Grünstadt Touristiker wechselt nach Wachenheim
„Ich wollte etwas Neues machen“, sagt der 40-Jährige. Kunkel war seit Ende 2017 bei der Stadtverwaltung Grünstadt beschäftigt. Die Arbeit habe ihm gefallen: „Es haben sich Netzwerke gebildet, man kommt mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Branchen zusammen.“ Grundsätzlich habe sich die Arbeit eines Touristikers verändert: Der Netz-Aufritt und die Präsenz in sozialen Netzwerken würden immer wichtiger. Posts in sozialen Medien könne man nicht mal so nebenbei mitmachen, sie müssten durchdacht und geplant werden. Kunkel sieht das Feld für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin gut bestellt, die Stelle bei der Stadtverwaltung ist derzeit ausgeschrieben. Als Erfolg sieht Kunkel, dass die Wegewarte mittlerweile abgesichert sind. Die Verbandsgemeinde hatte sie ins Ehrenamt übernommen – und so dafür gesorgt, dass sie Versicherungsschutz bekommen. Auch, dass der Tourismusverein ad hoc reagieren könne und sozusagen als „Feuerwehr in der Kommunikation“ und im Umleiten agiere, wenn ein Wanderweg nicht begehbar ist, weil ein Tornado oder Schneefall für Gefahr im Wald sorgen, sei eine gute Sache, so Kunkel.
Digitales wird wichtiger
Neben dem Voranbringen digitaler Inhalte (audiovisuelle Touren, QR-Codes) seien Wanderkarten neu aufgelegt, Info-Tafeln erneuert worden – und der Wettbewerb für den Königsriesling beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße (aus zehn Rieslingen wird von den Besuchern der Beste bestimmt) eingeführt worden, nennt Kunkel einige Punkte der vergangenen Jahre. Zudem sei in Grünstadt in neue Technik für Veranstaltungen investiert worden, die alte städtische Weinfest-Bühne wurde ausgemustert. Für den ersten Weinwettstreit nach Corona ab dem 22. Juli sei alles bereitet, sagt Kunkel: „Ich habe die Geschichte auf die Zielgerade gefahren, mir liegt daran, dass das Fest gut über die Bühne geht.“ Seine Kollegen würden sich nun um den Feinschliff kümmern. Grundsätzlich werde die Organisation von Veranstaltungen immer schwieriger, weil die Auflagen höher würden: „Die Sicherheitsansprüche sind in wenigen Jahren immer mehr geworden“, sagt er. Wenn das so weiter gehe, müsse man sich fragen, ob Vereine und semi-professionelle Organisatoren überhaupt noch Veranstaltungen auf die Beine stellen könnten. Zuletzt hatte der Verein Pfalzwein den Weinstraßenerlebnistag abgesagt, weil er sich nicht im Stande sah, die Anforderungen des neuen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes zu erfüllen.