Tiefenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Thomeczek stellt Tomschiczek und Malkowski aus

Senegambia: Das Werk war von Tomschiczeks Reisen ins Grenzgebiet zwischen Senegal und Gambia inspiriert.
Senegambia: Das Werk war von Tomschiczeks Reisen ins Grenzgebiet zwischen Senegal und Gambia inspiriert.

Zwei Künstler, die ähnlich tickten: Der Maler Peter Tomschiczek war mit dem Lyriker Rainer Malkowski über viele Jahrzehnte eng befreundet. Jetzt bereitet Wolfgang Thomeczek den beiden in seinem Tiefenthaler Kunstkabinett eine gemeinsame Bühne.

München war für viele Jahre Pflicht für einen Kunstinteressierten wie Wolfgang Thomeczek. „Es gab damals dort eine große Kunstausstellung im Haus der Kunst, zu der ich jedes Jahr gefahren bin“, blickt der Betreiber des Tiefenthaler Kunstkabinetts zurück. Damals in den 1970er- und 1980er-Jahren. Wolfgang Thomeczek erinnert sich, wie er dort erstmals auf Peter Tomschiczek aufmerksam wurde. Und das hatte nur bedingt mit der Namensähnlichkeit zu tun. Nein, Aufmerksamkeit erregten vor allem: „Die Farben! Es war diese Intensität der Farben“, ruft Thomeczek in der Rückschau fast schon euphorisch aus. Bei Tomschiczek, das war seinem Beinahe-Namensvetter schnell klar, handele es sich um einen echten Vollblutmaler. Und er landete auf Thomeczeks Wunschliste: „Ich wollte ihn unbedingt mal ausstellen.“

Hat dann auch geklappt. 2006 lockte Thomeczek, damals Vorsitzender des örtlichen Kulturvereins, den Künstler nach Zweibrücken. „Ich habe ihn dann auch vorab mal besucht, das mache ich immer so, ich mag den persönlichen Kontakt“, erzählt Thomeczek über eine Reise ins oberbayerische Ellmosen, der Wahlheimat des 1940 in Böhmen geborenen Malers. „Tomschiczek ist ein echter Naturbursche, ein Naturliebhaber. Viele seiner Werke entstehen aus dem unmittelbaren Erleben von Natur“, so Thomeczek. Das habe sich auch im Atelier des Malers widergespiegelt, in dem sich unheimlich viele Erinnerungsstücke befanden, die der Maler von seinen Reisen nach Afrika und Kroatien mitgebracht hatte. Figuren. Masken.

Sehnsuchtsort Afrika

Afrika. Ein Sehnsuchtsort für Tomschiczek, den es immer wieder auf den Kontinent verschlug, der dort auch half, Brunnen für Einheimische Realität werden zu lassen. Ein Gebiet hatte es Tomschiczek dabei besonders angetan. Westafrika, genauer, jener Naturraum zwischen den Strömen Senegal im Norden und Gambia, historisch: Senegambia. So hat Tomschiczek auch eine Werkreihe genannt, die nun auch im Tiefenthaler Kunstkabinett zu sehen ist. In einem leuchtenden Rot gehalten, dem man sich kaum entziehen kann.

Tomschiczek ist ein Künstler, der schwer zu greifen ist, der sich nur schwer in Schubladen packen lässt. Er hat seine ganz eigene Bildsprache gefunden. „Das Informell hat ihn befruchtet, aber der Begriff definiert nicht seine Eigenart. Tomschiczek ist ein Grenzgänger zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei. Er verlässt das Gegenständliche jedoch nie wirklich, sondern bleibt immer in Fühlung mit ihm. Dass seine Bilder zugleich als freie und autonome Malerei auf uns wirken, bezeugt ihren künstlerischen Rang“, schrieb der Lyriker Rainer Malkowski mal über ihn. Die beiden waren gut befreundet, wohnten auch nicht weit voneinander entfernt, ehe Malkowski 2003 nach längerer Krankheit verstarb. Thomeczek hat ihn nie persönlich kennengelernt, war vom Schaffen Malkowskis aber schon immer begeistert, wie er erzählt. Bemerkenswert: Bis 1972 war Malkowski Geschäftsführer einer hervorragend laufenden Werbeagentur, die er verließ, um Lyriker zu werden. Einer der wichtigsten, die das Land hervorgebracht hat. Dabei war der Umfang seines Werks überschaubar, Malkowski veröffentlichte nicht inflationär. Charakteristisch: sein lakonischer Ton. Wie auch Tomschiczek stand bei Malkowski die Wahrnehmung am Anfang eines Schaffensprozesses, beide zogen aus dem unmittelbar Erlebten Inspiration. Beide reisten gerne, auch gemeinsam. Sie in einer Ausstellung zu vereinen, scheint daher nur folgerichtig.

Malkowskis Werk wird bei Thomeczek nun durch die Burgspieler aus Altleiningen mit Leben gefüllt. Susanne Rechner, Kyra Schilling, Manuela Spieß, Alexander Maier und Martin Steinmetz werden unter dem Motto „Ich denke, um herauszufinden, was.“ Lyrik von Malkowski vortragen. Musikalisch begleitet wird das Ganze vom Saxofon-Duo Two Reed, bestehend aus Silke Egeler-Wittmann und Christl Marley.

Termin

Ausstellung „Grenzgänger“ vom 22. Mai bis zum 26. Juni, samstags und sonntags 11 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung, Telefon 0171 5775690

Wolfgang Thomeczek besucht Peter Tomschiczek in dessen Atelier in Ellmosen.
Wolfgang Thomeczek besucht Peter Tomschiczek in dessen Atelier in Ellmosen.
Künstlerfreunde: Peter Tomschiczek (links) und Rainer Malkowski in Kroatien.
Künstlerfreunde: Peter Tomschiczek (links) und Rainer Malkowski in Kroatien.
Gatterweg: Dieses Tomschiczek-Bild ist von einer Kroatien-Reise inspiriert.
Gatterweg: Dieses Tomschiczek-Bild ist von einer Kroatien-Reise inspiriert.
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