Grünstadt Viel trinken und drinnen bleiben

Das kann man jetzt brauchen.
Das kann man jetzt brauchen.

Wir stecken mitten in den Hundstagen, der heißesten Zeit des Jahres. Wie sollen sich Mensch und Tier verhalten, um die Hitze möglichst unbeschadet zu überstehen? Wir haben nachgefragt.

„Am besten eine Reise an den Nordpol buchen“, lautet die nicht ganz ernst gemeinte spontane Antwort von Allgemein- und Sportmediziner Dr. Dirk Schlamp auf die Frage, wie man sich bei der Hitze verhalten sollte. Sein erster Rat lautet denn auch „viel trinken, sich in kühler Umgebung aufhalten“. Wer sich draußen aufhalte, sollte Sonnencreme mit einem hohen Schutzfaktor verwenden. Vor allem Menschen mit Kreislaufproblemen seien gefährdet. Die hohen Temperaturen führen zu Gefäßerweiterungen, da mehr Flüssigkeit zum Kühlen der Haut transportiert werden muss. Das könne zum Absacken des Blutdrucks führen, warnt Schlamp. Sportler sollten es wegen der höheren Ozonbelastung etwas langsamer angehen lassen und möglichst in den Morgenstunden trainieren. „Man soll sich keinesfalls übernehmen“, rät der Sportmediziner. Im Kreiskrankenhaus in Grünstadt herrscht keine besondere Alarmbereitschaft wegen der Hitze, sagt Timo Ries, der stellvertretende Verwaltungsdirektor. „Unsere Innere Abteilung verzeichnet in dieser Zeit jedes Jahr einige Fälle von Dehydrierung, meist bei älteren Menschen.“ Es komme vor, dass gerade sie sich dann noch bei Stürzen verletzten, von einem starken Anstieg der Fälle könne aber nicht gesprochen werden. „Auch jüngere Leute können bei der Hitze Probleme bekommen, meist dann, wenn zu viel in der Sonne gebadet wurde. Einen wirklichen Hitzschlag gibt es aber selten“, so Ries. Das Krankenhaus versuche, den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. „Klimatisiert sind die Operationssäle und die Intensivstation, die Patientenzimmer werden möglichst am Morgen gelüftet, die Fenster geöffnet und während des Tages die Jalousien herabgelassen“, so Ries. Apropos viel Trinken: „Schaffen Sie es noch, genügend Getränkenachschub zu den Kunden zu bringen?“ „Klar, wir sind doch keine Amateure“, sagt Getränkehändler Martin Hepp aus Altleiningen. Sein Team hat derzeit alle Hände voll zu tun, muss vor allem Wasserkisten schleppen. „Es wird viel Mineralwasser nachgefragt, alkoholfreies Weizen liegt im Trend“, sagt Hepp. Wobei selbst in diesen Tagen Bockbier verkauft werde. Säfte seien derzeit weniger gefragt. „Einen Trend zu isotonischen Getränke gibt es auch nicht.“ Wie gehen er und seine Mitarbeiter mit der Hitze um? „Für uns gilt das gleiche wie für alle andern: viel trinken und bei der Hitze öfter mal einen Stopp einlegen. “ Kranke Vierbeiner sollten nicht der Hitze ausgesetzt werden, sagt Daniela Gendrung-Schaffmeister. Die Eisenberger Tierärztin empfiehlt, Spaziergänge mit dem Hund in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen, wenn möglich Wasser mitzuführen. Sollte der Hund tatsächlich einen Hitzschlag erleiden, sollte er mit Wasser gekühlt werden. Katzen suchen sich selbst Schattenplätze und jagen derzeit vorwiegend nachts, um sie müsse sich der Halter kaum kümmern. Wer Gartenvögeln etwas Gutes tun wolle, der sollte den Piepmätzen Trink- und Badmöglichkeiten anbieten.

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