Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Radeln für den Klimaschutz im Landkreis Bad Dürkheim

Vielerorts ein Blickfang: die bunt geschmückten Räder.  Foto: abf
Vielerorts ein Blickfang: die bunt geschmückten Räder.

Die Bürger im Landkreis satteln die Drahtesel: Ab dem 14. August wird drei Wochen lang zum aktiven Radeln aufgerufen. Das Ziel: die Sinne aller dafür schärfen, dass Klimaschutz auch im Kleinen gelingen kann. Für fleißige Kilometersammler gibt es aber auch etwas zu gewinnen.

Sie sind kaum zu übersehen, die bunt geschmückten Räder, die derzeit vielerorts stehen. Sie sollen aufmerksam machen auf die Aktion Stadtradeln, die bald startet. „Die sechs im Grünstadter Stadtgebiet aufgestellten, nicht mehr fahrbereiten Räder, wurden vom Haus der Jugend, der Dekan-Ernst-Schule und der Kindertagesstätte in Asselheim gestaltet“, berichtet dazu Kathrin Schenk von der Stadtverwaltung Grünstadt.

Bei der Aktion, an der sich auch die Verbandsgemeinde Leiningerland beteiligt, gilt es, möglichst viele Fahrradkilometer zu sammeln und damit ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Teams aus Kommunalpolitikern, Schulklassen, Vereinen, Unternehmen und Bürgern treten dabei gegeneinander an, indem sie an 21 aufeinanderfolgenden Tagen möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurücklegen. Die Kampagne geht auf das Klima-Bündnis zurück, dem rund 1700 Mitglieder aus 26 Ländern angehören. Der Kreis Bad Dürkheim beteiligt sich erstmals an der bundesweiten Aktion.

Und so funktioniert das Ganze: Wer dabei sein möchte, sollte sich unter www.stadtradeln.de registrieren. Dabei müssen sich die Pedalritter einem Team anschließen – oder ein eigenes mit Bürokollegen, Mitschülern oder Freunden gründen. Geradelte Kilometer können dann entweder über die Stadtradeln-App per GPS direkt erfasst oder manuell online eingegeben werden. Es ist aber auch möglich, die geradelten Kilometer mit Formularen, die in den Rathäusern ausliegen, bei der jeweiligen Kommune einzureichen. Zugelassen sind laut Schenk alle Fahrzeuge, die im Sinne der StVO als Fahrräder gelten – also auch Pedelecs bis 250 Watt.

Die gefahrenen Kilometer werden in verschiedenen Kategorien gewertet: für jeden einzeln, das Team, die Kommune, die Stadt, in der man wohnt oder arbeitet, sowie für den Landkreis. Letzterer misst sich im bundesweiten Vergleich. „Jeder einzelne Kilometer zählt. Egal ob es sich um den Weg zur Arbeit handelt, einen Radausflug mit der Familie oder eine Einkaufsfahrt“, betont Schenk. Die Sparkasse Rhein-Haardt belohnt zudem die radaktivsten Schulen mit Geldpreisen für Klimaschutzprojekte. Weitere Preise loben die Gemeinden aus.

Bisher haben sich nach Kreisangaben bereits rund 400 Radler in mehr als 80 Teams registriert. Die meisten Mannschaften – mehr als 20 – kommen demnach aus Bad Dürkheim. „In Grünstadt haben sich bislang 23 Personen angemeldet“, berichtet Schenk. Hier gebe es derzeit sieben Teams. Die Verwaltungen gehen ebenfalls mit eigenen Mannschaften an den Start. Vier Bürgermeister aus dem Kreis wollen dabei selbst mit gutem Beispiel vorangehen: Torsten Bechtel (VG Wachenheim), Christoph Glogger (Bad Dürkheim), Peter Lubenau (VG Deidesheim) und der Grünstadter Amtsinhaber Klaus Wagner. „Wenn ich bei so einer Aktion mitmache, dann will ich auch gewinnen, nicht nur für das Klima“, zeigt Wagner großen Ehrgeiz.

Der Startschuss fällt am 14. August um 8.30 Uhr auf dem Alla-Hopp-Gelände in Grünstadt. Die Bürgermeister Frank Rüttger (VG Leiningerland) und Wagner läuten die Aktion mit einem Radlerfrühstück ein. Dabei besteht auch die Möglichkeit, sich zu Teams zusammenzufinden. Dann startet die erste von drei gemeinsamen Radtouren Richtung Bad Dürkheim zur offiziellen Auftaktveranstaltung des Landkreises.

Während der drei Stadtradeln-Wochen werden beispielsweise auch Insektenhotels gebaut, ein Waldspaziergang steht an und es gibt zahlreiche Infoveranstaltungen rund um Energiewende und Klima- sowie Naturschutz. Infos zu allen Aktionen gibt es online unter www.earlp.de/aktionswochen2019.

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