Grünstadt „Parteipolitik spielt keine Rolle“
„Unser Dorf hat es nicht verdient, dass sich kein Bürgermeister findet.“ Das hatte Kym Christine Schober gedacht, als sich bei der Informationsveranstaltung zu den Kandidaten für den kommenden Battenberger Gemeinderat Ende März niemand um das Amt des Ortschefs bewarb. Deshalb habe sie beschlossen, sich zur Wahl zu stellen. „Außerdem“, versichert die 38-Jährige, „hat mir die bisherige Ratsarbeit Spaß gemacht.“
Schober ist seit fünf Jahren im Battenberger Dorfparlament aktiv, davon dreieinhalb als Beigeordnete. Sie wurde als Nachfolgerin von Wolfgang Pahlke gewählt, der nach dem Rücktritt von Bürgermeister Hans-Peter Schmidt zunächst kommissarisch die Geschicke des Ortes geleitet hatte und dann Ende November 2015 zum Ortschef ernannt worden war. Schober gehört, ebenso wie alle anderen Dorfparlamentarier, keiner Partei oder politischen Gruppierung an. „Ich finde es gut, dass es hier keine Fraktionen gibt“, sagt sie. Gerade in kleinen Dörfern kenne man sich untereinander. „Parteipolitik spielt da weniger eine Rolle“, meint sie. Die Zusammenarbeit mit Pahlke bewertet sie insgesamt als positiv, mit seinem Vorgänger dagegen habe es viele Differenzen gegeben. Dass Hans-Peter Schmidt nach ihr nun auch seine Kandidatur bekannt gegeben hat, sieht Schober sportlich. „Ich bewerbe mich ja auch für einen Sitz im Rat.“ Die Frage, ob sie im Falle des Wahlsiegs ihres Kontrahenten erneut ein wenig gedeihliches Miteinander befürchtet, verneint sie. „Das Gremium wird sich ganz anders zusammensetzen.“ Schober betont, dass der Bürgermeister generell die Entscheidung des Rates umzusetzen habe. Sie selbst werde für das Amt trotz Berufstätigkeit als Texterin und Übersetzerin ausreichend Zeit finden, ist sie überzeugt. Das Gute, was angestoßen wurde, soll weitergeführt werden Unter Pahlke habe man einiges bewegt im Ort, resümiert sie. Projekte, die im Gremium angestoßen wurden, möchte Schober weiter voranbringen. So habe sich die Kinder- und Jugendarbeit, die sie selbst „zunächst gegen einige Skepsis im Rat“ auf den Weg gebracht habe, gut etabliert. Auch habe sie sich bereits Anfang 2015 dafür stark gemacht, dass das Dorfgemeinschaftshaus einen barrierefreien Zugang bekomme. Leider sei das Projekt nie angepackt worden. Im Zusammenhang mit der Ortskernsanierung ließe es sich nun aber umsetzen. Darüber hinaus sollte an einer verbesserten Darstellung Battenbergs nach außen gearbeitet werden. Instandgesetzt werden müssten endlich die Wald- und die Panoramastraße. Die große freie Fläche zwischen den Häusern in der Panoramastraße als Baugebiet auszuweisen, lehnt Schober vor dem Hintergrund ab, dass die Behörden „Nein“ gesagt hätten: „Wenn das aussichtslos ist, sollte man keine Energie darauf verschwenden.“ Im Übrigen gebe es genug Baulücken im Dorf. Ansprechend gestaltet werden sollte der Platz in der Hauptstraße, auf dem früher die Dorflinde stand, verbessert werden müsste die Infrastruktur für Senioren. „Ich hatte mal die Idee eines mobilen Friseurs und Fußpflegers.“ Bislang hat es aus Sicht Schobers zu viele Einzelprojekte gegeben. Sie stellt sich ein übergeordnetes Konzept für die Weiterentwicklung Battenbergs vor, „in dem die guten Ideen zusammengeführt werden“.