Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel VfR Grünstadt mit dem letzten Aufgebot

Ersatzgeschwächt: Der VfR Grünstadt spielt am Wochenende gegen die TSG Jockgrim.
Ersatzgeschwächt: Der VfR Grünstadt spielt am Wochenende gegen die TSG Jockgrim.

Zum fünften Spieltag der Landesliga Ost empfängt der VfR Grünstadt die TSG Jockgrim. Der Traditionsclub aus der Grafenstadt hat kurz vor Wechselschluss am vergangenen Dienstagabend nochmals zugeschlagen und einen neuen Akteur verpflichtet.

Mit Marcel Meinen wechselt ein Vollblutstürmer vom westpfälzischen Verbandsligisten TuS Steinbach nach Grünstadt. Der 24-jährige Angreifer unterschrieb einen Amateurvertrag und ist sofort spielberechtigt. Der in Kaiserslautern lebende Goalgetter, er absolviert derzeit eine Ausbildung zum Sozialbetreuer, wurde in der Jugend der TSG Kaiserslautern ausgebildet, spielte zwei Jahre in der Bezirksliga für den FV Weilerbach, ehe er letzte Saison in die Landesliga nach Steinbach wechselte. Dort wurde er Torschützenkönig, erzielte 29 Treffer für den Landesligisten und Aufsteiger in die Verbandsliga (zum Vergleich: der Zweite in der Torjägerliste ist Timo Mangold von VfR Kaiserslautern mit 22 Toren).

In den zwei Jahren zuvor bei Weilerbach schaffte es der Lauterer auf insgesamt 50 Tore in der Bezirksliga. Er sei am Dienstag im ersten Training von der Mannschaft sehr gut aufgenommen worden und von beiden Coachs, Nico Müller und Romina Konrad, begeistert. „Deren Trainingssystematik, Methodik und Ausführung sind schon beachtlich; da werden nicht nur Spielchen gemacht, sondern man merkt deutlich, dass beide Übungsleiter außergewöhnlich und hochqualifiziert sind“, ließ der schnelle, kopfballstarke und schussgewaltige Instinktfußballer erkennen. Er freue sich daher schon auf einen möglichen Einsatz gegen die TSG Jockgrim am Samstag. Anpfiff ist um 16 Uhr.

Die Südpfälzer haben am vergangenen Dienstag in einer Nachholbegegnung im eigenen Stadion gegen den Neuling FG 08 Mutterstadt eine empfindliche 0:3-Heimschlappe erlitten und werden daher alles Mögliche bei den Rasenspielern versuchen. „Wir fahren natürlich in das Leiningerland, um zu punkten“, ließ gestern Vormittag ein wegen dieser Heimniederlage enttäuschter Co-Spielertrainer Nico Pfrengle wissen. Die Heimpleite gegen Mutterstadt entspräche in der Höhe keineswegs dem Spielverlauf und sei wirklich vermeidbar gewesen. Der 32-jährige schussstarke Mittelfeldregisseur, nach der Jugend bei Jockgrim spielte Pfrengle beim FCK in den U17- und U19-Teams in der Bundesliga, 2011/12 beim FCK-Regionalligisten und eine Saison später in der Zweiten von FSV Mainz 05, ehe er über den Oberligisten SC Hauenstein 2014 wieder zu seinem Heimatverein zurückkehrte, fällt allerdings in Grünstadt verletzt aus. Im Pokalderby zu Hause gegen Billigheim-Ingenheim (0:1) Anfang August fiel der Südpfälzer kurz vor Schluss auf den Kopf und zog sich eine schwere Halswirbelverletzung zu, die bis heute nicht auskuriert sei. Neben ihm fehle noch verletzt Mittelfeldakteur Marco Wünstel (ehemaliger Verbandsliga-Akteur bei Viktoria Herxheim und FSV Offenbach). Ansonsten seien alle Südpfälzer an Bord.

Jockgrims Chefcoach Martin Kremer sieht den VfR Grünstadt („Es gab zwischen uns immer packende Duelle“) unter den ersten fünf Teams, spricht von einer sehr starken Truppe, die mit Nico Müller einen qualifizierten A-Lizenz-Trainer habe. Der 42-jährige Projektleiter: „Ich war begeistert, als ich hörte, dass mit Romina Konrad eine weitere A-Lizenz-Inhaberin als Co-Trainerin verpflichtet wurde. Mit ihr habe ich vor wenigen Jahren in der badischen Sportschule Schöneck in Durlach bei Karlsruhe die Trainer-B-Lizenz erworben. Da freue ich mich nun auf ein Wiedersehen, Romy ist eine außergewöhnliche sympathische Fußballerin.“

Keine einfache Aufgabe kommt auf das VfR-Trainer-Duo Müller/Konrad zu, zumal sieben Stammspieler gegen Jockgrim ausfallen. Beim Traditionsclub scheint nicht nur der Verletzungs-, sondern ebenso der Urlaubsvirus ausgebrochen. Müller: „Ich hoffe, dass in vierzehn Tagen die Urlaubszeit vorbei ist, denn sonst weiß ich nicht mehr, wie wir das personell überstehen sollen.“ Yannick Krist, Jakob Pollok, Lars Dößereck und Omer Beker sind in Urlaub, Marius Maurer, Mo Mghames und Erik Tuttobene fallen verletzt aus. Ob Torwart Fabian Niemann auflaufen könne, stünde noch nicht fest; eventuell fällt nämlich auch der 21-jährige Keeper aus berufsbedingten Gründen aus. Müller ist froh, wenn das Spiel gegen Jockgrim vorüber ist, dann geht es gegen das Spitzenteam des Oberligisten SV Gonsenheim im Verbandspokal (Mittwoch, 4. September, 19 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion), was keineswegs vordergründig sei. Gonsenheim verpasste als Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in der letzten Saison hauchdünn den Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

Wichtig sei daher, dass nach Jockgrim erst wieder in 14 Tagen ein Meisterschaftsspiel, nämlich am Freitag, 13. September gegen den Ludwigshafener SC (19.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion), anstünde. „Bis dahin sind hoffentlich alle Urlauber und Verletzten wieder zurück“, so Müller. Eventuell müsse er gegen die Südpfälzer auf Akteure aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen. Der Chefcoach: „Natürlich wollen wir auch mit diesem letzten Aufgebot gewinnen und unsere Erfolgsserie fortsetzen. Ein Licht am Ende des Tunnels sehen Romy und ich wirklich in zwei Wochen.“

Die Begegnung steht unter der Leitung von Oberliga-Schiedsrichter Frederic Kaufmann (Nierstein). Vor diesem Duell stehen sich zwei vereinseigene E-Jugend-Teams, die danach mit den Aktiven beider Mannschaften Hand in Hand einlaufen werden, im Vorspiel gegenüber. Der Grünstadter Traditionsverein, der alle Jugendklassen, einige sogar mit mehreren Teams besetzt hat, will unter seinem Jugendleiter Bernhard Krafczyk damit auf seine gute Jugendarbeit in der VfR-Familie aufmerksam machen.

Angreifer Marcel Meinen kommt aus Steinbach nach Grünstadt.
Angreifer Marcel Meinen kommt aus Steinbach nach Grünstadt.
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