Frankenthal / Bockenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Polit-Neustart für Bockenheims Ex-Bürgermeister

Hat in Frankenthal auch etwas über das Ende seiner politischen Laufbahn am Wohnort gesagt: Bockenheims Ex-Bürgermeister Gunther
Hat in Frankenthal auch etwas über das Ende seiner politischen Laufbahn am Wohnort gesagt: Bockenheims Ex-Bürgermeister Gunther Bechtel.

Bei der Kommunalwahl trat der bisherige Bockenheimer Bürgermeister nicht mehr an, vom Vorsitz seines SPD-Ortsvereins war Gunther Bechtel ohnehin schon zurückgetreten. Nun hat er einen neuen Posten bei den Frankenthaler Genossen – und bei ihnen auch etwas über sein politisches Aus am Wohnort gesagt.

Zwischendurch musste der Sitzungsleiter Gunther Koch angestrengt rechnen bei dieser Mitgliederversammlung des Frankenthaler SPD-Ortsvereins. Bei der Wahl des Vorstandes galt es schließlich die Quote zu beachten, nach der eines der beiden gängigen Geschlechter zu mindestens 40 Prozent im Vorstand vertreten sein muss. Und plötzlich standen bei der Wahl der Beisitzer so viele Namen auf dem Stimmzettel, dass der Proporz austariert werden musste.

In der Beisitzer-Riege

Am Ende ging die Rechnung auf, alle sieben Aspiranten können den Vorstand verstärken. Der zählt nun zwölf Funktionäre. Und zur Beisitzer-Riege gehört ein Sozialdemokrat, dessen Name aufhorchen lässt: Gunther Bechtel, der Bockenheimer Altbürgermeister. Den Vorsitz des SPD-Ortsvereins in seinem Wohnort hatte er Ende 2022 niedergelegt, nachdem parteiinterne Querelen und Dissonanzen öffentlich geworden waren. Und mit Zwistigkeiten ging es anschließend auch weiter.

Nach einer Ausschusssitzung zur Zukunft des Kindergartens im Februar 2023 etwa empörten sich Zuschauer und Kommunalpolitiker: Der Ortsbürgermeister habe Ausführungen einer Parteifreundin mit einem deutlich hörbaren „blablabla“ untermalt – ein Vorwurf, den er später zurückwies. Aber ein paar Monate später gab’s schon wieder Krach auf offener Bühne. Diesmal ging es unter anderem um die Frage, ob Bechtel kritische Passagen aus einem Ratsprotokoll hatte tilgen lassen.

Die Auseinandersetzung mündete in Generalkritik am Dorfoberhaupt. Ein Mitglied seiner eigenen Fraktion bescheinigte dem Bürgermeister etwa, dass er „bereits seine gesamte Amtszeit so vor sich hinwurschtelt“. Ob er sich bei der Kommunalwahl trotzdem wieder um den Chefsessel im Rathaus bewerben würde, ließ Bechtel trotzdem lange offen. Als die Bockenheimer SPD an seiner Stelle schließlich eine neue Kandidatin nominierte, war er gar nicht dabei, sondern bei einer anderen Sitzung.

„Schnauze voll gehabt“

Ob ihm die Genossen vorab klargemacht hatten, dass sie ihn nicht mehr nominieren würden? Auf diese Frage antwortete er damals: „Das können Sie interpretieren, wie sie wollen.“ In Frankenthal hat er nun über sein Polit-Aus in Bockenheim gesagt: Er habe dort „die Schnauze voll gehabt“ und daher den Ortsverein gewechselt. Der Bockenheimer Altbürgermeister wohnt zwar nicht in Frankenthal, ist aber dort aufgewachsen und in der Stadt bekannt als früherer Wochenmarkt-Beschicker.

Die Statuten ließen eine Vorstandskandidatur ohne Wohnsitz vor Ort zu, informierte Sitzungsleiter Koch.

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