Grünstadt VfR Grünstadt II zieht ins Pokalfinale ein

LUDWIGSHAFEN/GRÜNSTADT. Es war ein typischer Pokalfight, zeitweise ein Kampf auf Biegen und Brechen, in dem sich die Akteure hüben wie drüben nichts schenkten. In einem aber dennoch fairen Spiel siegte der klassenhöhere VfR Grünstadt II am Mittwochabend gegen die C-Klasse-Elf des Eisenbahner Sportvereins (ESC) Ludwigshafen mit 2:1 (0:1). Gleichzeitig verlor der A-Klasse-Vertreter DJK Eppstein im zweiten Halbfinale beim C-Klasse-Club von MTSV Beindersheim überraschend mit 0:1. So stehen sich nun im Kreispokalfinale am Donnerstag, 5. Mai, auf neutralem Feld in Lambsheim der VfR Grünstadt II und der MTSV Beindersheim gegenüber.
Unter der bis auf wenige Ausnahmen guten Leitung von Verbandsliga-Referee Tom Bauer (Neuhofen) wäre den von Trainer Raschid Belakoute sehr gut eingestellten Gastgebern beinahe eine ähnliche Überraschung geglückt, wie Beindersheim. Zwar erspielte sich der A-Ligist unter Trainer Oliver Müller durch Larry Masekla (10./18.) und Timo Siegmeier (16.) einige Hochkaräter und der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit, doch plötzlich kamen die Platzherren auf schwierigen Hartplatzverhältnissen immer besser ins Spiel. So konnte Keeper Mischa Mayer, der für den verletzten Thomas Siegmeier im Tor stand, gerade noch im letzten Moment mit Fußabwehr vor dem wieselflinken Kenan Tuncel klären (24.). Begünstigt durch Grünstadter Leichtsinnigkeit erzielten die Gastgeber schließlich durch Adilson Kuanga die keineswegs überraschende Führung (31.). Der Treffer fiel allerdings auch infolge mangelnder Cleverness. Nach einem Tackling im Strafraum blieb VfR-Außenverteidiger Moritz Botzner zunächst auf dem Boden liegen, stieg aber ausgerechnet auf, als der genannte Torschütze an den Ball kam. Der Unparteiische hatte zu Recht keinen Grund, das Spiel zu unterbrechen, obwohl die Pfeife bereits zwischen seinen Lippen klemmte. Fünf Minuten davor verletzte sich Steven Bechtel, der mit Florian Töpfl vor der Vierer-Abwehrkette die Rolle des klassischen Sechsers gut zelebrierte, so schwer, dass er mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ins städtische Klinikum eingeliefert werden musste. Für ihn kam Sebastian Schneider, der eine starke Leistung bot. Unmittelbar nach Wiederbeginn gelang nach präzisem Pass von Siegmeier ausgerechnet Schneider der verdiente Ausgleich (47.). Wiederum Siegmeier hatte zwei Minuten danach die Führung auf dem Fuß, als er aus aussichtsreicher Position das Leder direkt in die Arme von ESV-Schlussmann Kayhan Findikoglu schoss. Das musste ein Tor sein. Unter den Augen vom Fußball-Kreisvorsitzenden und Landesliga-Klassenleiter Peter Schackewitsch (Carlsberg) gab es danach eine unglückliche Szene im VfR-Strafraum, als das Leder Michael Bechtel an die Hand sprang. Den Strafstoß von Mehmet Kacar parierte VfR-Schlussmann Mischa Mayer reaktionsschnell mit dem Fuß, der Schütze schien vor Enttäuschung im Boden zu versinken, war kaum zu trösten (55.). Langsam schwanden bei den Platzherren die Kräfte, der VfR setzte Angriff auf Angriff und Bechtel (59.) sowie Siegmeier (68.) vergaben beste Möglichkeiten. Herrlich herausgespielt war der Kopfballtreffer von Masekla (77.), doch der Linienrichter sah Abseits. Zum Haare-Raufen. Als Siegmeier von ESV-Senior Ralf Leipold, der 41-Jährige musste kurz vor Ende wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Platz, im Strafraum leicht touchiert wurde, gab es Strafstoß (85.), eine zweifelhafte Entscheidung des Unparteiischen. Diese Chance ließ sich Sven Fiedler nicht entgehen – 2:1. Nach dem Spiel konnten die Gastgeber einem leidtun, hatten sie doch erfolglos dem klassenhöheren A-Klasse-Team alles abverlangt. Dagegen führten die Rasenspieler Freudentänze auf, sangen lautstark. Sehr fair reagierten übrigens beide Trainer, in dem sie ihre Mannschaften mit keinen Feldspielern aus ihrer ersten Garnitur verstärkten. VfR-Coach Müller freute sich nach der Begegnung und meinte, die Zuschauer hätten einen tollen Pokalkampf erlebt, „den wir mit etwas Glück für uns entscheiden konnten.“ Ludwigshafen habe seine Elf sehr gefordert und sich keineswegs versteckt „Die haben uns zeitweise in so manche Bredouille gebracht“, zollte Müller Respekt. Mit der Leistung des Schiedsrichters sei er zufrieden gewesen, jedoch nicht mit denen der Assistenten. Müller: „Mindestens zweimal wurde bei uns zu Unrecht Abseits angezeigt; scheinbar waren meine Stürmer für die Linienrichter zu schnell.“ So spielten sie VfR Grünstadt: Mayer – Botzner, Borgel, Fiedler, Staiber – Töpfl, Bechtel (32. Schneider, 87. Liedtke) – Siegmeier, Ferraris, Masekla – Bechtel. (lau)