land.

Götz Rittner will für die FDP im Wahlkreis Bad Dürkheim in den Landtag. Der 57-Jährige setzt auf Individualismus und Chancen, vor allem in drei Bereichen.

„Weniger Staat, mehr Chancen“, dieses Motto vertritt Götz Rittner schon länger. Dabei geht es ihm nicht um Anarchie, sondern Individualität. „Freiheit heißt, das Leben zu gestalten“, sagt der Unternehmensgründer und erklärt damit, warum er vor zehn Jahren in die FDP eingetreten ist. Sie passe am besten zu seiner Haltung, bis heute. Nachdem er nun schon lange im Kreisvorstand der Partei vertreten ist, soll sein Engagement weitere Kreise ziehen: Er bewirbt sich als Direktkandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis Bad Dürkheim.

Von der Pfalz nach Asien

Momentan verbringt der Altleininger noch viel Zeit in seinem Unternehmen, der Kryotherapie-Firma Icebein. Sie stellt Kühlsysteme für Sportler, seit einem Jahr auch für den medizinischen Bereich her. Rittners Unternehmen sitzt zwar in Grünstadt, agiert aber weltweit. Auch er selbst kam schon viel herum: Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr und der Ausbildung als Industriekaufmann studierte er in Augsburg BWL, bevor er wieder in seinen Ausbildungsbetrieb, die BASF, zurückkehrte.

Ab diesem Zeitpunkt hieß es: Welt entdecken, erst Spanien, dann China. In beiden Ländern lebte und arbeitete er mehrere Jahre, seine Kinder kamen im Ausland zur Welt. „Ich habe es geliebt, selbst machen zu dürfen“, sagt Rittner, der schließlich mit seiner Familie in die Heimat zurückkehrte und seitdem Wurzeln schlägt. Doch er ist auch offen für Veränderung: Sollte es mit dem Sitz im Landtag funktionieren, wolle er in seinem Unternehmen einen Geschäftsführer einstellen und sich ganz dem neuen Amt widmen, verspricht er.

Vertrauen in die Politik zurückholen

Doch was verspricht er sich von einem Platz im Landtag? „Ich bin ein Quereinsteiger aus der Wirtschaft, habe drei Kinder, Angestellten-Erfahrung und politische Erfahrung“, zählt er auf. All das mache ihn zu einem „erfrischenden Element“ in der Landespolitik. Und gerade die Direktheit brauche es, ist er überzeugt: „Das Vertrauen in die Politik ist angekratzt, sie muss das zurückholen.“

Darüber hinaus hat sich der begeisterte Hobby-Sportler auch schon einige Themen auf die Fahnen geschrieben, die er in Mainz angehen will. Ganz vorne stehe die Bildung. Laut Rittner ist dieser Bereich „sowas von reformbedürftig“. Damit meint er zum einen die in die Jahre gekommenen Schulgebäude und die fehlenden Lehrer, aber auch den Inhalt. „Die Lehrpläne gehören modernisiert“, sagt er. Beispielsweise brauche es mehr Projektarbeit in Schulen, mehr Wissensvermittlung über soziale Medien und den Eintritt ins Leben. Damit das umsetzbar ist, müsse das Land anders planen: Die Finanzierung von Bildung müsse vorne stehen, nicht ganz am Ende.

Medizinische Versorgung: Spezialkliniken wichtig

Ein weiteres, ihm wichtiges Thema ist die medizinische Versorgung im Land: „Wir brauchen nicht die meisten Kliniken, sondern die besten.“ Krankenhäuser müssten sich spezialisieren, nur die Grundversorgung solle überall erhalten bleiben. Darüber hinaus brauche es mehr Bereitschaft der Kassen, in Prävention statt in Behandlung zu investieren – und mehr Telemedizin.

Darüber hinaus sei ihm wichtig, die Bedingungen für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber attraktiv zu gestalten. „Es sollte keine Polarisierung gegeneinander sein, sondern ein Miteinander“, so seine Haltung. In dem Zusammenhang spricht er auch von der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Über Förderung könnten Migranten im Ausland Deutsch lernen und dann gezielt in integriert werden. Das käme der Wirtschaft zugute.

Weniger Kultur, mehr Sport

Grundsätzlich zeigt sich Rittner lösungsorientiert: „Ich möchte pragmatisch Dinge umsetzen und das mitnehmen nach Mainz.“ Pragmatisch gibt er sich auch, wenn er über sein Privatleben spricht: Im Vordergrund stünden die Familie und der Hund, aber auch der Freundeskreis. Mit ihm sei Rittner regelmäßig auf Weinreisen, um „Schätze im europäischen Ausland“ zu entdecken. Kultur gebe ihm weniger, dafür der Sport. So laufe er beispielsweise beim Weinstraßen-Marathon mit – den Termindruck brauche er, um auf ein Ziel hintrainieren zu können.

Das lässt sich auch auf die Landtagswahl übertragen. Die heiße Phase seiner Partei hat Anfang Februar begonnen. Neben den sozialen Medien nutzt Rittner für den Wahlkampf Flyer, aber genauso den klassischen Haustürwahlkampf. Seine Haltung: „Ich möchte zeigen, dass wir nicht reduziert werden sollten auf schlechte gelaufene Bundestagsthemen, sondern seit Jahrzehnten in unseren kommunalen Gremien präsent sind.“

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