Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Richtige Entscheidung des TuS Altleiningen

Der TuS Altleiningen zieht die Notbremse in der Zeit des größten sportlichen Erfolgs.
Der TuS Altleiningen zieht die Notbremse in der Zeit des größten sportlichen Erfolgs.

Der Rückzug des TuS Altleiningen aus der Fußball-Landesliga ist schmerzhaft, aber richtig, jedoch kein Beitrag zur Energiewende.

Der TuS Altleiningen war in der Fußball-Landesliga eine Institution, spielte dort 17 Jahre lang mit, war bekannt für seine Heimstärke auf dem kleinen Kunstrasenplatz, schickte meist unbequeme Mannschaften auf das Feld. Michael Wolter hat in seiner Amtszeit eine Mannschaft zusammengestellt, die das Potenzial hatte, in die Verbandsliga aufzusteigen. Vielleicht gelingt das ja sogar noch. Zeigen werden das die kommenden Wochen mit den Topspielen gegen Billigheim-Ingenheim, Büchelberg und Herxheim. Dass der TuS ausgerechnet in der Zeit des größten sportlichen Erfolges die Notbremse zieht, ist zunächst verwunderlich.

Schmerzhaft ist die Entscheidung. Für die Mannschaft, die eigentlich dazu tendiert hatte zusammenzubleiben. Für die Fans, den Verein, für die gesamte Fußball-Region, der das Derby gegen Grünstadt nun dauerhaft fehlen wird. Die Region verliert einen sportlichen Werbeträger. Aber die Entscheidung ist richtig, wenn das Geld nicht ausreicht, um den Spielbetrieb in dieser Liga dauerhaft zu sichern, ohne alles andere im Verein oder gar die Existenz des Vereins zu gefährden.

Schon zu oft hat Größenwahn die kaufmännische Vernunft im Amateurfußball an den Rand gedrängt. Ausbaden mussten dies Gläubiger, Mitglieder oder sogar Gemeindekassen. Wer sich etwas nicht leisten kann, der muss sich davon rechtzeitig trennen, bevor der Schmerz am Ende noch viel größer ist. Ein Beitrag zur Energiewende wird das aber nicht werden. Die Spieler suchen sich andere Vereine – und nehmen dafür teils noch weitere Anfahrtswege zum Training in Kauf, um höherklassig Fußball zu spielen und mit dem Kicken die Haushaltskasse etwas aufzubessern.

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