Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel VG-Bürgermeisterwahl: Wie der Wahlkampf sich unterscheidet

Im Wahlkampfmodus: Die Kandidaten Daniel Krauß (linkes Bild) und Frank Rüttger (links im rechten Bild).
Im Wahlkampfmodus: Die Kandidaten Daniel Krauß (linkes Bild) und Frank Rüttger (links im rechten Bild).

Digital unterwegs oder doch eher analog? Die beiden Anwerber klären auf, wie sie im Wahlkampf um den Posten als VG-Bürgermeister vorgegangen sind und worauf ihr Fokus lag.

Mehrere Monate Wahlkampf liegen hinter den beiden Kandidaten fürs Bürgermeisteramt der Verbandsgemeinde Leiningerland. Nun geht es in den Endspurt: In wenigen Tagen, am 15. Juni, dürfen die Bürger in der VG ihre Stimme abgeben.

Daniel Krauß, Kandidat der SPD, hat auf einen Wahlkampf gesetzt, der sowohl digital als auch analog angelegt war. Eine große Rolle spiele dabei Social Media, sagt der 35-Jährige. Unter anderem Firmenbesuche habe er gefilmt, um sie bei einem extra dafür angelegten Account auf Instagram und Facebook hochzuladen. Der private Zugang sollte trotz Wahlkampf privat bleiben. Tiktok wiederum bedient Krauß nicht. „Das wäre ein zu großer Aufwand“, sagt er, „wenn ich etwas mache, dann gescheit.“

Zu seinem Team gehören fünf Leute, wobei jeder feste Aufgaben hatte. Einer kümmerte sich beispielsweise um Öffentlichkeitsarbeit, ein anderer um den Druck der Flyer oder das Einholen von Angeboten. Die Vorbereitungen liefen seit November. Die Kosten für den Wahlkampf liegen im fünfstelligen Bereich, wobei der Großteil durch den Gemeindeverband der SPD finanziert worden sei. Aber auch Spenden und Krauß privater Geldbeutel hätten herhalten müssen.

Wandern und ins Gespräch kommen

Neben Plakaten und Flyern – zum Beispiel einem Ostergruß im Briefkasten – sei es Krauß auch wichtig, selbst präsent zu sein, beispielsweise mit der Reihe „Daniel Krauß bewegt“, zu der auch Wanderungen gehörten. Darüber hinaus setzte er auf Formate wie Informationsabende in den Ortsgemeinden oder auch Erste-Hilfe-Kurse. „Das ist ein Thema, das auch mich betrifft“, sagt er dazu. An Infoständen sei er gewesen, genauso an zahlreichen Haustüren im Leiningerland, um sich persönlich vorzustellen. „Das macht Spaß und es geht auch gut alleine“, so Krauß.

Sein Gegenkandidat, der amtierende VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) hat eigenen Angaben zufolge im Februar mit den Vorbereitungen begonnen. Auch er setzte auf Flyer und klassische Plakate sowie die sozialen Medien. Wie Krauß habe er Instagram und Facebook dafür genutzt. „Vor acht Jahren war es nur Facebook, aber das hat sich verändert“, sagt er. Tiktok wiederum sei schwieriger umzusetzen, weil es andere Formate erfordere, deshalb habe er darauf verzichtet. Bezüglich seines Vorgehens habe Rüttger versucht, in den sozialen Medien lokale Themen zu besetzen und zu zeigen, was die Region an Potenzial zu bieten habe. Dafür habe er ein bis zwei Helfer gehabt.

Fünfstellige Kosten

Insgesamt belaufe sich sein Wahlkampfteam auf fünf bis sechs Leute. Außerdem habe er den Kontakt zu den Vorsitzenden der Ortsverbände genutzt sowie Unterstützung von den Koalitionspartnern FWG und FDP erhalten, die Inhalte über deren Kanäle geteilt hätten. Die Kosten belaufen sich auf einen fünfstelligen Betrag, ähnlich wie bei Krauß. Finanziert wurde der Wahlkampf über Spenden an den CDU-Gemeindeverband, die meisten Kosten musste allerdings Rüttger tragen.

Veranstaltungen gehörten auch zu seinem Programm, wobei er überwiegend Dämmerschoppen gemacht hat. „Das zeigt unsere Lebenskultur und ein Gläschen Wein dabei lockert auf“, so der CDU-Kandidat über den Hintergrund. Sein Ziel sei der Dialog, weniger der Monolog. Vielmehr solle es darum gehen, lokale Themen der Menschen in den Vordergrund zu stellen. Entsprechend wichtig sei ihm ebenfalls der Haustürwahlkampf gewesen, wobei er nicht allen Ortsgemeinden einen Besuch abgestattet habe. Dahinter stecke der Wunsch, die Themen der Menschen zu hören, denn um die gehe es letztlich.

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