Grünstadt „Versagen an Konzernspitze“

Placeholder-Image

Mit Verwunderung hat die IG Metall auf die Personalabbaupläne des Autozulieferers Adient im Technischen Zentrum Kaiserslautern reagiert. Aufgrund der vielen geplanten Stellenstreichungen sei das Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufzunehmen, betonte Alexander Ulrich, der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall.

Der Autositzehersteller will in seinem Technischen Entwicklungszentrum 74 der 570 Stellen streichen. Das hat die Geschäftsführung dem Betriebsrat am Montag mitgeteilt. Insgesamt sollen sogar 100 Stellen abgebaut werden, denn auch Leiharbeiterstellen stehen vor dem Aus. Adient macht eine zurückgehende Nachfrage nach Engineering-Dienstleistungen für den Stellenabbau geltend, der bundesweit rund 200 der 5900 Arbeitsplätze betrifft. Der Betriebsrat des Technischen Entwicklungszentrums kündigte Widerstand gegen die Pläne an. Der Produktionsstandort in Rockenhausen mit knapp über 1000 Mitarbeitern sei von den Streichungsplänen der Unternehmensführung nicht betroffen, sagte eine Adient-Sprecherin. Die IG Metall erklärte zur Lage von Adient, das Unternehmen befinde sich offenkundig in einer schwierigen Lage. „Ein dramatisch sinkender Aktienkurs, eine fehlende Unternehmensstrategie, ein Managementversagen an der Konzernspitze und ein Führungsproblem am Standort Kaiserslautern sind Ausdruck dessen. So wurde zum Jahreswechsel auch ein Geschäftsführer von Adient Kaiserslautern gefeuert“, erklärte Ulrich. Einmal mehr sollten die Mitarbeiter für dieses Missmanagement die Verantwortung übernehmen. Der Zweite Bevollmächtigte betonte, die IG Metall unterstütze den Betriebsrat, Alternativen zum Stellenabbau aufzuzeigen. Die IG Metall stehe in engem Kontakt mit den Entwicklungsstandorten von Adient in Solingen und Burscheid und der dortigen IG Metall. „Wir kämpfen gemeinsam um jeden Arbeitsplatz, lassen uns nicht gegeneinander ausspielen und wollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Dazu gehört, mit Kurzarbeit und den tarifvertraglichen Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung Zeit für eine Zukunftssicherung des Standortes Kaiserslautern zu gewinnen“, so Ulrich.

x