Hettenleidelheim
Plötzlich wird Holz wieder interessant
Im vergangenen Jahr wies der Bewirtschaftungsplan für den Wald der Ortsgemeinde Hettenleidelheim ein Minus von 17.000 Euro aus. „Am Ende hatte sich der Holzmarkt komplett gedreht und wir hatten knapp 50.000 Euro Überschuss“, sagte der Revierleiter des Stumpfwaldes Fabian Keck bei der Ratssitzung am Mittwochabend. Zu dem Ergebnis hätten zwar auch Zuschüsse beigetragen wie 29.000 Euro Bundeswaldprämie. „Aber wir hatten einen Einschlag von 420 Festmetern vorgesehen und ernteten schließlich das Doppelte“, berichtete er.
Für 2022 stehen im Plan, der im Oktober erstellt wurde und der Verbandsgemeinde Leiningerland am 30. November vorlag, Erträgen in Höhe von 45.015 Euro Aufwendungen von 62.264 Euro gegenüber. Doch es ist längst abzusehen, dass sich der daraus zu errechnende Fehlbetrag von 17.249 Euro in ein Plus verwandeln wird, wie Keck erläuterte. Ein wesentlicher Faktor dabei ist sicherlich der überraschend große Hieb von deutlich mehr als 600 Festmetern Kiefer. „Wir hatten 150 Festmeter angesetzt, weil dieses Holz quasi unverkäuflich war“, so der Förster.
Doch der Holzpreis sei immens gestiegen und es habe sich gerechnet, die vertrockneten Nadelbäume im Februar zu fällen. Auf einer 0,5 Hektar großen Fläche ist ein Kahlschlag entstanden, ansonsten wurden viele einzelne Kiefern aus dem Bestand geholt. Fichte habe man dagegen bislang deutlich weniger geschlagen als gedacht, weil bereits in den Jahren zuvor viel Schadholz entfernt worden sei. Die Douglasien seien unangetastet geblieben. Aus geplanten 60 Festmetern Eiche seien mehr als 120 geworden.
Holz zum Heizen für die Hettenleidelheimer?
Johannes-Peter Schwalb (CDU) wollte wissen, wohin das Holz geliefert wird. „Das meiste geht zu einem regionalen Sägewerk und Brennholz an lokale Unternehmen“, sagte Keck. „Aber solange der Holzpreis im Ausland höher ist als bei uns, wird vieles sicherlich weiterverkauft.“ Norbert Schwab (SPD) macht sich wegen der drohenden Energieknappheit zum Winter Sorgen und erkundigte sich danach, inwieweit der Wald im Notfall als Brennstoffreserve dienen könne. Der Förster erklärte, dass Bedarf und Liefermöglichkeiten genau aufgelistet würden und die Abgabe pro Haushalt kontingiert werde. „Wir gehen an die Grenzen der Nachhaltigkeit, aber nicht darüber hinaus.“
Ortsbürgermeister Steffen Blaga (CDU) sagte: „So lange wir Holz haben, können wir welches abgeben, aber wir haben es mit einer komplexen Materie zu tun, bei der Landesforsten und Naturschutz ein Wörtchen mitzureden haben.“ Er betonte, dass das Biosphärenreservat Pfälzerwald unbedingt zu erhalten sei und Bäume jede Menge Kohlendioxid aufnähmen.