Grünstadt Schwäne finden Asyl
Zur Rettung zweier Schwäne war die Wildtierhilfe Kaiserslautern von Karsten Tide und Tanja Megner am Samstagmorgen im Kaiserslauterer Volkspark im Einsatz. Die beiden einjährigen Jungtiere wurden in der Nähe von Sembach in ihren neuen Lebensraum entlassen.
„Es kam bereits zu Übergriffen, wo Betrunkene die Schwäne attackiert haben. Sie haben Flaschen nach den Tieren geworfen, sie getreten und gejagt“, beschreibt Tide Umstände, denen die Tiere nachts durch Rowdys ausgesetzt seien. Anwohner, die die Szenen beobachtet hatten, hätten „letzte Woche jeden Tag angerufen und gesagt, dass die Schwäne da weg sollen“, so Tide. „Ein Ort war schnell gefunden. Ich konnte jedoch vor Erteilen der Genehmigung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd nichts machen.“ Ein Antrag bei der SGD Süd in Neustadt wurde rasch gestellt. Aufgrund der hohen Gefährdung der Tiere wurde ihm schnell stattgegeben. Am frühen Samstagmorgen ließen sich die fast handzahmen Tiere mit Futter anlocken. Beherzt griffen die Tierschützer zu und verfrachteten die Umsiedler in eine Transportbox. Dann ging die Fahrt los nach Sembach. Drei Anglerweiher in der Nähe der Ortschaft werden nun „hoffentlich ihr neues Zuhause“. Ortsbürgermeister Fritz Hack (SPD), dem die Weiher gehören, und seine Frau Inge freuen sich über die neuen Bewohner. Tide hofft in den nächsten Tagen auf weiteren Regen, damit „sie nicht steigen und sich an den neuen Lebensraum gewöhnen“. Denn es bestehe natürlich auch „die Möglichkeit, dass sie sich nach anderen Teichen in der Umgebung umschauen“. Sorgen machen sich die Tierschützer um die verbliebenen Schwäne im Volkspark. Auch wegen falsch verstandener Tierliebe. Acht Schwäne besiedelten bis Samstag das für so viele Tiere viel zu kleine Gewässer. „Die Leute sind so unvernünftig und füttern die Schwäne. Sonst wäre eine natürliche Regulierung des Besatzes aufgrund von Überpopulation kein Problem. Die Jungtiere vom letzten Jahr würden abwandern und sich ein eigenes Revier suchen“, ärgert sich Tide. Im vergangenen Jahr sei ein Schwan an einer Darmentzündung erkrankt, die durch zu viel Brot ausgelöst wurde, und daran gestorben. INFO Notrufnummer der Wildtierhilfe Kaiserslautern: 0177 4256478