Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Umbau-Plan für wichtige Straßenverbindung: Weniger Platz für Autos und Laster

Hier wird nicht nur die Vorfahrtsregel angepasst: Kreuzung des Kreuzerwegs mit der Richard-Wagner- und der Otto-Fliesen-Straße.
Hier wird nicht nur die Vorfahrtsregel angepasst: Kreuzung des Kreuzerwegs mit der Richard-Wagner- und der Otto-Fliesen-Straße.

Eine wichtige Verbindung zwischen Grünstadter Hauptverkehrsachsen soll ab 2026 etwa zwölf Monate lang saniert werden. Hinterher bleibt weniger Raum für Autos und Lastwagen. Ein Problem beim Umbau: Unterm Asphalt schlummert Gift.

In welchem Zustand sind die Otto-Fliesen- und die Richard-Wagner-Straße in Grünstadt?
Der Befund der Stadtverwaltung ist eindeutig: Der bestehende Straßenaufbau sei „nicht tragfähig“ und „weist keine ausreichende Frostsicherheit auf“. Also steht ein „Vollausbau“ an. Das bedeutet: Es wird mehr als einen halben Meter weit in die Tiefe gegraben. Auf erneuertem Untergrund entsteht dann eine Fahrbahn, die auch dem Schwerlastverkehr gewachsen ist. Zwar führt die Strecke durch Wohngebiete. Aber sie dient auch als Querverbindung für Durchgangsverkehr: Über sie fährt zum Beispiel, wer aus Richtung Sausenheim kommt und dann über die Kirchheimer Straße zur A6 will.

Wie werden die Straßen dabei verändert?
Weil Richard-Wagner- und Otto-Fliesen-Straße ohnehin Einbahnstraßen sind, soll ihre Fahrbahnbreite auf etwa 3,50 Meter verringert werden. Damit bleibt genügend Platz, um auf einer Seite jeweils einen 1,50 Meter breiten Geh- sowie einen ebenso großen Radweg anzulegen. Er schließt im Westen an einen vorhandenen Radweg in der Sausenheimer Straße an. Am östlichen Ende der Strecke werden die Radfahrer in Höhe des Leininger-Centers wieder auf die Straße geschickt, weil es in der Kirchheimer Straße für sie bislang ohnehin keine eigene Trasse gibt.

Wie hängt das alles mit der geplanten Fahrradstraße zusammen?
Zur ersten Grünstadter Fahrradstraße soll der Kreuzerweg werden. Er quert die Sanierungstrasse am Übergang von Richard-Wagner zur Otto-Fliesen-Straße und wird dort künftig die Vorfahrtsstraße sein. Neben Schildern sollen das dann auch Markierungen und eine Fahrbahn-Anhebung deutlich machen. Außerdem wird es neben den getrennten Fußgänger- und Fahrradfahrer-Spuren auf der einen Straßenseite einen kombinierten Fuß-Radweg auf anderen geben, damit der Kindergarten sowie der Dekan-Ernst-Schule beidseitig an die Fahrradstraße angebunden sind.

Wie werden Autofahrer gebremst?
Damit Autos und Lastwagen langsamer fahren, will die Verwaltung Hindernisse einbauen: „Um die gefahrenen Geschwindigkeiten zu verringern, werden gezielte Straßenverschwenkungen eingebaut.“ Außerdem wird die Bushaltestelle an der Dekan-Ernst-Schule umgestaltet. Bislang gibt es dort eine eigene Haltebucht, künftig sollen die Busse auf der Fahrbahn halten. Auto- oder Lastwagenfahrer müssen sich dann hinten anstellen und gedulden: Zum Überholen reicht der Platz nicht mehr.

Gehen Parkmöglichkeiten verloren?
Geparkt werden kann laut Verwaltung künftig nur noch auf eigens dafür vorgesehenen Flächen. Von denen soll es ein paar mehr im Bereich der Dekan-Ernst-Schule geben, weil dort die Busbucht verschwindet. Allerdings könnten sie dem Konzept zufolge als Elternhaltezonen reserviert werden.

Wie ist der Zeitplan?
Ein städtisches Straßen-Instandhaltungskonzept aus dem Jahr 2023 sah vor, dass Otto-Fliesen- und Richard-Wagner-Straße getrennt voneinander saniert werden. Mittlerweile meint die Verwaltung: Es geht schneller und günstiger, wenn beide Straßen auf einmal gemacht werden. Also soll bis zum Sommer 2025 die Planung abgeschlossen sein. Im Frühjahr 2026 könnten dann die Bagger anrollen. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich zwölf Monate lang hinziehen und in zwei bis vier Einzel-Abschnitten erledigt werden.

Was kostet das und wer zahlt?
Ingenieure arbeiten gerade noch an der Kostenberechnung, im städtischen Haushalt für die Jahre 2025 und 2026 werden gut drei Millionen Euro bereitgestellt. Allerdings werden 65 Prozent der Kosten ohnehin auf die Anlieger umgelegt. Außerdem hofft die Stadt auf Fördergelder.

Zeichnen sich schon Komplikationen ab?
Unterm Asphalt der Richard-Wagner- und der Otto-Fliesen-Straße schlummern laut Stadtverwaltung Giftstoffe: Der Unterbau ist mit Quecksilber und Blei belastet. Nach Angaben der Fachleute tritt dieses Problem regelmäßig bei älteren Straßen auf. Die Folge: Beim Aufgraben muss unter Umständen mit besonderen Schutzvorkehrungen gearbeitet werden, und der Schutt ist als Sondermüll zu entsorgen. Wie aufwendig und mithin wie teuer das in diesem Fall wird, ist aber noch offen: Es stehen genauere Untersuchungen des Materials aus.

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