Grünstadt Sie liebt vor allem das Predigen
«GRÜNSTADT.» Was ihr an Grünstadt gleich gefallen hat, ist die überschaubare Größe, die Fußgängerzone, dass es ein Schwimmbad gibt und eine Quiltergruppe. „Ein schönes Städtchen“, findet Traude Prün. Die 58-Jährige ist ab dem 1. Dezember die neue Gemeindepfarrerin für den Pfarrbezirk 1 in Grünstadt und wird am kommenden Sonntag in der Martinskirche in ihr Amt eingeführt.
Sie folgt auf Dekan Stefan Kuntz, der den Pfarrbezirk 1 bis zur Fusion der Dekanate Grünstadt und Bad Dürkheim zu Beginn dieses Jahres als Gemeindepfarrer betreut hat. Ihren Kollegen Andreas Funke kenne sie bereits über den Arbeitskreis Liturgie der Landeskirche und auch die Bezirkskantorin Katja Gericke-Wohnsiedler habe sie schon gekannt. „Es passt auch theologisch“, sagt die Pfarrerin. Ihr sei es wichtig, dass die Menschen eine persönliche Beziehung zu Gott bekämen. „Dabei geht es nicht so sehr darum, dass man etwas weiß über Gott, sondern dass man es fühlt und glaubt. Aber nicht mit dem Kopf. Der Funke muss überspringen“, beschreibt Prün. Dazu wolle sie Wege anbieten. Über künftige Schwerpunkte ihrer Arbeit kann sie aber noch nichts sagen. Sie wolle jetzt erst einmal die Pfarrei und das Presbyterium kennenlernen. „Wir werden gemeinsam besprechen, was gefragt ist und was gebraucht wird.“ Nachdem sie auf ihrer letzten Pfarrstelle als „Einzelkämpferin“ unterwegs gewesen sei, freue sie sich hier sehr auf die Teamarbeit mit ihren Kollegen Christopher Markutzik und Andreas Funke. Prün wechselt nach 31 Jahren von Dahn, was auch ihre erste Pfarrstelle gewesen ist. Seit 2011 betreute sie daneben noch die Gemeinde Hinterweidenthal. Mit Kindern und Jugendlichen könne sie gut und liebe es, kreativ zu sein: Über 26 Jahre hat sie in Dahn einen Krabbelkreis geleitet. „Wir hatten jede Woche ein anderes Programm und uns einen guten Ruf erarbeitet“, erzählt die 58-Jährige, die keine eigene Familie hat. Da es in Dahn hauptsächlich Katholiken gebe, sei dies eine gute Möglichkeit gewesen, die Menschen dort in die protestantische Kirchengemeinde einzuladen. Daneben hat sie auch Haus- und Bibelkreise für Erwachsene angeboten. Weil sie in der Dahner Grundschule alle protestantischen Kinder im Religionsunterricht hatte, habe sie die meisten ihrer Konfirmanden schon vorher gekannt, berichtet die Pfarrerin. Dies sei ihr wichtig gewesen. Der Entschluss, nach so langer Zeit zu wechseln, ist ein persönlicher: Sie wolle wieder in der Nähe ihrer Herkunftsfamilie leben, sagt die Pfarrerin, die in Limburgerhof als Älteste von fünf Geschwistern aufgewachsen ist und das Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen besucht hat. Dass die Theologie und der Pfarrberuf etwas für sie sein könnten, hätten dort schon zwei Religionslehrer bemerkt. „Einer der Lehrer hat mir das sogar unter eine Arbeit geschrieben“, erinnert sich Prün. Später habe sie auch noch der Pfarrer, der sie konfirmiert hat, darauf angesprochen. Schlussendlich habe sie ihre Mutter darin unterstützt. „Ich wurde von außen geschubst und das war gut so, denn als 18-Jährige war ich noch nicht so selbstbewusst.“ Im Laufe des Theologie-Studiums sei sie sich immer sicherer geworden, dass sie die richtige Wahl getroffen habe. „Und als ich in den Dienst eintrat, hatte ich keine Zweifel mehr“, sagt die Pfarrerin. Während sie die Verwaltungsarbeit weniger gern macht, liebt sie an ihren Beruf vor allem die Gottesdienste und dabei die Predigten. Deren Texte schreibe sie alle selbst, betont Prün. Anregungen dazu holt sie sich auch mal von Kollegen. Sie lasse selten eine Gelegenheit aus, einen Gottesdienst zu besuchen, auch im Urlaub: „Ich war in Norwegen in der Kirche und habe kein Wort verstanden. Aber von dort habe ich die Idee des Malbretts für Kinder mitgebracht“, erzählt die 58-Jährige. Diese Möglichkeit für die Kleinen, sich in der Kirche still zu beschäftigen, habe sie dann mit nach Dahn gebracht. Auch die Ansprache bei Beerdigungen ist Prün wichtig, sieht sie sie doch als gute Möglichkeit, die Biografie des Verstorbenen mit dem Evangelium zu verknüpfen. „Man erreicht dabei sehr viele Menschen, die in dieser besonderen Situation sehr offen sind, zuzuhören.“ In ihrer Freizeit entspannt sie gern beim Schwimmen: „Zwei Mal die Woche 2000 Meter und dann geht’s wieder nach Hause.“ Daneben liebt sie Patchwork-Arbeiten, zu denen sie aber hauptsächlich nur im Urlaub komme. Zur Person Einführungsgottesdienst Pfarrerin Traude Prün wird am kommenden Sonntag, 14 Uhr, in der Martinskirche in ihr Amt eingeführt.