CARLSBERG
Vertreter der Senioren ernannt
Ein paar Jahre lang hatte das größte Dorf in der Verbandsgemeinde Leiningerland keine Seniorenvertretung mehr. Es fehlte auch eine Anlaufstelle explizit für die ältere Generation. Da bereits heute rund ein Drittel der Einwohner ihren 60. Geburtstag hinter sich haben, war man in den vergangenen Jahren bemüht, Abhilfe zu schaffen. Jetzt konnten drei Seniorenbeauftragte ernannt werden.
Genau drei Personen gekommen
Auf eine Umfrage hinsichtlich des Bedarfs waren 2021 kaum Rückmeldungen erfolgt, wie Beigeordnete Katrin Kranhold (CDU) am Mittwochabend dem Gemeinderat berichtete. Man habe sich aber nicht entmutigen lassen und im April 2022 zu einem offenen Nachmittag für Senioren eingeladen. „Dort haben sich dann spontan zwei Herren und eine Dame bereiterklärt, Vertreter und Ansprechpartner für die Generation Ü60 zu sein“, nannte Kranhold Anna Maria Würtz, Bodo Wendel und Alfons Müller.
Valentin Hoffmann (SPD) fragte nach der Resonanz auf die Veranstaltung im April und Kranhold musste einräumen: „Es kamen genau die drei Personen.“ Auch wenn das Interesse an einem Sprachrohr für ältere Menschen offensichtlich nicht sehr groß sei, wolle sie das Engagement der drei gern unterstützen, sagte die Beigeordnete und empfahl deren Ernennung. Die Seniorenbeauftragten arbeiteten ehrenamtlich und unparteiisch. Sie übernähmen eine Art Lotsenfunktion bei Beratungs- und Informationsbedarf.
Wertvolle Multiplikatoren
Darüber hinaus wirkten sie an der Organisation von Aktivitäten und Angeboten mit, die den Bedürfnissen der älteren Bürger entsprächen. „Mit der offiziellen Ernennung hätten wir wertvolle Multiplikatoren, welche zu einer erfolgreichen Seniorenarbeit vor Ort maßgeblich beitragen könnten“, so Kranhold. Die Beauftragten setzten sich für die Belange der Generation Ü60 ein und verträten diese auch gegenüber der Ortsgemeinde und der Verwaltung. Andererseits sollten sie frühzeitig in die politische Entscheidungsfindung eingebunden werden.
Stephan Schenk (SPD) sagte: „Wir sollten die Beauftragten stets zu den Sitzungen des Sozial-, Kultur- und Tourismusausschusses einladen.“ Das sahen die übrigen Ratsmitglieder ebenso. Anzustreben sei zudem eine enge Zusammenarbeit mit anderen Seniorenvertretungen aus der Region. Bodo Wendel sprach gleich an, was noch unbedingt getan werden sollte: Das Budget für Seniorenarbeit erhöhen. Im Haushaltsplan 2022 sind dafür an Freiwilligen Leistungen genau 2720 Euro vorgesehen. „Das sind 2,31 Euro pro Person, denn wir haben aktuell 1175 Einwohner, die zwischen 60 und 99 Jahre alt sind“, sagte Wendel, studierter Betriebswirt, der viele Jahre in leitender Position tätig sowie kommunalpolitisch bis hin zur Kreisebene aktiv war.
Alte sollen sich wohlfühlen
Gesundheit im Alter, viele rechtliche und soziale Fragen seien Themen, die die Senioren beschäftigten, meinte er. Alfons Müller (78), gelernter Industriekaufmann, der beruflich auch Führungsaufgaben übernommen hatte und sich seit Jahrzehnten im kulturellen Bereich stark engagiert, formulierte sein Anliegen so: „Ich möchte eine Gemeinschaft schaffen, in der sich die Alten wohlfühlen, nach dem Motto: Freut euch des Lebens, solange das Lämpchen noch glüht.“ Einstimmig wurden er, Wendel und Würtz zu Seniorenbeauftragten ernannt.