Grünstadt Tourismus soll mehr in den Vordergrund
„Unsere tolle Gemeinde mitten im Biosphärenreservat Pfälzerwald und mit direkter Autobahnanbindung hat beste Voraussetzungen, das attraktivste Dorf in der Verbandsgemeinde Leiningerland zu werden, und daran möchte ich arbeiten.“ Das sagt Jens Mächler, der als Bürgermeisterkandidat der Carlsberger Sozialdemokraten antritt.
Der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, der sich als „bürgernah und kompetent“ beschreibt, sieht großes Entwicklungspotenzial in dem Doppelort, in dem sich gut 180 Gewerbetreibende niedergelassen haben. „Und um dieses Potenzial zu nutzen, braucht es einen neuen Bürgermeister, der unverbraucht die Herausforderungen anpackt und das Wohl der Gemeinde und ihrer Einwohner in den Vordergrund des politischen Handelns stellt“, so der 50-jährige gebürtige Baden-Badener, der seit 2006 mit seiner Partnerin und zwei Kindern in der größten Ortsgemeinde der VG wohnt. Als Zugezogener habe er den Vorteil, „keine Rücksicht auf alte Geschichten nehmen zu müssen“. So sei er frei, Brücken zu bauen zwischen dem alten Hertlingshausen und dem vergleichsweise jungen Carlsberg. „Dabei müssen die Vereine, und davon haben wir mehr als 40, eingebunden werden, sonst kann man nichts bewegen“, so Mächler. Ganz wichtig sind ihm die Anregungen und Wünsche der Bürger. Bereits etabliert sei der von ihm ins Leben gerufene SPD-Stammtisch an jedem ersten Dienstag im Monat, sagt der Projektmanager für Marketing und Vertrieb bei einer Werbeagentur. Der gelernte Karosserie- und Fahrzeugbauer war sechs Jahre bei der Bundesmarine, absolvierte eine Ausbildung zum Marketing-Kaufmann, hat an der Abendschule seinen Betriebswirt draufgesattelt, war im Vertrieb für mehrere Automarken tätig, hat vier Firmen gegründet, von denen es drei inzwischen nicht mehr gibt. „Ich weiß, wie man ein Unternehmen aufbaut, und aus jedem Schiffbruch geht man gestärkt hervor.“ Vor allem habe er gelernt, Entscheidungen zu treffen und Dinge anzupacken. Führungsqualitäten und Gelassenheit habe er als Zeitsoldat gewonnen. In Carlsberg will Mächler, der bis 2003 in der CDU war und seit fünf Jahren Sozialdemokrat ist, einiges verändern. „Dass die Waldgemeinde anerkannter Luftkurort ist, sollte stärker touristisch in den Fokus rücken“, findet er. Sehenswürdigkeiten sollten digital vernetzt, Strecken für Mountainbike-Touren ausgewiesen werden. Auf seiner Agenda steht auch das Vorantreiben des Radweges zwischen Sausenheim und dem Rahnenhof. Für Großveranstaltungen wie den Pfalztrail wünscht er sich ein Sporthotel. Investiert werden müsse darüber hinaus in das Straßennetz, etwa am Schorlenberg, im Hasen- und im Frauental. „Man kann nicht jahrelang die Sanierungen vor sich herschieben und die Bürger für den dann fälligen Ausbau bezahlen lassen“, so Mächler. Elementar sei heute eine schnelle Internetverbindung. Der Einzelhandel müsse gestärkt, die Nahversorgung gesichert werden. Für Senioren sollte die Möglichkeit für Betreutes Wohnen geschaffen werden, die Jugendarbeit in den Vereinen und bei der Feuerwehr sei zu unterstützen.