Grünstadt „Spiele so lange wie es geht“

Mit seinem „Best of“ in Eisenberg: Marcel Adam.
Mit seinem »Best of« in Eisenberg: Marcel Adam.

«EISENBERG.» Auch in diesem Jahr ist der bekannte Chansonnier und Liedermacher Marcel Adam zu Gast im Evangelischen Gemeindehaus Eisenberg. Am Samstag bringt er mit La fine équipe unter dem Motto „Best of Marcel Adam“ besonders beliebte Stücke zu Gehör. In der Pause werden die Besucher mit französischen Köstlichkeiten und Rotwein verwöhnt. Anja Benndorf fragte den Künstler, ob auch sein Sohn Yann Loup dabei sein wird und ob der Titel des Konzerts ein Hinweis darauf sei, dass er sich bald von der Bühne zurückziehen möchte.

Herr Adam, Sie kommen jetzt das vierte Mal nach Eisenberg. Was gefällt Ihnen so an dieser kleinen pfälzischen Stadt?

Was mir an der Stadt gefällt, kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich sie nicht kenne. Wir kommen rechtzeitig vor dem Konzert, bringen unsere Technik mit dem Aufzug ins Obergeschoss, bauen sie auf der Bühne auf und sind dann eventuell noch in einem Lokal in der Nähe. Mir gefällt aber das Kulturamt, dessen Mitarbeiter fair und höflich sind. Auch ist der Saal sehr schön. Er hat einen guten Klang, und er ist nicht überdimensioniert, sodass man ganz nah an den Leuten ist. Angenehm ist auch, dass ich viele Fans in der Region habe, die immer wieder kommen. In welchem Bereich treten Sie meist auf und gibt es Orte, wo Sie besonders gern sind? Zu 90 Prozent bin ich im südwestdeutschen Raum, also in ganz Rheinland-Pfalz, aber auch in Baden-Württemberg. Hier verstehen die Leute meine Mundart. Auch ist das geografisch günstig und wirtschaftlich vernünftig, da ich im saarländischen Kleinblittersdorf wohne. Kleine Kulturvereine können mir meist keine große Gage zahlen. Zu der Frage, wo ich am liebsten auftrete, möchte ich nichts sagen, da sich sonst vielleicht der eine oder andere nicht gewürdigt fühlt. Oft geben Sie Konzerte gemeinsam mit Ihrem Sohn Yann Loup, der auch Lieder schreibt. Ist das Programm dann eine Gemeinschaftsproduktion und wird er auch in Eisenberg zu erleben sein? In Eisenberg wird er nicht dabei sein. Ich stehe mit Christian Conrad (Gitarre, Mandoline) und Christian Di Fantauzzi (Akkordeon, Saxofon) als Trio auf der Bühne. Wenn mein Sohn mitspielt, ist das Programm eine Mischung aus Liedern von uns beiden. Mit Yann Loup mache ich auch Projekte. Derzeit erarbeite ich eine CD mit ihm, auf der wir vier eigene Songs von mir und zwei von ihm aufnehmen sowie etliche Coverstücke. Darunter sind beispielsweise „Weiße Fahne“ von Silbermond und „Ich werde dich lieben“ von Nena, das Marlene Dietrich bekannt gemacht hat, aber ursprünglich von den Shadows stammt. Wir stellen das Album im März 2019 in der Bel Etage Saarbrücken vor. Yann Loup ist 26 Jahre alt, Sie sind 67: Gibt es da ein gewisses Konkurrenzgefühl auf der Bühne? (lacht) Nein, im Gegenteil. Ich freue mich sehr, wenn mein Sohn mitmacht. Im Gegensatz zu mir hat er Musikmachen gelernt, und ich kann viel von ihm lernen. Natürlich kann auch ich ihm das eine oder andere zeigen. Es ist schön, ihm mal eine Konzertanfrage weiterzuleiten, sodass er das Engagement übernimmt. Seit meinem Burn Out trete ich kürzer. Bis 2017 habe ich jährlich rund 100 Auftritte absolviert. In diesem Jahr werden es nur 70 sein und ab 2019 nur noch 50. Viele Leute denken, Musiker schaffen nichts. Aber die blicken nicht hinter die Kulissen, dass man mal eben an einem Wochenende 1300 Kilometer absolviert, meist nachts, technische Geräte schleppt und aufbaut. Mitunter ist es schon ein stressiges Leben. Dabei wirken Sie aber noch so jugendlich. Wie machen Sie das? Ich habe eine harte Disziplin, mache Ausdauer- und Kraftsport, halte mich auch mit Gartenarbeit fit. Ist der Programmtitel „Best of Marcel Adam“ ein Hinweis darauf, dass Sie auf Ihr Lebenswerk blicken und bald aufhören wollen? Keinesfalls. Ich muss nur gesundheitlich kürzer treten. Aber ich werde so lange spielen, wie es geht, wenn es sein muss, auch im Rollstuhl. Was mir das Publikum gibt, kann ich daheim auf der Couch nicht haben. Wenn ich allerdings plötzlich Akkorde nicht mehr greifen kann oder Texte vergesse – bislang singe ich auswendig –, würde ich mich wohl zurückziehen, aber ich hoffe, dass das nicht passiert. Was können die Zuschauer beim „Best-of“-Konzert erwarten? Eine gute Mischung aus alten Stücken, die früher sehr gut ankamen, und Neuem. Dabei sein werden jedoch auch Lieder, an denen ich grundsätzlich nicht vorbeikomme wie „Von guten Mächten“. Insgesamt präsentiere ich nur Songs, die mich selbst ansprechen. TERMIN „Best of Marcel Adam“ ist zu erleben am Samstag, 21. April, um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Eisenberg. Karten gibt es bei der Verbandsgemeindeverwaltung Eisenberg, Telefon 06351/407444, beim RHEINPFALZ-Ticket-Service, Telefon 0631/37016681, www.rheinpfalz.de/ticketservice, und bei Reservix, www.reservix.de. GEWINNSPIEL Die RHEINPFALZ hat dreimal zwei Karten für den Auftritt von Marcel Adam verlost. Das sind die Gewinner: Egon Hunsinger (Ramsen), Silvia Gross-Fischer (Grünstadt) und Stephan Skobel (Grünstadt). Herzlichen Glückwunsch!

x