Carlsberg RHEINPFALZ Plus Artikel Park-Tennisclub spielt über Winter in Carlsberg

In dieser Carlsberger Tennishalle werden jetzt Mitglieder des PTC Grünstadt spielen, wie Vorsitzender Lutz von Haaren erläutert.
In dieser Carlsberger Tennishalle werden jetzt Mitglieder des PTC Grünstadt spielen, wie Vorsitzender Lutz von Haaren erläutert.

Als die Kreisverwaltung die Genehmigung für den Bau einer Traglufthalle auf dem Grünstadter Berg versagt hat, sah der Park-Tennisclub keine Chancen, im Winter zu trainieren. Eine Katastrophe, gerade mit Blick auf die Jugendarbeit. Jetzt hat sich doch noch eine Möglichkeit ergeben.

Lutz von Haaren strahlt. Stolz präsentiert der Vorsitzende des Park-Tennisclubs (PTC) Grünstadt die Lösung des Wintertrainingsproblems. Der Verein hat die Sportanlage in Carlsberg gepachtet. In den vergangenen Wochen wurde fleißig saniert, umgebaut und gereinigt. Am heutigen Samstag werden die ersten Bälle über die Netze fliegen.

Nachdem sich vor zwei Jahren abzeichnete, dass dem PTC die Halle „Felix“ im Grünstadter Industriegebiet bald nicht mehr zu tragbaren Konditionen zur Verfügung stehen würde, hatte von Haaren als erstes an die Anlage des inzwischen aufgelösten TC Leiningertal in Carlsberg gedacht. Dort war er selbst noch in den 1980ern aktiv. Doch da die Halle nur zwei Spielfelder hat, damals nur eines davon zur Verfügung stand und der Jugendleiter Marc Brinkmann aber für seine rund 220 Schützlinge von vier Plätzen träumte, wurde die Idee verworfen. Ein Hallenneubau im Rudolf-Harbig-Stadion stellte sich als nicht finanzierbar und zu langwierig heraus. Somit plante der PTC eine Traglufthalle auf seinem Vereinsgelände im Stadtpark.

Traglufthalle hätte sehr viel Energie benötigt

Dass die Baugenehmigung vom Kreis im Juli überraschend versagt wurde, sieht Lutz von Haaren nach dem ersten Schreck als „Fingerzeig des Schicksals“. Denn während einer Energiekrise eine mobile Behausung zu betreiben, die nur steht, wenn permanent Strom verbraucht wird, kann nicht das Richtige sein. Fortwährend muss ein Gebläse laufen, das pro Saison rund 9180 Kilowattstunden elekrische Energie benötigt. Einschließlich 10.282 kWh, die die LED-Beleuchtung über Winter frisst, ergäben sich Kosten von zusammen 7551 Euro (Stand April 2022). „Geplant hatten wir das lange vor dem Ukraine-Krieg“, erläutert der 70-Jährige, der zusammen mit seinem Stellvertreter Gerald Beykirch beschloss, wieder die Carlsberger Halle ins Auge zu fassen.

Von Haaren schwärmt von dem (im Gegensatz zur bisherigen „Felix“-Halle) weichen und damit gelenkschonenden Boden des neuen, 1300 Quadratmeter umfassenden Winterquartiers. Auch könne man dank der großen Fenster tagsüber ohne künstliches Licht spielen. Ein weiterer Vorteil in Zeiten der Gasknappheit: Die Heizung in dem 1980 errichteten Gebäude, das sieben Jahre leerstand, läuft mit Öl. Dank einer Spende von 10.000 Euro konnten die Sanitäranlagen und die Umkleidebereiche saniert werden. „In einem Anbau haben wir hier auch eine voll funktionsfähige Küche sowie einen Gastraum mit Theke und Zapfanlage“, erläutert von Haaren, der plant, das Lokal vereinsintern zu bewirtschaften.

Verein hat sich ein Vorkaufsrecht gesichert

Gepachtet ist die Halle – zunächst bewusst ohne die aktuell nicht bespielbaren fünf Außentennisfelder – von ihrem neuen Eigentümer Boris Lamneck, der mit seinem Vorhaben, dort Oldtimer unterzustellen, gescheitert ist. „Der Vertrag läuft vorerst durchgehend über fünf Jahre, wobei wir aber von Saison zu Saison kündigen könnten, falls das Ganze ein Flop wird“, so der Vorsitzende, der mit einer längeren Anlaufzeit rechnet, bevor das neue Domizil von den rund 600 Mitgliedern angenommen wird. Andererseits eröffne der zusätzliche Standort die Möglichkeit, Tennisspieler aus dem Bereich der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim zu rekrutieren.

Für den Fall, dass die neue Halle mit den beiden Feldern sehr gut genutzt wird, hat sich der drittgrößte Tennisverein der Pfalz ein Vorkaufsrecht gesichert. Mit Blick auf die hervorragende Bausubstanz und die stabilen Stahlträger, die das Hallendach tragen, denkt der Diplom-Ingenieur im Ruhestand schon daran, künftig Photovoltaikmodule zu installieren, um energetisch unabhängiger zu werden.

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