Grünstadt Sparkasse: Heftige Einschnitte nötig

LUDWIGSHAFEN. Weniger Personal, weniger Filialen, steigende Gebühren und ein satter Einbruch beim Jahresüberschuss um fast 60 Prozent: Äußere Umstände zwingen die Sparkasse Vorderpfalz zu heftigen Einschnitten.
Die 2015er-Bilanz zeigt das ganze Dilemma dieser Finanzbranche. Der Ausblick ist ernüchternd. Vorstandschef Rüdiger Linnebank räumte ein: „Angesichts der Rahmenbedingungen geraten wir zunehmend unter Druck.“ Zwei Faktoren machte er dafür verantwortlich: die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und das Kundenverhalten im Zeitalter der Digitalisierung. Der Zuwachs der Online-Banking-Nutzer sei rasant. Eine Konsequenz könnte die Ausdünnung des 62 Filialen umfassenden Geschäftsstellennetzes sein. Ein erster Einschnitt war der bereits Ende Februar angekündigte sozialverträgliche Abbau von 140 Jobs bis 2020. 60 Stellen fallen allein in diesem Jahr weg. Die fast 1100 Mitarbeiter verteilen sich auf gut 850 Vollzeitstellen, darunter 60 Auszubildende, die nur noch befristete Verträge erhalten. Der Vorstand verkleinert sich bis 2018 von fünf auf drei Köpfe. Für die Kunden werden die Gebühren weiter steigen. Ab 22. April soll es auch neue Girokontenmodelle für gewerbliche Kunden geben. (ier/pse)