Grünstadt Polizei filmt ihre „Kunden“ mit Bodycams

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Seit Juli 2015 läuft das Pilotprojekt „Bodycam“ der Polizei auf Landesebene. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln wurde es auf Ober- und Mittelzentren ausgeweitet. Seit fast zwei Wochen sind vier Körperkameras auch in der Speyerer Polizeiinspektion im Einsatz. Sie sollen in erster Linie der Eigensicherung der Beamten dienen. Die Erfahrungen bisher sind positiv.

Erst am Wochenende hatte Oberkommissar Sebastian Bischoff wieder so einen Fall. Auf dem Festplatz trafen er und seine Kollegen auf zehn bewaffnete Personen, gegen die mittlerweile wegen Landfriedensbruch ermittelt wird. Hochaggressiv seien die gewesen, bis Bischoff nach Ankündigung die Kamera an seiner Uniform angeschaltet habe. „Wir konnten schnell erkennen, dass die Aggression abgebaut wurde, da sich die Personen selbst im Bildschirm sehen konnten“, berichtete Bischoff. Bisher kein Einzelfall, wie der Leiter der Polizeiinspektion Speyer, Uwe Giertzsch, erfahren hat. „Der Effekt, deeskalierend zu wirken, ist tatsächlich eingetreten“, gibt er wieder, was ihm seine Kollegen zugetragen haben. Vier Kollegen sind zurzeit in die Handhabung der Bodycam eingewiesen. Per Klettverschluss werden die handlichen Kleingeräte an den Uniformen befestigt. Nicht dauerhaft, sondern nach Bedarf werden die Kameras eingeschaltet. Ein schriller Piepton und ein rotes Blinklicht signalisieren die laufende Aufzeichnung. Rein um die eigene Sicherheit geht es dabei, nicht um Beweise, wie Bischoff betont. Das Filmen im geschützten Rahmen wie in Wohnungen oder bei Versammlungen ist per Gesetz für diese Kameras verboten. Rund 800 Euro kostet eine Kamera. Bis Juli läuft das Pilotprojekt. Dann entscheidet sich, ob das System fest installiert werden soll. (xsm)

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