Kandidaten im Porträt Schmidt will in Battenberg „pragmatisch und unaufgeregt agieren“
Einfach sind die Amtszeiten als Ortschef für Peter Schmidt nicht gewesen. Aus der Legislaturperiode 2014 bis 2019 schied er nach heftigen Querelen und persönlichen Anfeindungen im Gemeinderat bereits im August 2015 aus. Er wollte, dass endlich wieder Ruhe einkehrt – im Gremium und somit auch in seiner Wahlheimat. Der Streit hat dem Maschinenbau-Ingenieur, der mehrere medizintechnische Firmen gegründet und geleitet hat, aber nicht grundsätzlich die Lust daran genommen, Verantwortung zu übernehmen.
Nicht nur reden, sondern anpacken
2019 stand er wieder auf der Matte, als Wolfgang Pahlke aus privaten Gründen nicht mehr wollte. Während der Amtszeit erkrankte Schmidt schwer, musste sich von seinem Beigeordneten Marko Flörchinger vertreten lassen. Aber nur so lange, wie es unbedingt nötig war. Andere hätten sich in seiner Situation wohl mehr Auszeit gegönnt, aber Nichtstun ist keine Option für Schmidt. „Mein Motto ist: ,Nicht nur reden, sondern anpacken’“, erklärt er.
So hat der dreifache Vater sehr engmaschig den Ausbau der Kreisstraße 30, der einzigen Zufahrt in den Ort, begleitet und zur Fertigstellung ein Straßenfest veranstaltet. Ebenfalls ständig uff de Gass war Schmidt, als neue Stromkabel für die Straßenlaternen verlegt wurden. Bei solchen Projekten ist es dem 77-Jährigen wichtig, zwischen den Beteiligten und Betroffenen zu vermitteln sowie mit pragmatischen Kompromisslösungen zu handeln. „Ich bin harmoniesüchtig“, sagt er über sich und schaut selbstbewusst recht zufrieden auf die jetzt zu Ende gehende Legislaturperiode.
Immer ein offenes Ohr haben
In das Klagelied der mangelnden Gestaltungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene stimmt er nicht ein. „Ich habe ein gutes Verhältnis zur Verwaltung, fühle mich unterstützt“, bilanziert er. Allerdings sehe er manches auch nicht so verbissen. „Die Tätigkeit eines Bürgermeisters ist selbst für so einen kleinen Ort wie Battenberg vielfältig und man ist eigentlich für alles zuständig“, gibt er eine Job-Beschreibung. Anstehende größere Vorhaben seien die Sanierung und Erweiterung des Spielplatzes an der Weed, der Breitbandausbau und die Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses. Für rund 300.000 Euro sollen vor allem ein barrierefreier Zugang und ein Behinderten-WC geschaffen werden, der obere Veranstaltungsraum eine Akustikdecke erhalten und die maroden Fenster ausgetauscht werden.
Auch bei den Anregungen und Beschwerden der Einwohner heiße es, stets ein offenes Ohr zu haben und möglichst schnell Abhilfe zu schaffen. „Das Amt mache ich gern, obwohl man sich auch immer wieder mal ärgern muss. Vor allem der Kontakt mit den Menschen ist mir wichtig und mit den meisten ist er auch schön“, so Schmidt, der die unerwartete Konkurrenz um den Chefsessel mit zwei weiteren Bewerbern sportlich sieht.
Drei Bekenntnisse
1. Ich lebe gern in Battenberg, weil ... es ein Privileg ist, auf dem „Balkon der Pfalz“ zu wohnen und täglich die schöne Aussicht sowie die Geselligkeit zu genießen.
2. Gar nicht leiden kann ich … Menschen, die nur meckern, statt mit anzupacken.
3. Ich will Bürgermeister bleiben, weil … ich an der positiven Weiterentwicklung unseres Ortes aktiv mitwirken möchte.
