Hettenleidelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Straßensanierung: Woher kommen die 1,8 Millionen Euro?

Schlaglöcher so weit das Auge reicht: Die Turnhallenstraße in Hettenleidelheim ist seit langem in desolatem Zustand.
Schlaglöcher so weit das Auge reicht: Die Turnhallenstraße in Hettenleidelheim ist seit langem in desolatem Zustand.

Breitere Gehwege, mehr Sicherheit vor der Kita, Barrierefreiheit: So soll die Turnhallenstraße in Hettenleidelheim umgestaltet werden.

Immer wieder werden Risse und Schlaglöcher in der Turnhallenstraße in Hettenleidelheim repariert. Aufgrund des inzwischen desolaten Zustands des stark frequentierten Verkehrswegs hatte die Verbandsgemeinde Leiningerland im September 2024 eine Abkehr von der Flickschusterei mit Kaltbitumen empfohlen. Stattdessen sollte ein nachhaltiger Ausbau erfolgen.

Mehrheitlich war das dann auch im Gemeinderat beschlossen worden. Fördermittel könnten aus dem Investitionsstock des Landes kommen. Da das Erstellen eines entsprechenden Antrags einige Monate in Anspruch nimmt und dieser dann bis Mitte Oktober einzureichen ist, konnte das Projekt erst mit einem Jahr Verzögerung auf den Weg gebracht werden.

Bürger finanzieren den Großteil

Jetzt ist es so weit. Bei der jüngsten Ratssitzung hat Guido Schäfer vom Grünstadter Ingenieurbüro Schmihing seinen Plan mit Kostenberechnung vorgelegt. Demnach wird das Vorhaben inklusive Baunebenkosten und Straßenbeleuchtung mit mehr als 1,8 Millionen Euro zu Buche schlagen. Finanziert wird das zu 70 Prozent über die Wiederkehrenden Beiträge der Bürger und zu 30 Prozent von der Ortsgemeinde.

Der kommunale Anteil könnte sich durch den Landeszuschuss verringern. „Wir werden die Förderung aus dem I-Stock rechtzeitig zum 15. Oktober beantragen“, versicherte Bauamtsleiter Dennis Zimmermann, schränkte jedoch gleich ein: Allerdings könne er keine Garantie dafür geben, dass diese Zuwendung auch gewährt wird.

An Barrierefreiheit gedacht

Der Ausbau soll laut Schäfer auf einer 375 Meter langen Strecke zwischen der Nackterstraße und der Altleininger Straße erfolgen. Aufgrund der Breite von rund elf Metern und einigen Einmündungen ergebe sich eine überplante Fläche von 4530 Quadratmetern. An allen Querungen werde es Absenkungen mit Rillen für mobilitätseingeschränkte Personen und Sehbehinderte geben, erläuterte der Ingenieur. Die acht Meter breite Fahrbahn soll auf 6,5 Meter verschmälert werden, um den Gehwegen mehr Raum zu geben. Das südliche Trottoir soll rund zwei Meter breit werden, das nördliche sogar 2,5 Meter. „Wir werden das von der Fahrbahn mit Rundbordsteinen abgrenzen“, so Schäfer. Mit einer Ausnahme: Vor der Kita „Am alten Steinbruch“ sollen aus Sicherheitsgründen zwölf Zentimeter hohe Bordsteine eingebaut werden.

Zum Aufbau des Straßenkörpers sagte er, dass die Turnhallenstraße wegen des regelmäßigen Busverkehrs in die Belastungsklasse 1,8 einzuordnen sei. Außerdem hätten Bohrungen ein zum Schadensbild passendes Ergebnis gebracht: Der Untergrund ist weder tragfähig noch frostsicher. Darüber hinaus habe man Schadstoffe wie Diesel gefunden, wodurch Boden bis zu einer Tiefe von 40 Zentimetern auszutauschen sei. „Insgesamt müssen wir 95 Zentimeter tief graben“, so Schäfer. Unter die vier Zentimeter dicke Asphaltdecke kämen eine 16 Zentimeter starke Trag- und eine 35 Zentimeter messende Frostschutzschicht.

Norbert Schwab (CDU) schlug mit Blick auf den dicht besiedelten Bereich vor, auch an öffentliche Ladestationen für E-Autos zu denken. Voraussichtlicher Start der Arbeiten wird 2027 sein.

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