Grünstadt Siegerwein kommt von Matthias Gaul

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Bescherung war für den Asselheimer Winzer Matthias Gaul schon vor Weihnachten: Sein Pinot Noir Steinrassel Réserve wurde in der „Königsdisziplin Spätburgunder“ mit dem renommierten Deutschen Rotweinpreis ausgezeichnet, informierte jetzt das Weingut in einer Pressemitteilung.

Verliehen wird der Rotwein-Preis alljährlich im Herbst von der Zeitschrift Vinum, Europas größtem Weinmagazin. Bei dem Wettbewerb haben sich dieses Jahr rund 1400 deutsche Weinmacher in den verschiedenen Kategorien beworben, beim Spätburgunder waren es rund 600 Konkurrenten, teilte Matthias Gaul auf Nachfrage mit. Für das Weingut ist der Preis eine weitere Bestätigung, nachdem drei Trauben im Gault Millau und drei Sterne im Eichelmann hohes Lob bedeuten. Spätburgunder baut die Familie Gaul schon seit 30 Jahren an. Die ersten Reben dieser anspruchsvollen Sorte habe noch sein Vater Werner gesetzt, erzählt der 48-Jährige. Damals hätte es keiner für möglich gehalten, dass diese Rebsorte hier so gut gedeiht und ein Rotwein aus dem kühlen Bereich der nördlichen Weinstraße deutsche Spitze wird. Das Weingut bewirtschaftet insgesamt 25 Hektar Rebfläche, davon sind mittlerweile 3,5 Hektar mit Spätburgunder-Reben bestückt, nachdem diese Sorte seit sieben Jahren mehr in den Fokus gerückt wurde, erläutert Gaul. „Wir setzten uns intensiver mit ihr auseinander, probierten und experimentierten, bis wir den richtigen Stil gefunden hatten.“ Auf den außergewöhnlich steinigen Kalkböden der Asselheimer Gemarkung gedeihe die Sorte gut, und dank des relativ kühlen Klimas seien die Weine nicht so hoch im Alkoholgehalt wie in wärmeren Regionen, wo Werte von 14 oder 14,5 Volumenprozent erreicht würden, informiert der Weinbau-Ingenieur. Der jetzt prämierte Wein aus dem Jahrgang 2013 habe mit 13,5 Prozent nicht mehr Alkohol als notwendig und komme damit den Wünschen der Verbraucher entgegen.: „Fein, nicht fett“ charakterisiert der Gault Millau den Trend. Der Wingert, in dem die Trauben für den Siegerwein geerntet wurden, liegt nördlich von Asselheim, gegenüber dem alten Friedhof. Die Lage sei früher wegen ihres hohen Steinanteils alles andere als beliebt gewesen, weiß Gaul noch von seinem Großvater. Die Bearbeitung sei mühsam gewesen, „echte Knochenarbeit“, und die Steine hätten beim Pflügen gerasselt. So seien dieser Bereich und nun auch der dort angebaute Spätburgunder zu ihrem Namen gekommen. Die Qualität des Spitzenweins liegt nicht an dem speziellen Terroir, sondern das Weingut setzt auch auf strikte Mengenbeschränkung. „Wir haben lediglich 2500 Liter pro Hektar produziert, beim Basis Pinot Noir sind es dagegen etwa 6000 Liter“, verdeutlicht Gaul. Im Sommer seien schon grüne Trauben herausgeschnitten und ihm Herbst die verbliebenen noch einmal halbiert worden. „So bleiben nur noch fünf halbe Trauben pro Rebe übrig.“ Was bedeutet, dass solch ein Wein, im Barrique ausgebaut, auch seinen Preis hat: 35 Euro pro Flasche. (us) Weitere Preisträger —Cuvées: Platz 1, Weingut Rings, Freinsheim, „Das Kreuz“ (2009), gemeinsam mit einem Württemberger Betrieb. —Unterschätzte Sorten: Platz 1, Weingut Rings, Freinsheim, Portugieser Réserve (2012); Platz 3 , Weingut Jürgen Krebs, Freinsheim, Portugieser Réserve (2012). —Deutsche Klassiker: Platz 1, Weingut Philipp Kuhn, Laumersheim, St. Laurent Réserve (2012). —Internationale Klassiker: 3. Platz, Weingut Philipp Kuhn, Laumersheim, Cabernet Franc (2012). (us)

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