Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Umfrage zur VG-Bürgermeisterwahl: Er liegt vorne

Frank Rüttger kennen viele Bürger im Leiningerland. Bei Daniel Krauß ist noch Luft nach oben.
Frank Rüttger kennen viele Bürger im Leiningerland. Bei Daniel Krauß ist noch Luft nach oben.

Die Verbandsgemeinde Leiningerland wählt am 15. Juni einen neuen Bürgermeister. Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zeigen, wer wie punktet.

Frank Rüttger (CDU) ist amtierender Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland. Hat er dadurch als Kandidat einen Vorteil?
Laut Umfrage lautet die klare Antwort: ja. Die Zahlen des Mannheimer Instituts für Communication- & Marketing-Research belegen, dass 87 Prozent der Befragten Frank Rüttger kennen. Auch seine Arbeit können 82 Prozent bewerten. Sie haben also zumindest einen Eindruck vom CDU-Mann. Sein einziger Gegenkandidat Daniel Krauß (SPD) – Fraktionssprecher seiner Fraktion im Verbandsgemeinderat und seit sechs Jahren Ortsbürgermeister von Kleinkarlbach – hat genau hier offenbar zu kämpfen: Zwar kennen ihn 70 Prozent der Befragten, aber nur 44 Prozent fühlen sich in der Lage, über seine kommunalpolitische Arbeit ein Urteil abzugeben.

Wie fällt das Urteil denn aus?
In der Benotung liegt Krauß vorne: Im Durchschnitt erhält er eine 2,5. Rüttger hingegen bekommt eine 3,0. Dessen Quote an schlechten Noten ist auch höher als bei Krauß. Nur jeweils ein Prozent geben diesem ein mangelhaft oder ungenügend, bei Rüttger sind es jeweils vier Prozent. Allerdings spielt hier der Faktor Bekanntheit hinein, denn deutlich mehr Menschen haben dem amtierenden VG-Chef überhaupt Noten gegeben. Für 56 Prozent der Befragten ist Krauß’ kommunalpolitische Arbeit schlicht nicht greifbar.

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Wenn es um Eigenschaften geht, die ein Bürgermeister mitbringen soll: Wie schneiden die Kandidaten hier in der Bevölkerung ab?
Auch hier liegt Rüttger in allen Bereichen vorne, vor allem bei der fachlichen Kompetenz (60 Prozent) und der Führungsstärke (48 Prozent). Da die Umfrage des Instituts repräsentativ ist, die Ergebnisse also aussagekräftige Rückschlüsse auf die Haltung aller Wahlberechtigten in der VG Leiningerland liefern, hat Krauß hier bislang offenbar weniger Menschen von sich überzeugt: Nur 39 Prozent halten ihn für fachlich kompetent, 29 Prozent für führungsstark. Besser schneidet er bei den zwischenmenschlichen Charaktereigenschaften ab, auch wenn Rüttger da ebenfalls vorne liegt: 38 Prozent der Befragten halten Krauß für empathisch und bürgernah, 50 Prozent denken das über Rüttger. Der Gegenkandidat holt aber bei der Sympathie auf: Mit 46 Prozent trennen ihn nur neun Prozentpunkte vom derzeitigen Rathauschef, der hier 55 Prozent holt.

Heißt das, Rüttger liegt auch in der Wählergunst vorne?
Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts legt das nahe: 47 Prozent der Befragten würden sich für Rüttger entscheiden, wenn schon jetzt die Wahl anstünde, 32 Prozent würden ihre Stimme Krauß geben. Allerdings wissen auch 21 Prozent der Befragten noch nicht, bei welchem Namen sie ihr Kreuz setzen werden.

Was können die beiden Kandidaten für den Endspurt des Wahlkampfs mitnehmen?
Vor Krauß liegt in den nächsten drei Wochen noch Arbeit, denn die Ergebnisse zeigen, dass er mehrere Baustellen hat. Am wichtigsten ist wohl, die Bekanntheit deutlich zu steigern und den Menschen seine Arbeit, seine bisherigen Leistungen und Inhalte näher zu bringen. Laut Werner Dieing, Chef des CMR-Instituts, empfiehlt es sich für Krauß außerdem, die eigenen Qualitäten zu betonen. Das heißt: auf Sympathie und Bürgernähe setzen. Hier kommt er am nächsten an Rüttger heran. Dieser wiederum könnte sich auch mehr auf die Eigenschaften besinnen, mit denen er überzeugt hat, also Führungsstärke und fachliche Kompetenz. Darüber hinaus punkte er bereits ordentlich, was er für sich nutzen könne, um unentschlossene Wähler zu überzeugen, so Dieing. Außerdem rät dieser dazu, aufgrund der schlechten Noten, die er von acht Prozent der Befragten erhalten hat, eine Strategie gegen Kritik und Unzufriedenheit zu entwickeln.

Was bedeutet die Umfrage für die Wahl am 15. Juni?
Auch wenn sie repräsentativ ist, handelt es sich um eine Momentaufnahme. Da noch etwa ein Fünftel der Wähler unentschlossen ist, für wen sie stimmen werden, und die vermeintlich Entschlossenen womöglich noch ihre Meinung ändern, kann das Ergebnis in zwei Wochen anders aussehen.

Zur Methodik

Das Meinungsforschungsinstitut CMR hat im Auftrag der RHEINPFALZ in den vergangenen Tagen 500 wahlberechtigte Bürger – eine für solche Umfragen gängige Größe – aus dem Leiningerland übers Festnetztelefon befragt. Ausgewählt wurden die sie nach dem Zufallsprinzip. Da vor allem im ländlichen Raum auch viele jüngere Leute nach wie vor über Festnetz erreichbar sind, sei die Abdeckung hoch genug, um repräsentative Ergebnisse zu bekommen, so CMR-Chef Werner Dieing.

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