Grünstadt Schüler kommentieren gern

Blick in den Raum der „Euli“-Redaktion, von links: Julia Zimmermann (seit drei Jahren Redaktionsleiterin), Sarah Kühn (stellvert
Blick in den Raum der »Euli«-Redaktion, von links: Julia Zimmermann (seit drei Jahren Redaktionsleiterin), Sarah Kühn (stellvertretende Redaktionsleiterin), Kira Marie Niederberger, Lilli Wallot, Kim Linner, Johanna Hartkopf, Friederike Schanz (Deutsch- und Englischlehrerin) und Dominik Neu.

150 Besucher pro Tag auf der Website der Online-Schülerzeitung, 114 Abonnenten auf Instagram, einen Newsletter und mehrmals pro Woche aktuelle Artikel und Push-up-Nachrichten: Das Schülerzeitungsteam am Leininger-Gymnasium in Grünstadt, das mehr als 1000 Schüler besuchen, ist zufrieden mit dieser Bilanz. „Seit 2016 gibt es uns nur noch online“, erklärt Julia Zimmermann, eine der beiden Chefredakteurinnen, die in die MSS 13 geht. Die Herstellung der gedruckten Ausgaben sei letztendlich zu teuer und zu aufwendig gewesen, ergänzt ihre Kollegin Sarah Kühn, die die elfte Jahrgangsstufe besucht. „Die Anzeigen zusammenzubekommen, war mühsam. Die Artikel wurden über Wochen gesammelt. Es dauerte insgesamt zu lang, bis sie dann erschienen sind“, erklärt die 16-Jährige. „Das ist heute nicht mehr zeitgemäß“, sagt Deutsch-Lehrerin Friederike Schanz. Als sie die Betreuung des Schülerzeitungsteams vor zwei Jahren übernommen habe, seien noch zwei gedruckte Ausgaben erschienen. Damals habe man die 100 gedruckten Exemplare für je einen Euro verkauft. „Unser Ziel ist, dass die Schüler auf unsere Homepage gehen, wenn etwas an der Schule passiert“, sagen die beiden Chefredakteurinnen. Man wolle sich dabei klar von der allgemeinen Internetseite des Leininger-Gymnasiums abgrenzen. Alle Texte kämen von den Schülern. Lehrertexte und Werbung würden beim „Euli“, wie die Zeitung genannt wird, nicht veröffentlicht. Unter den Rubriken Neuigkeiten, Meinungen, Unterhaltung und Aktionen finden sich beispielsweise Artikel zu einem Schülerwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und einer Spendenaktion für Ruanda. Wie stark sich die Körpergröße auf die Sportnote auswirkt, wird in einem Meinungsartikel erörtert und zwei Schüler berichten von ihrem Austauschjahr in Irland und Japan. Daneben finden sich Kochrezepte und Rezensionen zu neuen Büchern in der Schulbücherei. Auf große Resonanz seien auch ihr digitaler Foto-Adventskalender – Welche Haustür gehört zu welchem Lehrer? – und die Aktion Menschenrechtsmonat gestoßen, erklären Julia und Sarah. „Vor allem die Kommentarfunktion kommt bei unseren Lesern gut an“, berichten die beiden. Die Möglichkeit, seine Meinung direkt zu einem Artikel zu äußern, habe es bei den gedruckten Ausgaben früher ja nicht gegeben. So habe sich nach einem Kommentar über die Abiparty und einem Bericht über die Juniorwahlen eine intensive Diskussion entwickelt. Jeden Donnerstag in der ersten Pause treffen sich die Redaktionsmitglieder im „Euli“-Raum A 2.16. Neben den beiden Chefredakteurinnen Julia und Sarah gibt es noch drei weitere feste Redakteure. „Dazu stoßen dann noch etwa zehn bis 15 Mitarbeiter quer durch alle Stufen“, sagt Deutschlehrerin Schanz. Ihren „Euli“-Raum, das ehemalige Fotolabor der Schule, hat das Redaktionsteam selbst gestrichen und mit einem schwarzen Schriftzug und dem Eulenspiegel-Maskottchen versehen. Ein Laptop ist beim Digital-Gipfel gestiftet worden. Außerhalb der Treffen läuft die Kommunikation über die eigene WhatsApp-Gruppe. Die Schüler schreiben ihre Artikel zu Hause und schicken sie dann an die Mailadresse der Redaktion. Nach letzten Korrekturen werden die Beiträge dann mehrmals pro Woche von der betreuenden Lehrerin auf die Internetseite hochgeladen. Eine Grünstadter Fahrschule sponsort den „Euli“. Damit seien die Kosten wie Gebühren für Konto und Internet-Anbieter sowie Material gedeckt, erklärt Schanz. Wie der Name „Eulenspiegel“ entstanden ist, wissen die Schülerinnen und ihre Lehrerin nicht. „Wir werden oft danach gefragt und würden uns freuen, wenn sich die ehemaligen Schülerzeitungsredakteure melden und uns die Erklärung liefern.“ Man habe schon überlegt, den Namen zu ändern, aber die Kurzform „Euli“ habe sich etabliert, das Maskottchen sei am Schwarzen Brett ein Hingucker. Der Preis des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums habe sie auf jeden Fall motiviert, berichten Schanz und die Schülerinnen. Mit ihrem ersten Platz in der Kategorie Online-Ausgabe haben sie sich für den bundesweiten Wettbewerb der Schülerzeitungen im Februar qualifiziert. Wer weiss es? Ehemalige Schülerzeitungsredakteure des „Eulenspiegels“ oder Lehrer des Leininger-Gymnasiums, die erklären können, wie es zu dem Namen gekommen ist, werden gebeten, sich bei dem Redaktionsteam unter der E-Mail-Adresse: redaktion@eulionline.de zu melden.

Mehrmals pro Woche veröffentlicht das Eulenspiegel-Redaktionsteam des Leininger-Gymnasiums Artikel in ihrer Online-Ausgabe.
Mehrmals pro Woche veröffentlicht das Eulenspiegel-Redaktionsteam des Leininger-Gymnasiums Artikel in ihrer Online-Ausgabe.
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