Bockenheim RHEINPFALZ Plus Artikel TSV Bockenheim baut Kinderturnen aus – mit großem Zulauf

Die 33-jährige Lisa Schulz mit einigen ihrer Schützlinge. Seit Januar hat sie 75 Kinder für den TSV Bockenheim gewinnen können.
Die 33-jährige Lisa Schulz mit einigen ihrer Schützlinge. Seit Januar hat sie 75 Kinder für den TSV Bockenheim gewinnen können.

Beim TSV Bockenheim gibt es seit Kurzem Turngruppen für Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter. Die 33-jährige Initiatorin hat selbst Turnerfahrung.

Es wuselt überall – die Schulturnhalle in Bockenheim ist voll mit Kindern von vier bis sechs Jahren, die reihum an den aufgebauten Geräten wie Schwebebalken, Pferd und Kasten begeistert Übungen machen und kleine Laufspielchen absolvieren. Dabei werden sie angeleitet und unterstützt von der helfenden Hand einer ehrenamtlichen Helferin. Das war nicht immer so.

Die 33-jährige Lisa Schulz aus Bockenheim hat seit Januar 75 aktive Kinder für den TSV Bockenheim gewinnen können, die dort regelmäßig turnen. Im Angebot sind zwei Eltern-Kind-Gruppen für Kinder ab 18 Monaten bis vier Jahren – dort gibt es derzeit 35 Kinder, die von zwei Trainerinnen in der 45-Minuten-Turnstunde betreut werden. Darüber hinaus kann noch das Kinderturnen für Sprösslinge ab vier Jahren bis zum Schuleintritt besucht werden. In dieser Gruppe betreuen drei Trainerinnen die Kinder in der 60-Minuten-Turnstunde und schließlich die der Schulkinder ab der ersten Klasse. Die dazugehörigen 20 Kinder werden von drei Trainerinnen 90 Minuten lang betreut. Jede Gruppe trainiert einmal wöchentlich.

Trainerin: „Gibt Defizite“

„Auch in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Kinderturngruppen beim TSV, das war aber eher ein Spiel und Spaß in der Halle“, sagt Schulz, die selbst beim TSV groß geworden ist. „Das Vereinsleben ist leider verloren gegangen, das wollen wir wiederbeleben und damit einen Ausgleich schaffen, das soziale Gefüge, die Gemeinschaft, das Miteinander fördern“, ergänzt sie. „Mir ist aufgefallen, dass wir heute mit Sechsjährigen die Rolle vorwärts üben, was früher im Kindergarten ab drei Jahren geübt wurde – da gibt es gewaltige Defizite.“

Bereits vor acht Jahren habe Gabi Keidel – heute Vorstandsmitglied im Verein – Schulz angesprochen und gefragt, ob sie nicht eine richtige Kinderturnabteilung aufbauen wolle. „Nach dem Inge-Turnen, wie wir das frühere Turnen unter der Leitung von Inge Meisinger, die heute noch die Gymnastik-Damen leitet, liebevoll nannten, war ich schon früh an Lisa dran, das Kinderturnen zu übernehmen“, so Keidel. Damals hatte Schulz den Trainerschein gemacht und war in Großkarlbach schon in ihrer Jugend mit den Aufgaben einer Trainerin für das Gerätturnen betraut, erinnert sich das Vorstandsmitglied.

Doch Schulz hatte zunächst andere Pläne und Prioritäten. Sie sagt lachend: „Ich habe zuerst meine Ausbildung fertiggemacht, mit meinem Mann ein Haus gebaut, zwei Kinder bekommen, die jetzt eineinhalb und vier Jahre alt sind – also aus dem Gröbsten raus sind“, sagt sie. Als sie dann am Kerwemontag im August vergangenen Jahres noch mal gefragt worden war, habe sie direkt „mehrere Mädels angesprochen und durch Bekannte, aber auch einige Zufallsgespräche acht Frauen gewonnen, die heute bei der Betreuung der Kinder unterstützen“.

Helfer mit Trainerschein

Von den ehrenamtlichen Helferinnen haben zwei ebenfalls den Trainerschein, eine Trainerin studiert Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit. Auch eine Kinder-Physiotherapeutin ist dabei, drei der Trainerinnen seien Eltern. Da das Gerätturnen im Verein neu sei, würde einiges fehlen, und deshalb sei kürzlich eine Aktion bei der Internetseite GoFundMe gestartet worden, bei der innerhalb von zwei Wochen 1200 Euro gespendet wurden. Von diesem Geld konnten ein Minitrampolin und ein gebrauchter Sprungtisch angeschafft werden. Durch eine Spende in Höhe von 1000 Euro von der Sparkasse Rhein-Haardt seien Bodenläufer mitfinanziert worden.

Ambitionierte Ziele

„Wir haben geplant, immer wieder kleine Aktionen zu starten, um Geld einzunehmen, da wir noch einiges für den Verein anschaffen wollen – wie beispielsweise eine Kletterleiter sowie Gymnastik- und andere Bälle“, erzählt Schulz. Ein weiterer Ausbau der turnerischen Angebote sei geplant. „Da nur die Schulkinder Gerätturnen machen, suchen wir hierfür noch einige Trainerinnen oder Trainer“, so die 33-Jährige. Ihre Ideen für die neuen Gruppen sind vielfältig. „Ich könnte mir beispielsweise eine Gruppe vorstellen mit mehr Ballspielen – daraus könnte vielleicht mal eine Fußballjugend werden“, schwärmt sie.

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