Grünstadt Richtig heizen und lüften spart viel Geld
Auch vor der ansonsten klimatisch begünstigten Vorderpfalz macht der Winter zurzeit nicht halt. Viele Heizungen laufen aktuell auf Hochtouren, beim Gedanken an die nächste Heizkostenabrechnung beschleicht viele jetzt schon ein ungutes Gefühl. Dabei kann jeder – ob Mieter oder Eigentümer – mit der richtigen Heizstrategie Energie und damit viel Geld sparen.
Ob Wärmepumpe, Pellets-, Gas- oder Öl-Kessel: Genau wie das Auto sollte auch die Heizungsanlage regelmäßig vom Fachmann gewartet werden. So lässt sich das Ausfall-Risiko während der kalten Jahreszeit minimieren, aber auch bares Geld sparen: Der Fachmann stellt mit dem hydraulischen Abgleich die Druckverhältnisse und Volumenströme optimal ein, überprüft Verschleißteile und tauscht diese gegebenenfalls aus. Das sichert langfristig den Werterhalt der Heizanlage. Auch sollten ältere Heizkörper hin und wieder entlüftet werden. Bei neuen Modellen ist das oft überflüssig. Doch bei älteren Heizkörpern steigert das regelmäßige Entlüften die Effektivität. Wer regelmäßig entlüftet, kann den Energieverbrauch seiner Heizkörper um bis zu 15 Prozent senken. Spätestens wenn die Heizkörper nicht mehr richtig warm werden, sollten diese entlüftet werden. Mit einem Heizkörper-Entlüftungsschlüssel kann eine Entlüftung ganz leicht selbst durchgeführt werden. Das A und O für ein Wohfühlraumklima ist das richtige Lüften. Wer durch Kippfenster dauerlüftet, der verschenkt kostbare Heizenergie. Zudem kühlt das Mauerwerk um das Fenster aus, wodurch sich Schimmel bilden kann. Besser ist das Stoßlüften: Das Fenster wird mehrmals am Tag für je fünf Minuten ganz geöffnet – idealerweise mit Durchzug, um so in kurzer Zeit viel Luft auszutauschen. Das Stoßlüften sorgt für gute Luftqualität, unnötige Feuchtigkeit kann aus der Raumluft entweichen und Gerüche verschwinden. Wer neu baut oder saniert, der sollte sich mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung beschäftigen. Moderne Gebäude werden zunehmend besser wärmegedämmt. Dies spart einerseits Energie, andererseits entfällt dadurch der Luftaustausch, der bei älteren Gebäuden über die undichte Gebäudehülle und Fenster erfolgt. Eine Komfortlüftung ist energetisch noch sinnvoller als Stoßlüften und liefert einen permanenten Luftaustausch, kontrolliert die Feuchtigkeit und spart durch eine gute Wärmerückgewinnung mehr Energie ein, als sie verbraucht. Das steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern auch den Werterhalt der Immobilie. Sind die Thermostate alle richtig eingestellt? Mit einer Absenkung der Zimmertemperatur um ein Grad können bereits fünf bis sechs Prozent der Heizenergiekosten gespart werden. Die ideale Temperatur für Wohnräume ist 20 bis 22 Grad. Das Schlafzimmer sollte kühler sein: 17 bis 18 Grad ist die empfohlene Schlaftemperatur. Im Bad freut man sich morgens über wohlig-warme 22 bis 24 Grad. Wenn tagsüber keiner Zuhause ist, muss die Heizung nicht auf Hochtouren laufen. Bei vielen Anlagen kann der Tagesrhythmus programmiert werden. Moderne Heizungsanlagen beziehen per Online-Anbindung Wettervorhersagen mit ein. In den Wintermonaten entweicht ein großer Teil der Heizwärme durch die geschlossenen Fenster. Denn Glas isoliert nicht so gut wie Mauerwerk. Hier helfen bei Nacht geschlossene Jalousien, Rollos und Fensterläden die Wärme im Haus zu speichern. Wenn Fenster und Türen undicht sind, entweicht durch die Ritzen die kostbare Wärme. Kurzfristige Hilfe bieten sogenannte Zugluftstopper. Langfristig sollten Fenster und Türen getauscht werden. Für dreifach verglaste Fenster gibt es staatliche Förderprogramme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Förderungen auf Bundeslandebene. Rund 80 Prozent aller Heizungen in Deutschland entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik. Bei jeder vierten Heizungsanlage entweicht sogar 30 Prozent der Energie völlig ungenutzt durch den Schornstein. Der Austausch einer veralteten Heizung ist oft die wirtschaftlichste und kosteneffizienteste Modernisierungsmaßnahme zum Energiesparen. Auch hier bieten BAFA, KfW und Bundesländer sehr gute Förderungsmöglichkeiten an. Diese gibt es auch für die Isolierung von Gebäudehüllen. Nach Expertenschätzungen entsprechen der aktuell gültigen Energie-Einsparverordnung (EnEV) nur 20 Prozent aller Gebäude, fast ausnahmslos im Neubau. Bei einem freistehenden Haus aus dem Bestand geht im Durchschnitt mehr als ein Viertel der gesamten Heizenergie über die Gebäudehülle verloren. Folgerichtig kommt der Sanierung von Fassade, Dach sowie Fenster eine Schlüsselrolle zu. Der größte Stellhebel, den man bei der Heizenergie hat, ist die Dämmung des Gebäudes. Sie sorgt ganzjährig für ausgeglichene Innenraumtemperaturen, teilt der Verein „Qualitätsgedämmt e.V.“ mit, der Unternehmen der Bauzulieferindustrie vereint und sich für Energieeffizienz einsetzt. Bereits 2014 hat der Verein die Initiative „dämmen-lohnt-sich.de“ gestartet, die als Schwerpunkt ein Informations- und Ratgeberportal rund um die Wärmedämmung betreibt. |ots