Grünstadt Sterne leuchten im Leiningerland
Im historischen Trauzimmer des Alten Rathauses in Grünstadt sind am Freitag zehn Ferienwohnungen und Ferienhäuser in der Stadt und der Verbandsgemeinde Leiningerland vom Verein „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“ nach den Richtlinien des Deutschen Tourismus-Verbandes zertifiziert worden. Es gab viermal drei DTV-Sterne, fünfmal vier und einmal fünf Sterne. Vier Objekte wurden zum ersten Mal ausgezeichnet.
Solche Klassifizierungen würden immer wichtiger, sagte Matthias Kunkel, Geschäftsführer des Vereins „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“. Denn die Gäste vertrauten zunehmend auf die Aussagekraft der Sterne. Eine Auszeichnung kann ein Pensionsbetrieb nur erwerben, wenn seine Übernachtungsmöglichkeiten eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. So müssen die Objekte beispielsweise sauber und gepflegt sein, eine separate Eingangstür haben, über eine Küchenecke sowie in jedem Raum über Steckdosen verfügen. „DTV-Sterne sind ein klares Qualitätsversprechen, signalisieren, dass eine bestimmte Ausstattung und ein gewisser Service erwartet werden können“, betonte Kunkel. Ein Beispiel für die Abstufungen: Für drei Sterne dürfen keine Etagenbetten für Erwachsene vorhanden sein, für vier Sterne müssen getrennte Wohn- und Schlafräume angeboten werden und bei fünf Sternen darf das Schlafzimmer kein Durchgangszimmer sein. Johannes-Peter Schwalb (CDU), für Fremdenverkehr zuständiger Beigeordneter der VG Leiningerland, betonte: „Uns ist es mit Blick auf den steigenden Tourismus in Rheinland-Pfalz wichtig, dass Privatleute Pensionen zur Verfügung stellen.“ 2015 haben erstmals mehr als 150.000 Gäste im Leiningerland übernachtet. 2017 waren es 152.950, davon 38.476 in Grünstadt. Die Zahlen sind aber lediglich Näherungswerte, da sie auf freiwilligen Meldungen basieren. Statistiken werden nur über größere Betriebe geführt, die durch den Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe-Verband zertifiziert werden. Von den rund 130 Übernachtungsmöglichkeiten im Leiningerland, die maximal neun Betten haben, dürfen sich laut Hans Tisch (CDU), Beigeordneter der Stadt, bislang 38 mit Sternen schmücken. Die Pfalzcard, mit der ÖPNV und rund 100 Freizeitstätten kostenlos genutzt werden können, ist nur in drei oder vier Ferienwohnungen zu finden. Kunkel findet das sehr schade und hob hervor: „Die Pfalzcard ist ein Mehrwert für den Gast, mit dem die Pension werben kann. Liegt die Karte im Haus bereit, wird das einen Einfluss auf das Verhalten der Besucher haben.“ Anita Bertram, die in Carlsberg eine Ferienwohnung hat, erläuterte, weshalb sie die Bonuskarte nicht hat: „Meine Gäste suchen die Ruhe, wollen im Wald wandern, mitunter haben sie auch Verwandte hier.“ Christel Doll, die in den kommenden drei Wochen Monteure in ihrem Ferienhaus Traube beherbergt, sagte: „Diese Gäste brauchen keine Pfalzcard.“ Hannelore Preiss, die Betten in Grünstadt anbietet, ist die Karte zu teuer. Sie regte an, dass die Kommunen die Hälfte der Kosten übernehmen sollten.