Grünstadt Rote Laterne – kein Problem

GÖLLHEIM/EISENBERG. Zur Halbzeit der Saison 2016/17 belegen die Damen der Handball-Region (HR) Göllheim-Eisenberg den letzten Platz in der Pfalzliga. Es bewahrheitete sich die Befürchtung von Trainerin Sina Graf, dass sich die Wölfinnen ein Jahr nach dem Wiederaufstieg sehr schwer tun würden. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz ist aber noch nicht allzu groß, um nicht noch Hoffnung zu haben.
Letzter Platz, 4:18 Punkte und 200:255 Tore: So lautet die Bilanz der Nordpfälzer Wölfinnen nach elf von 22 Spieltagen. Nicht unbedingt erfreulich, aber auch nicht wirklich besorgniserregend findet HR-Spielertrainerin Sina Graf: „Eine richtige Bilanz zu ziehen, ist in unserer Situation ziemlich schwierig. Es war von Anfang an klar, dass wir in der hinteren Tabellenregion zu finden sein werden. Natürlich hätten wir gerne den ein oder anderen Punkt mehr auf unserem Konto. Wer verliert schon gerne? Aber wir nehmen die Sache so an, wie sie ist.“ Eine Situation, an die sich die HR-Frauen gewöhnen mussten, ist die Tatsache, dass sie sich in dieser Hinrunde nicht einspielen konnten, weil Woche für Woche Spielerinnen krank oder verletzt ausgefallen sind. Für das Einstudieren von Spielzügen oder dringend notwendige Absprachen in der Abwehr ist das natürlich wenig förderlich. So ist es wenig verwunderlich, dass keine Automatismen greifen und die HR den schwächsten Angriff der Pfalzliga stellt. „Natürlich waren es zum Teil widrige Umstände, unter denen wir viele Spiele haben bestreiten müssen. Dafür waren wir gar nicht so schlecht“, meint Graf. Immer wieder musste improvisiert werden und die Akteurinnen spielten auf Positionen, auf denen sie unter normalen Umständen nicht eingesetzt worden wären. Eine Spielerin, die damit erstaunlich gut zurecht kam, ist Eliza Schafar. „Sie hat richtig befreit aufgespielt und mit guten Leistungen überzeugt“, lobt Sina Graf und wünscht sich, dass Schafar in der Rückrunde diese Leistungen bestätigen kann. Auch Sabrina Ecker konnte in der Hinrunde Pluspunkte sammeln. Sie zeigte insbesondere in der Abwehr starke Leistungen. Die Defensivabteilung der HR-Damen ist nicht die Ursache für den letzten Tabellenplatz. 255 Gegentreffer sind Durchschnitt. Fünf andere Teams quittierten mehr Tore. Ein Garant dafür sind die starken Torhüterinnen im Kader der HR. Mit Vanessa Eisen und Vanessa Steinbach hat Göllheim-Eisenberg einen starken Rückhalt. Auch die dritte Torfrau Pauline Grum hat schon gezeigt, dass auf sie Verlass ist. „Pauline ist richtig stark. Sie zeigt dies in der A-Jugend, aber auch bei uns im Training immer wieder“, lobt Graf die Nachwuchshoffnung. Dass die HR trotz der Personalprobleme gewinnen kann, hat der Sieg gegen die HSG Trifels gezeigt, als die HR mit einer Rumpftruppe sich über zwei Zähler freuen konnte. „Die Moral stimmt. Es freut mich ungemein, dass trotz allem niemand den Kopf hängen lässt. Wir haben einen großen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und werden gemeinsam immer wieder versuchen, das Beste rauszuholen“, bekräftigt Graf. Leider wird das in der Rückrunde auch nicht mit dem kompletten Kader passieren. Leistungsträgerin Nadine Reibe fällt wohl die komplette Spielzeit aus. Torfrau Vanessa Steinbach fehlt auch einige Zeit. Genauso Britta Müller. Diese Ausfälle müssen erst einmal kompensiert werden. Das wird nicht einfach. Keine allzu guten Voraussetzungen, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Aber dieser hat nicht die absolute Priorität, wie Sina Graf berichtet: „Natürlich kenne ich die Tabelle, aber sie ist für mich wirklich kein großes Thema. Wir werden uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Wir denken von Spiel zu Spiel und werden versuchen uns stetig individuell zu verbessern. Wenn wir am Ende dann trotzdem auf einem Abstiegsplatz stehen sollten, dann ist das halt so.“