Grünstadt Vier Tore zum Auftakt

GRÜNSTADT (lau). Einen Saisonauftakt nach Maß erwischte Fußball-Landesligist VfR Grünstadt am vergangenen Samstag vor 180 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion: Deutlich mit 4:0 (1:0) gewann die Elf des Trainergespanns Ibrahim Kurt und Fabian Herchenhan gegen das ersatzgeschwächte Team des VfB Bodenheim.
„Mit welcher Formation wird unser Team zur Saisonpremiere wohl antreten“, fragten sich einige VfR-Anhänger und mussten warten, bis Karlheinz Schneider die Startformation der einheimischen Elf über die Stadionlautsprecher bekanntgab. Vier Neulinge standen auf dem Mannschaftsbogen, im Tor der 2,05-Meter-Hüne Martin Gaspar, der eine ausgezeichnete Figur abgab und einen sicheren Rückhalt für sein Team darstellte. In der Innenverteidigung agierten ebenfalls zwei lange Kerls: Uwe Rebholz (VfR Frankenthal), früherer Juniorennationalspieler mit zwei Einsätzen gegen Russland, und Marcel Pauli (SV Bad Dürkheim). Vorweg: Auch beide zeigten als zuverlässige Abwehrstrategen ihre Stärken. Der Vierte im Bunde, der von Beginn an im Sturm agierte, hieß Henrik Weisenborn, in der VfR-Jugend groß geworden und nach Gastspielen bei Wormatia Worms und SV Südwest Ludwigshafen wieder an seine Heimatstätte zurückgekehrt. Der 24-jährige Polizeibeamte meldete sich sofort mit einem Traumtor zum 3:0 (48.) nach sehenswerter Kombination zwischen Florian Frank, Weisenborn, Herchenhan und wiederum Frank zurück. In dieser Reihenfolge spielten die VfR-Youngsters die gegnerische Abwehr schwindelig, Weisenborn zirkelte das Leder genau ins Tordreieck. Doch die Rheinhessen waren kein Fallobst. Ganz im Gegenteil. Bodenheim kämpfte bis zum Schluss und hielt zeitweise auch gut dagegen. Denn nach dem Grünstadter Führungstreffer von Tobias Tobi Fath (14.) – er war in dieser Situation schneller als sein Gegenspieler Dennis Steinbrecher und hob das Leder geschickt aus etwa 20 Metern über den machtlosen Gästekeeper Mareck Dörr – kam Bodenheim plötzlich mächtig auf. So musste sich VfR-Torwart Gaspar extrem lang machen, um einen Kopfball von Dennis Hassemer (33.) und eine Minute danach einen abgefälschten Schuss von Oliver Hoch abzuwehren. In der 37. Minute wäre aber auch er machtlos gewesen, doch da rettete ein VfR-Abwehrakteur auf der Linie. Kaum 60 Sekunden waren nach der Pause gespielt, als Nico Müller von rechts flankte und Herchenhan zum 2:0 per Kopf eiskalt versenkte. Unmittelbar darauf fiel der besagte Treffer zum 3:0. Die Vorentscheidung. Der VfR ließ den Gästen nur noch eine Möglichkeit. Doch Schiedsrichter Sascha Fischer (Landstuhl) sah bei der Aktion ein Foulspiel an Torwart Gaspar und gab den Kopfballtreffer zum Unverständnis des zahlreich mitgereisten Bodenheimer Anhangs nicht. Der Protest schien nicht ganz unberechtigt, zumal sich Gaspar und der gegnerische Stürmer außerhalb des Fünfmeterraumes duellierten. Das war es aber auch dann schon auf Rheinhessen-Seite, Grünstadt bestimmte deutlich das Spielgeschehen und zwei Minuten vor Schluss konnte der überragende Regisseur Herchenhan sich über seinen zweiten Treffer zum 4:0-Endstand freuen. Der Spielertrainer zirkelte das Leder durch eine Lücke in der Gästemauer genau in den Torwinkel. Unhaltbar. „Wir haben vor allen Dingen nach Wiederanpfiff den Gegner zu Fehlern gezwungen, die wir konsequent bestraften“, meinte Trainer Kurt. Für den Saisonauftakt sei er mit der Spielweise seiner Elf und natürlich mit dem klaren Ergebnis sehr zufrieden. Wie VfR-Teamchef Michael Kussmann erklärte, hätten die in der RHEINPFALZ vom 1. August angekündigten Neuzugänge kurzfristig dem VfR den Rücken gekehrt. So sei Danny Bender beruflich als Assistenzarzt in Mainz gebunden, Stevo Vrabac hätte sich für den Oberligisten SVN Zweibrücken entschieden. Am kommenden Mittwoch, 5. August, gastiert der VfR in der Dritten Bitburger-Verbandspokalrunde beim rheinhessischen Bezirksligisten SV Horchheim (18.30 Uhr). (lau) So spielten sie VfR: Martin Gaspar - Stefano Cassola, Marcel Pauli, Uwe Rebholz, Marcel Czekalla - Fabian Herchenhan, Deniz Ali (46. Florian Frank) - Nico Müller, Dennis Lang - Tobias Fath (80. Nexhat Hajra), Henrik Weisenborn (64. Fabrizio Moncada).