Meinung
VG-Bürgermeisterwahl: Bürger setzen klares Zeichen
Es war ein Duell zweier Männer, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite Daniel Krauß, ein Anpacker, dem es manchmal gar nicht schnell genug gehen kann, der auf Bürgernähe setzte, auf Digitalisierung und die Haltung „andersmachen“. Auf der anderen Seite Frank Rüttger, ein Vermittler, der die Paragrafen kennt, in seiner Art besonnen ist und sich klar von seinen Vorgängern abgegrenzt hat, aber seine Richtung weiter verfolgen will.
Bürger äußern Kritik an der Wahlurne
Doch die Bürger im Leiningerland wollten kein „weiter so“. Mit ihrer Entscheidung, den amtierenden Bürgermeister abzuwählen, setzen sie ein klares Zeichen. Sie fordern Veränderung in der Verbandsgemeinde. Rüttger hatte sieben Jahre Zeit, sich zu beweisen und mit seiner Arbeit zu überzeugen. Das hat er offenbar nicht geschafft, und das ist in mancherlei Hinsicht verständlich: Einiges stockt, immer wieder sind unzufriedene Stimmen zu hören, weil Rüttger dazu neigt, sich lieber doppelt abzusichern statt zu handeln. Vielen war Rüttgers Vorgehen zu vorsichtig und langsam.
Krauß wiederum hat genau damit Wahlkampf gemacht: Er wolle das Tempo erhöhen und mehr tun als warten. Die große Frage ist, ob der baldige VG-Chef auch liefern kann. Denn obwohl es sicherlich nicht schadet, mehr auf die Tube zu drücken, gibt es bürokratische Fesseln, die den Rahmen vorgeben. Es bleibt also abzuwarten, ob Krauß seine Versprechen halten und diese Fesseln etwas lockern kann. Die Bürger geben ihm auf jeden Fall die Chance dazu.