Grünstadt Preis der Emichsburg: Für Boulevard Deidesheim

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Wo hat man das auf der Welt, dass eine altehrwürdige Kirchenorgel von anno 1813 intoniert: „Ja so en gude Palzwoi?“ In Bockenheim bei den 39. Mundarttagen. Diese musikalische Kapriole von Timo Benß schloss am Sonntag die Verleihung des Preises der Emichsburg zur Würdigung besonderer Verdienste für Mundart und regionale Kultur an das Theater Boulevard Deidesheim ab. Vorausgegangen war ein Mundartgottesdienst, in dem Pfarrer Paul Metzger es wieder mal fertigbrachte, die göttliche und die menschliches Sphäre treffend in Berührung zu bringen. Anhand des Evangelientextes vom ungläubigen Thomas einerseits und eines neuartigen elektronischen Gürtels, der dem Handy funkt, dass man zu viel aß und zu wenig lief, rief er dazu auf, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen und auch einen eigenen Glaubensstandpunkt zu wagen. Seine Predigt wusste Heiterkeit mit Ernst zu verbinden. Heiter gestaltete sich auch die Preisverleihung. Nach den herzlichen Begrüßungsworten des Bockenheimer Bürgermeisters Kurt Janson folgte die Laudatio des Deidesheimer Stadtbürgermeisters Manfred Dörr, „Ich halte die Laudatio sehr gern, weil ich einerseits den Einsatz der Gemeinde Bockenheim für die Mundart sehr schätze und anderseits mit unserem Theater Boulevard Deidesheim sehr verbunden bin.“ Dörr würdigte der Ernsthaftigkeit des Bockenheimer Mundartengagements, dem es nicht nur um Witze und Sprüche, sondern „tatsächlich um die Kultur der Pfalz, um die Basis dieser Kultur, die gesprochene Sprache, um die Mundart und somit um die Heimat im besten Sinn“ gehe. Dem Boulevard Deidesheim mit seinen 46 Schauspielern, Helfern und den Unterstützern im Förderverein gehe es genau darum: Sie „leben und pflegen die Mundart. Sie spielen mit viel Herz und arbeiten ohne Subventionen, was einen Bürgermeister natürlich besonders freut, mit Herzblut und Leidenschaft für den gemeinsamen Erfolg.“ Besonders erfreulich: Die Bühne gewinne damit mehr und mehr auch jüngeres Publikum. Bürgermeister Kurt Janson überreichte den Preis dem Theaterleiter Boris Stijelja und seiner Stellvertreterin Eva Berlejung, der Regisseurin des Theaterabends vom Samstag. Stijelja dankte freudig, hob die Unterstützung, die er stets bei Bürgermeister Dörr finde, hervor, und erzählte noch einige prägnante Schnurren und Anekdoten, die das Publikum mit schmunzelndem Gesicht in den Sonntagmittag entließen. (hap/foto: hap)

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