Kirchheim
Spott für Klimakleber: Was beim Kerweumzug abging
Das Kirchheimer Kerwekomitee begleitete den Lindwurm mit der traditionellen Kutsche und einem Tandem. „Für unseren Motivwagen haben wir uns die Klimakleber herausgesucht“, sagt Felix Pfeiffer, der Vorsitzende des Gremiums, das aktuell aus elf Kerweborsch besteht. Ihr Motto: „Klebschd du noch oder dengschd du schunn“. Der Sportverein (SV) Kirchheim war mit vielen Kindern vertreten, und zwar aus den Abteilungen Fußball, Turnen, Laufen, Viet vo dao, Zumba und Tischtennis. Auch die 71. Weingräfin Mara I. aus dem Leiningerland winkte freundlich in die Menge.
Mit übergroßen Buntstiften
Die Oldtimer-Freunde Kirchheim waren mit einem älteren Traktor und zwei VW-Käfer aus den Jahren 1973 und 1985 mit von der Partie. Eine große Fußgruppe bildeten die 30 Kinder des Fördervereins der Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach, die aus Schwimmnudeln übergroße Buntstifte gebastelt hatten und zusammen mit 15 Erwachsenen den Zug begleiteten. Kein Kerweumzug ohne die Eckbach-Krischer, die in ihren traditionellen Kostümen Werbung für ihr neues Stück „Modeschau im Ochsestall“ machten. Die Komödie von Jonas Jetten wird ab 12. August aufgeführt.
Ein Hingucker waren ohne Zweifel die Söhne Kirchheims mit ihren „Powerfrauen“, die als flotte Bienchen Wodka-Orange als „Bienengetränk“ ausgaben. Die Herren verteilten derweil Fleischwurst mit Laugengebäck – und verbreiteten damit auch eine Botschaft: Mit ihrem „letzten Gruß aus der Küche“ machten sie darauf aufmerksam, dass sie sich aus der Organisation der Kerwe zurückziehen wollen. „Nach rund 15 Jahren wollen wir erstmal einen Schlussstrich ziehen“, sagt Thomas Mäurer von den Söhnen Kirchheims.
Heimatverein sucht neue Helfer
Als vor anderthalb Jahrzehnten die Kerwe in Kirchheim praktisch nicht mehr existent war, hatten sich die Söhne Kirchheims mit dem Heimatverein, dem Hundeverein und dem Sportverein zusammengetan, um das Fest wiederzubeleben. Das ist auch gelungen. Aber: „Von den vier Vereinen sind zwei geblieben, die die Kerwe in den letzten Jahren zusammen organisiert haben, nämlich der Heimatverein und wir“, sagt Mäurer und ergänzt: „Es steckt immer eine Menge Organisation und viele Stunden Arbeit darin, bis die Kerwe vorbereitet und durchgeführt ist. Wir Söhne sind alle beruflich stark eingespannt, deshalb wollen wir aufhören, zumal im nächsten Jahr das 75. Kerwejubiläum ansteht und wir dann als ehemalige Kerweborsch natürlich dort dabei sein wollen.“
Bleibt die Frage, wer übernehmen könnte. Der Heimatverein suche bereits Helfer. Mäurer sagt: „Zusammen mit unseren Frauen waren wir ein eingespieltes Team, jeder wusste, was seine Aufgabe war, da hat alles funktioniert und alles geklappt. Wir würden gerne den Stab in gute Hände abgeben.“
Zwischenbilanz: So lief die Kirchheimer Kerwe