Altleiningen RHEINPFALZ Plus Artikel Paareclub Maihof trifft die Corona-Krise hart

Erika Kratsch und Christian Görlach haben sich mit dem Maihof in Altleiningen einen Traum erfüllt.
Erika Kratsch und Christian Görlach haben sich mit dem Maihof in Altleiningen einen Traum erfüllt.

Hart getroffen von der Corona-Krise ist der Maihof in Altleiningen. Erika Kratsch und Christian Görlach hatten den Paareclub erst im Januar übernommen. Sie haben viel Geld und Herzblut hineingesteckt, nun bleiben die Einnahmen aus.

„Wir haben Existenzangst“, sagt Erika Kratsch. Von heute auf morgen haben die Restaurantfachfrau und Köchin und der Hotelkaufmann und Koch am 15. März ihre Event-Location für Erwachsene geschlossen, aber die Kosten wie Miete, Strom und Steuer laufen weiter. „Wir brauchen allein pro Monat 3500 Liter Heizöl“, erklärt die 45-Jährige, weshalb es derzeit in den Räumen etwas kühl ist. „Wir müssen sparen.“ Zum Glück haben sie derzeit nur eine Festangestellte. „Die wollen wir aber auf jeden Fall halten. Sie ist seit 18 Jahren die Perle des Hauses“, erklärt Kratsch. Die Mitarbeiterin sollte noch vier, fünf Kollegen bekommen, zusätzlich gehören zum Team Aushilfen. Das Personal aufstocken muss nun erst einmal warten.

Soforthilfe des Bundes möglich

Um Liquiditätsengpässe zu überwinden, könnten Finanzspritzen aus der Soforthilfe des Bundes beantragt werden. „Die Mittel stehen grundsätzlich Unternehmen aller Branchen mit bis zu zehn Mitarbeitern offen“, sagt Nicola Diehl, Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums des Landes. Voraussetzungen seien: Die Firma muss dauerhaft am Markt tätig sein und das schon vor dem 11. März dieses Jahres. Zuvor darf sie nicht in Schwierigkeiten gewesen sein. Der Betrieb muss Haupterwerb der Inhaber sein, seinen Sitz in Rheinland-Pfalz haben und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sein. Die Antragsteller müssten versichern, dass sie aufgrund der gegenwärtigen Situation in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. „Die Soforthilfe wird gewährt, wenn die laufenden Betriebskosten wie Miete und Leasingraten durch die Einnahmen der nächsten drei Monate nicht gedeckt werden können“, erläutert Diehl. Der Maihof könnte bis zu 9000 Euro aus dem Bundesprogramm erhalten.

Denn das 1979 von Wolfgang Sander gegründete Etablissement gehört mit derzeit nur einer Angestellten zu den Kleinunternehmen. Dabei ist das Hotel-Restaurant mit abgetrennten Bereichen für sexuelle Aktivitäten recht groß. Es umfasst rund 3500 Quadratmeter. Hinzu kommt ein 2000 Quadratmeter großes Außengelände mit Teich, Baumhaus und einem amerikanischen Schulbus. „Leider war hier die Zeit stehengeblieben. Es gab es einen enormen Investitionsstau“, erklärt Görlach (43), der im Fünf-Sterne-Luxushotel „Sonnenhof“ in Königstein (heute Marriott International) seine Ausbildung gemacht hat. Ende 2019 sei der Maihof an Wochenenden nur noch von etwa 20 Leuten besucht worden. „Aber wir haben das Potenzial gesehen und wollen alles daransetzen, den Club wiederzubeleben“, sagt Kratsch.

Fünfstelliger Betrag investiert

Mit dem Ziel vor Augen, die Räumlichkeiten moderner, heller und ansprechender zu gestalten, haben die beiden einen stattlichen fünfstelligen Betrag aus ihrem Privatvermögen in die Hand genommen und in Eigenleistung – unterstützt von Kratsch ältestem Sohn – mit dem Umbau und der Renovierung begonnen. So sind unter anderem in etlichen der 22 Zimmer die Betten ausgetauscht worden. Auch die Suite und die vier Spielwiesen werden modernisiert.

Die Bemühungen der neuen Betreiber haben nach eigenen Angaben bereits Früchte getragen. „Die Besucherzahl ist rapide gestiegen. Kurz vor der Zwangspause waren am Wochenende 130 Gäste hier. Bis Ende April waren wir ausgebucht und hatten Anfragen bis in den Hochsommer hinein“, erzählt Kratsch. Die Leute seien zwischen 25 Jahre und Ende 70, kämen aus allen gesellschaftlichen Schichten im In- und Ausland, so die Geschäftsführerin, die 30 Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet hat und sich mit dem Maihof einen Traum erfüllte. Nun hoffen sie und ihr Partner, dass es kein Albtraum wird. Zunächst wird unbeirrt weiter renoviert. Görlach: „Wir haben keinen Plan B.“

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