Obersülzen
Straßenbaubehörde sieht keinen Handlungsbedarf
Vor kurzem habe eine Verkehrsschau mit Vertretern der Verbandsgemeinde Leiningerland und des Landesbetriebs Mobilität (LBM) stattgefunden, berichtete Ortsbürgermeister Andreas Lehmann (SPD) dem Gemeinderat. Dabei seien die neuralgischen Punkte im wahrsten Wortsinn nur „angeschaut“ worden, führte aus. Aktuell sehe der LBM auf dem Streckenabschnitt der Landesstraße 454 zwischen der Ortslage und dem Sportgelände, wo 70 Kilometer pro Stunde (km/h) gilt, keinen Handlungsbedarf. Der SVO hatte die Reduzierung auf Tempo 50 beantragt, nachdem es im Juni 2021 beim Fahrbahnteiler zu einem Unfall gekommen war, bei dem ein junger Fußballer verletzt wurde. Laut LBM ist an dieser Stelle für ausreichend Sicherheit für die Querenden gesorgt, sagte Lehmann. Eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h würde von den Autofahrern nicht akzeptiert „und wohl eher als Schikane angesehen“, gab der Ortschef die Argumente des LBM wieder.
Ausweitung der Tempo-30-Zone abgelehnt
Abgelehnt habe die Straßenbehörde auch die seit längerem geforderte Ausweitung der Tempo-30-Zone bis zu den Ortsausgängen. Das wolle man nicht hinnehmen, sagte Lehmann und verwies auf den Verkehr von und nach Laumersheim, der meist zu schnell sei. Die Verkehrsinsel dort zeige kaum Wirkung. Einer eventuellen Verschwenkung der Straße weiter südlich müsste der LBM jedoch zustimmen. Die Gemeinde will dem Landesbetrieb Datenmaterial (Verkehrsaufkommen und gemessene Geschwindigkeit) zukommen lassen.
Für den Bereich der Hauptstraße zwischen dem Mehrgenerationenhof und der stark frequentierten Bushaltestelle gegenüber hatte der Gemeinderat bereits vor längerer Zeit Zahlen an den LBM geliefert. Der Rat möchte hier – wenn es keinen Fahrbahnteiler geben kann – zusätzlich zur Tempo-30-Regelung – einen Zebrastreifen haben. Die deswegen an den LBM geschickte Verkehrszählung ist von Susanne Becker und Elke Schweizer (beide SPD) an einem Morgen im September 2020 zwischen 7 und 8 Uhr vorgenommen worden. Registriert wurden in der Zeit 66 querende Fußgänger und 681 Fahrzeuge. Die Bushaltestelle werde auch von Schülern und Mitarbeitern des Mehrgenerationenhofs genutzt. Die Antwort des LBM auf diese Verkehrszählung stehe immer noch aus, berichtete Lehmann. Der Gemeinderat reagierte mit Unverständnis und will bei der Behörde nachhaken.