Grünstadt
Praktikumspräsentation am Gymnasium: Das blutigste Werk gewinnt
Eine Klavierwerkstatt, der SWR, das Kreiskrankenhaus Grünstadt, die BASF: Das sind nur einige der Praktikumsstellen, die Schüler der zwölften Klasse des Leininger-Gymnasiums in Grünstadt besuchten. Was sie dabei erlebt und gelernt haben, präsentieren sie nun in der Aula. Überall sind bunte Plakate und kreativ in Szene gesetzte Utensilien. Die Praktika helfen bei der Auswahl eines späteren Studiums oder einer Ausbildung, wie die neue Direktorin Kerstin Hanisch sagt. Sie zeigt sich von der Vielfalt der Plakate und Praktikumsplätze beeindruckt.
Die für die Berufsorientierung zuständige Studiendirektorin Heike Näser berichtet, dass sich die Jugendlichen die Praktikumssuche mit einer App etwas erleichtern konnten. Dieses kleine Programm heißt „Zukunft läuft“ und wird vom Land zur Verfügung gestellt. Mithilfe der App lassen sich verschiedene Berufsfelder finden, die zu einem passen. Die Jungen und Mädchen waren bundesweit bei Unternehmen und Institutionen. Näser freut sich vor allem darüber, dass die jungen Leute überhaupt noch die Chance auf ein Praktikum bekommen hatten. Als sie in der neunten Klasse waren, hatten sie aufgrund der Pandemie keine Möglichkeit dazu.
Eltern sind beeindruckt
Auch die Eltern freuen sich über die Ausstellung. Beate Czodrowski aus Grünstadt meint: Es sei besonders interessant zu sehen, wo die Mitschüler ihres Kindes ein Praktikum absolviert hatten. Zudem sei sie sicher, dass durch diese Erfahrungen die Selbstständigkeit der Jugendlichen gefördert werde. Die Väter Markus Gehrmann und Hans-Jörg Fetzer sind überrascht von der großen Vielfalt an Firmen und Einrichtungen, die auf den Plakaten beschrieben werden. Beide finden den Praxisbezug wichtig, den ihre Töchter durch diese Schnupperwochen gewonnen haben.
Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) sagt: Er freut sich darüber, dass die Schüler die Möglichkeit bekamen, mal in die „echte Welt“ hineinzuschauen. „Auch bin ich überzeugt, dass die Praktika etwas zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.“
35 Werke ausgezeichnet
Insgesamt gibt es 101 Präsentationen. Eine große Jury, bestehend aus schulischen und externen Juroren, hat sie bewertet. Die 35 Werke mit den höchsten Punktzahlen werden ausgezeichnet. Die Preise – von Eintrittskarten für den Abiball über Einkaufsgutscheine bis hin zu einem Fahrsicherheitstraining – sind wieder von vielen Unternehmen und Institutionen bereitgestellt worden. Hauptsponsor sind wie immer die Stadtwerke Grünstadt.
Den Präsentationswettbewerb gewonnen haben drei Mädchen. Die Siegerinnen erhalten jeweils 75 Euro, die Erstplatzierte sogar 100 Euro. Hannah Triebswetter absolvierte ihr Praktikum im Maßatelier Blacona in Ludwigshafen. Mit ihrer Stellwand, auf der die Schülerin sogar einzelne Buchstaben selbst genäht und aufgeklebt hat, belegt sie den dritten Platz. Sie freue sich sehr darüber, dass ihre Mühe sich gelohnt hat, meint sie. „Das Praktikum hat mir sehr gut gefallen“, sagt Triebswetter. Sie bekommt ihr Preisgeld von Frank Rüttger (CDU), dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, überreicht.
Von Wagner bekommt Hannah Schirp die 75 Euro. Die Schülerin, die auf dem zweiten Platz landet, war im Frauenhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern. Ihr habe vor allem die Arbeitsatmosphäre dort gut gefallen, berichtet Schirp.
„Blutige“ Instrumente
Anna-Lena Andel absolvierte ihr zweiwöchiges Praktikum im Kreiskrankenhaus Grünstadt. Sie hat nicht nur ihr Plakat gestaltet, sondern auch einen ganzen Operationstisch nachgestellt. Inklusive einer Puppe als Patientin und „blutigem“ OP-Besteck. Mit ihrer Arbeit hat sie die meisten Punkte erhalten und damit den ersten Platz erreicht. Strahlend geht sie unter großem Applaus und Jubel ihrer Mitschüler nach vorne, um sich ihre Urkunde und ihr Preisgeld in Höhe von 100 Euro abzuholen. Übergeben wird es ihr von Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU).
Auch ihr habe das Praktikum im Krankenhaus sehr gut gefallen, berichtet Andel. Vor allem habe sie es toll gefunden, so viel Kontakt zu Menschen zu haben und sehen zu können, mit wie viel Herz die Ärzte sowie das Pflegepersonal ihrer Arbeit nachgingen, berichet sie.