Obrigheim RHEINPFALZ Plus Artikel Sonnenberg-Grundschule: Viertklässler trommeln mit Senioren

Experimente mit Farbe und Wasser: Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg.
Experimente mit Farbe und Wasser: Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg.

Bei einem Tag der offenen Tür am Freitag hat die Obrigheimer Grundschule Am Sonnenberg nicht nur gezeigt, wo sie Schwerpunkte setzt – zum Beispiel beim Umweltbewusstsein und der Vernetzung mit der Dorfgemeinschaft. Außerdem hatten viele Besucher erstmals die Gelegenheit, die Räume nach der großen Sanierung zu sehen.

Gemeinschaft und guter Umgang miteinander, Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und das Schärfen des Umweltbewusstseins – das sind drei Schlagworte, die das Leitbild der Schule Am Sonnenberg in Obrigheim beschreiben. An diesem Nachmittag haben Familien und andere Interessierte die Gelegenheit, das Haus nach der energetischen Sanierung und Modernisierung für mehr als 1,6 Millionen Euro zu besichtigen. Eine Erläuterung der Arbeiten und der Umgestaltung der Grundschule, die als einzige in der Verbandsgemeinde Leiningerland in gemeindlicher Trägerschaft verblieben ist, suchen die zahlreichen Gäste allerdings vergebens.

Rockmusik mit Senioren

„Wir haben das nicht dokumentiert. Aber das ist unser erster Tag der offenen Tür, bei dem wir uns der Öffentlichkeit präsentieren“, sagt Rektorin Bettina Göbel, nachdem die Klasse 3b zur Begrüßung der Besucher gesungen und getanzt hat. Viele Leute hätten die sieben, unter anderem mit Smartboards, Tablets und Lüftungsanlagen ausgestatteten Unterrichtssäle noch gar nicht gesehen. Später schlagen die Viertklässler mit Sticks auf kreative Trommeln – Pezzibälle, die auf Tonnen sitzen – zu Liedern wie „Die Hände zum Himmel“ von den Kolibris oder dem Queens-Klassiker „We Will Rock You“. Das tun sie zusammen mit ein paar Bewohnern der Residenz Pro Seniore.

„Wir haben schon einige Projekte mit dem Pflegeheim gemacht, beispielsweise Hochbeete gebaut“, berichtet die Schulleiterin, der die Kooperation mit anderen Einrichtungen sehr am Herzen liegt. „Wir sind keine isolierte Institution, sondern Teil der Gemeinschaft“, betont sie. Die Schwerpunktschule, die aktuell von 102 Jungen und Mädchen besucht wird, sei gut vernetzt. Ein Imker aus Dirmstein habe Bienenstöcke auf der nahen Streuobstwiese stehen. Mit den Opernrettern sei das Stück „Marco und das Feuer“ als Brandschutz-Präventions-Theater an die Schule geholt worden. „Die Freiwillige Feuerwehr hatte mit Stationen auf dem Pausenhof Werbung für ihre Bambini gemacht“, sagt Göbel.

Hitze im Lehrerzimmer

Die beiden örtlichen Sportvereine, TV Colgenstein-Heidesheim und SG Unteres Eistal, haben regelmäßig Belegungszeiten in der Turnhalle. An diesem Nachmittag geben sie Einblicke in ihre Abteilungen, unter anderem Taekwondo und Geräteturnen. Die Themen Ökologie und Umweltverträglichkeit hat sich die zertifizierte BnE-Schule (BnE steht für „Bildung nachhaltige Entwicklung“) ebenfalls auf die Fahne geschrieben. Dabei verfolgt sie konsequent die Umsetzung der 2015 von der Weltgemeinschaft in der Agenda 2030 verabschiedeten 17 globalen Nachhaltigkeitsziele wie „Armut beenden“, „Ernährung sichern“, „Gesundheit und Wohlergehen“.

Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-Residenz.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-Residenz.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Trommelgruppe der Viertklässler mit Bewohnern der Pro-Seniore-Residenz.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Herstellung von Bienenwachstüchern.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Herstellung von Bienenwachstüchern.
Im neuen Bücherei-Raum: Leiterin Claudia Schütze und ihre Vorgängerin Corinna Bauer.
Im neuen Bücherei-Raum: Leiterin Claudia Schütze und ihre Vorgängerin Corinna Bauer.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Mutter Cathrin Perraudeau (dunkles Trägerhemd) zeigt, wie man
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Mutter Cathrin Perraudeau (dunkles Trägerhemd) zeigt, wie man aus Pfeifenreinigern Ringe basteln kann.
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Mutter Cathrin Perraudeau (dunkles Trägerhemd) zeigt, wie man
Tag der offenen Tür in der Obrigheimer Grundschule am Sonnenberg: Mutter Cathrin Perraudeau (dunkles Trägerhemd) zeigt, wie man aus Pfeifenreinigern Ringe basteln kann.
Bei der energetischen Sanierung übergangen: das Lehrerzimmer.
Bei der energetischen Sanierung übergangen: das Lehrerzimmer.

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Beispielsweise haben Kinder auf einer Tafel zum siebten Punkt „Bezahlbare und saubere Energie“ erläutert: „Wir haben auf einem Solarkocher Tee gekocht, mit einer Lupe Feuer gemacht und mit einem Solarmodul einen Ventilator angetrieben.“ Nicht ganz dazu passen will, dass das mit Holzvertäfelung und Sichtgebälk gestalterisch ansprechende Lehrerzimmer für acht Pädagogen und eine Förderlehrkraft bei der energetischen Instandsetzung übergangen wurde. „Es ist nicht gedämmt und aktuell ein sehr heißer Raum“, erklärt Göbel.

Bücherei verkleinert

Ein neues Domizil hat die Bücherei. „Hier waren vor der Sanierung das Foyer hinter der alten Eingangstür und der Naturwissenschaftsraum“, erläutert Kerstin Heppes aus dem achtköpfigen ehrenamtlichen Bibliotheks-Team. Der Bereich, in dem bis November 2023 mehr als 7000 Medien in Regalen lagen, wurde zu einem weiteren Klassensaal. „Dadurch mussten wir unser Angebot etwas verkleinern“, sagt die bisherige Leiterin Corinna Bauer. Das Ausleihen von Lesestoff gehöre zum normalen Schulbetrieb. Ihre Nachfolgerin Claudia Schütze erzählt: „Wir beteiligen uns am Lesesommer und am Vorlesesommer.“

In einem Saal werden Baumwolllappen in Bienenwachstücher verwandelt. Die eignen sich als Ersatz für Butterbrotpapier zum Einwickeln der Pausenverpflegung und für Alufolie, wenn etwa offene Schüsseln damit abgedeckt werden sollen. „Sie passen sich der Form des Gefäßes an, wenn man sie mit warmen Händen drauflegt“, erzählt die designierte Bürgermeisterin Nicole Eicher (FWG). Auch könne man die Tücher jederzeit mit einem Bügeleisen nachwachsen.

Ringe aus Pfeifenreinigern

Cathrin Perraudeau zeigt Kindern, wie man aus bunten Pfeifenreinigern lustige Ringe basteln kann. Die Mama einer Grundschülerin hilft ganz selbstverständlich in der Klasse einer Lehrerin, die gerade im Mutterschutz ist. Ebenso wie Melanie Braun, die das Basteln von Leseunterstützern anleitet. Sie meint: „Wir sind doch eine Gemeinschaft. Wie soll ich denn mein Kind sonst motivieren, sich einzusetzen?“

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