Leininger Nachlese RHEINPFALZ Plus Artikel Tag der offenen Tür: Verwaltung an neuem alten Platz

Mit einem Glas Sekt genießt VG-Bürgermeister Frank Rüttger die neuen Büros mit höhenverstellbaren Schreibtischen.
Mit einem Glas Sekt genießt VG-Bürgermeister Frank Rüttger die neuen Büros mit höhenverstellbaren Schreibtischen.

Ein Tag der offenen Tür. Wer schaut nich gerne mal hinter die Kulissen? Egal, ob im Museum, im Fußballstadion oder bei der örtlichen Feuerwache. Ein interessanter und lehrreicher Tag für Groß und Klein mit spannenden Einblicken. Ein ähnliches Angebot unterbreitete nun die Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland den Bürgern in der Verwaltungsstelle Hettenleidelheim. Endlich mal sehen, wie die als langsam verschrienen Mühlen der Bürokratie mahlen.Doch das war gar nicht der Anlass für die Einladung: Die Verwaltung ist umgezogen. Zumindest Teile davon. Der Standort in Hettenleidelheim war seit Januar 2018 verlassen, nur das Bürgerbüro und das Schiedsamt – das mit der Verwaltung eigentlich gar nichts zu tun hat – verblieben an Ort und Stelle. Durch die Fusion zur VG Leiningerland verabschiedete sich der gesamte Verwaltungsapparat nach Grünstadt, wo es allmählich aber zu eng wurde.

Kurzum erinnerte man sich an den früheren Standort und verlagerte die Kasse der VG sowie die Steuerabteilung samt 15 Mitarbeitern nach Hettenleidelheim. Drei Tage lang wurden Akten, Unterlagen et cetera verräumt und von A nach B gebracht. Zuvor wurden selbstverständlich die verlassenen Büros auf Vordermann gebracht – neuer Anstrich, Grundreinigung, neue Möbel. Vor allem über die höhenverstellbaren Schreibtische freut sich VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU). Rund 118.000 Euro hat die VG dafür locker gemacht: etwa 73.000 für Möbel, 41.000 für Umbaumaßnahmen und grob 3000 bis 5000 Euro für IT.

Sekt- und Brezelempfang

Damit der gewöhnliche VG-Bürger sich auch mal im Detail ansehen kann, wie das Endergebnis aussieht, folgte als die entsprechende Einladung. Der Begriff „Tag der offenen Tür“ sei dabei aber nicht zwingend passend, gesteht Rüttger. Viel mehr solle es ein Ausklang für die Umzugswoche sein – inklusive After Work Party. „Wir wollen den Bürgern einfach mal die Einrichtung zeigen“, so der Bürgermeister. Und dieses Angebot wurde gut genutzt. Mehr als 50 Bürger interessierten sich am Freitagvormittag für die wiederbelebten Verwaltungsräume. „Der Publikumszuspruch ist überraschend gut“, freute sich auch VG-Sprecher Joerg Schifferstein. Manche Besucher gingen das Ganze eher praktisch an und kombinierten ihren Aufenthalt mit der Beantragung von Ausweisen und sonstigen Amtsangelegenheiten. Andere genossen den Sekt- und Brezelempfang und schlenderten durch die Flure.

Unter ihnen war auch der ein oder andere Ex-Mitarbeiter der früheren VG Hettenleidelheim. „Die wollen mal sehen, was aus ihren alten Büros wurde und wer jetzt darin sitzt“, sagt Bürgermeister Rüttger mit einem Lachen. Wiederum andere kamen aus entlegeneren Ecken der VG. „Manche kannten das hier noch gar nicht“, so Rüttger.

Ungewohnte Ruhe

Beim Rundgang durch die Verwaltungsstelle zeigten sich auch die Mitarbeiter mit dem Tapetenwechsel zufrieden. Man habe Wert darauf gelegt, die gleichen Bedingungen wie in Grünstadt zu schaffen. Heißt: Doppelbüros mit Durchgang zum Nachbarraum. Im 2004 entstandenen Anbau des Gebäudes war das allerdings nicht möglich, sodass nur ein Schreibtisch in den meisten Büros Platz finden kann. „Das ist das erste Mal seit meiner Ausbildung, dass ich allein in einem Büro sitze. Das ist das beste bisher“, verrät eine Mitarbeiterin, die ihre neu gewonnene Ruhe genießt.

Ein Besucher brachte es letzlich gut auf den Punkt: Mit einem Sektglas bewaffnet, forderte er zum Anstoßen auf, da „hier wieder etwas Leben einkehrt“. In diesem Sinne: Prost!

Ein ruhiges Wochenende wünscht

Maximilian Schenk

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