Turnen RHEINPFALZ Plus Artikel TSG Grünstadt will es im letzten Saisonwettkampf nochmal wissen

Lay Giannini (Foto) und Mario Macchiati unterstützen die TSG.
Lay Giannini (Foto) und Mario Macchiati unterstützen die TSG.

Es wird nochmal spannend in der Zweiten Bundesliga. Am letzten Wettkampftag entscheidet sich, wie die TSG Grünstadt die Saison abschließen wird. Gewinnt die Riege aus dem Leiningerland, wird sie Zweiter hinter Eintracht Frankfurt. Bei einer Niederlage käme es auf die Begegnung zwischen KTV Koblenz und TV Großen-Linden an. Darauf will man sich bei der TSG aber nicht verlassen – und feuert stattdessen aus allen Rohren.

Dass die TSG Grünstadt am Samstag im hessischen Biedenkopf unbedingt gewinnen will, daran lässt Manager Steffen Fröhlich keinen Zweifel. Die Mannschaft sei motiviert, alle seien an Bord und hätten die vergangenen zwei Wochen effektiv genutzt, um alles rauszuholen aus dem letzten Wettkampf gegen die KTV Obere Lahn.

Und es gibt da noch ein Ass, das die TSG im Ärmel hat. Mit Mario Macchiati hat die TSG Grünstadt noch einen guten Sechskämpfer auf der Meldeliste. Der 22-jährige italienische Nationalturner kommt gerade frisch aus Liverpool von der Weltmeisterschaft. Dort hat er zwar nicht aktiv teilgenommen, aber er war als Ersatzturner mit dabei. Die Vorbereitung genoss er allerdings genauso wie seine Landsmänner, die an die Geräte gingen.

Außerdem hat Grünstadt noch einen zweiten Italiener, der beim Heimwettkampf gegen Koblenz seinen Einstand gab: Lay Giannini. Der 21-Jährige wird sich laut Fröhlich mit Macchiati einen Sechskampf teilen. Wer an welches Gerät geht, steht allerdings noch nicht fest. Auch Giannini hatte eine vollständige WM-Vorbereitung hinter sich, doch erfuhr er erst kurz vor Abflug, dass es für ihn nicht gereicht hat. In Grünstadt zeigte er dafür in der Liga seine Qualitäten.

Achtung, Weltmeister!

Trotz der guten Position der TSG Grünstadt: Ein Kinderspiel wird es nicht – im Gegenteil. Die KTV Obere Lahn hat mit dem Belarusen Andrey Likhovitskiy und dem Armenier Artur Davtyan zwei absolute Top-Athleten im Kader. Letzterer wird besonders beim Sprung gefährlich werden. In Liverpool wurde der 30-Jährige an diesem Gerät Weltmeister.

Auch der 17 Jahre alte Neuzugang vom TuS Vinnhorst II, Marcel Graf, fällt in der Statistik der KTV Obere Lahn auf. Bis auf den Wettkampf gegen Heckengäu, wo er nicht zum Einsatz kam, turnte er stets einen vollen Sechskampf und kam so auf 30 Einsätze, die er in 46 Scorepunkte verwandelte.

Die KTV Obere Lahn hat eine bewegende Bundesligahistorie in den vergangenen zehn Jahren hinter sich. 2012 rückte die Turnvereinigung in die Erste Bundesliga nach, doch aus der Neulingsrolle machte die KTV ernst: Spitzensportler wie Fabian Hambüchen wurden engagiert, 2013 wurden die Hessen Deutscher Vizemeister. 2018 gelang es der KTV Obere Lahn schließlich, den Meistertitel zu erturnen. Inzwischen war die zweite Riege bereits in Bundesliga drei aufgestiegen. Laut Medienberichten waren zwei Mannschaften auf Spitzenniveau den ehrenamtlichen Helfern damals zu viel. Als Konsequenz wurde die Erstligariege abgemeldet.

Bei der Meisterschaft dabei war im übrigen nicht nur Olympia-Star Hambüchen, sondern auch Lasse Gauch, der heute für die TSG Grünstadt turnt. Mit ihm ist den Pfälzern damals ein wahrer Transfer-Coup gelungen. Noch heute gehört Gauch zum unverzichtbaren Teil des Rumpfkaders.

Doch was ist aus der glanzreichen Erstligazeit noch hängengeblieben? „Die Region ist immer noch sehr turnbegeistert“, sagt TSG-Manager Fröhlich. Er erwartet deshalb viele Fans in der Lahntalhalle. Was die Turner angeht, ist das Team allerdings zweigeteilt: Ein paar Alte Hasen werden ergänzt mit richtig jungen Talenten, etwa Justus Sporleder (16), Lukas Lippert (18) oder Sunny Joe Fiecker (19). Der Ausgang des Wettkampfs bleibt also ungewiss.

Artur Davtyan von der KTV Obere Lahn wurde jüngst in Liverpool Weltmeister im Sprung.
Artur Davtyan von der KTV Obere Lahn wurde jüngst in Liverpool Weltmeister im Sprung.
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